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Ehrlich währt man längsten: Warum die Zeit jetzt auch Tipps zur Geldanlage geben will

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Zeit-Wirtschaftschef Uwe-Jean Heuser

Die Wochenzeitung Zeit und das Wort "radikal" passen eigentlich nicht zusammen. Findet Zeit-Wirtschaftschef Uwe Jean Heuser aber doch. Ab März 2015 erscheint viermal im Jahr das Finanzmagazin Zeit Geld als Beilage - und dieses Blatt soll "radikal ehrlich" sein. Kündigt Heuser jedenfalls an. Einen Mangel an Finanztipps gibt's in deutschen Medien eigentlich nicht. Heuser sagt im MEEDIA-Interview, warum die Beilage relevant sein soll.

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MEEDIA: Herr Heuser, Finanztipps geben doch nun wirklich schon viele Medien. Selbst die Zeit hat immer mal wieder ein eigenes Buch zum Thema Geldanlage veröffentlicht. Wo liegt also der Mehrwert von Zeit Geld?
Uwe Jean Heuser: Geht es ums Geld, ist die Aufregung schnell riesengroß. Jede Woche ein neuer Untergang oder ein neuer Boom – das hält auf Dauer aber  keiner aus. Zeit Geld dimmt die Lautstärke herunter und beantwortet unabhängig und substanziell die wichtigsten Fragen zum Geld. Das Magazin ist dabei radikal, aber ehrlich. Radikal nutzwertig: Alle Ideen, Ansätze, Warnungen können hilfreich sein. Aber auch ehrlich, weil wir die Grenzen der Einsichten kennen und benennen. Wir halten das für einen echten Mehrwert.

Hat sich die Erkenntnis, dass Finanztipps eine „besonders hohe Glaubwürdigkeit“ haben müssen, wie das Zeit Geld für sich in Anspruch nimmt, nicht generell schon durchgesetzt?
Die Frage ist, wie man das umsetzt. Wie gut sind die Autoren? Wie verständlich ist die Sprache? Und wie unabhängig von Werbeinteressen können sie schreiben? In Zeit Geld schreiben auch Kisch-Preis-Träger, und glauben Sie uns, die lassen sich zwar redigieren, aber nicht reinreden.

Im Klartext: welche Medien verbreiten denn immer noch eher unglaubwürdige Finanztipps?
Die Seriösität im Finanzjournalismus ist generell oder für ganze Publikationen gar nicht zu beanstanden. Aber würden Sie noch einer Liste der x besten Aktien im Dax, die 2015 groß rauskommen, glauben? Wir nicht. Trotzdem gibt es solche Gewinner-Ranglisten immer wieder.

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Während Wirtschaft so wichtig wie nie ist – auch für den ganz praktischen Lebensalltag der Menschen – entwickeln sich die Auflagenzahlen der Wirtschaftspresse nicht unbedingt steil nach oben. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?
Tatsächlich gibt es spannende Neuentwicklungen, und Platzhirsche wie die Wirtschaftswoche und das Handelsblatt, die wie die Zeit zu Holtzbrinck gehören, machen hervorragenden Wirtschaftsjournalismus. Aber das gilt für die führenden allgemeinen Tageszeitungen und Wochentitel eben auch. Ich habe große Hoffnung, dass wir gemeinsam die Skepsis, die dem Wirtschaftsjournalismus durch die Finanzkrise zuteil wurde, gerade überwinden.

Werden für Zeit Geld vor allem freie Autoren tätig, oder schreiben vor allem Redakteure des Wirtschaftsressorts?
Beides – und hoffentlich auch weiterhin Zeit-Reporter und Redakteure anderer Ressorts. Wir brauchen verschiedene Blickwinkel.

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