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Sundar Pichai wird Googles neuer starker Mann

Google-Konzernchef Sundar Pichai unterbrach wegen der internen Debatte über das umstrittene Memo extra seinen Urlaub
Google-Konzernchef Sundar Pichai unterbrach wegen der internen Debatte über das umstrittene Memo extra seinen Urlaub

Bei Google könnte es runder laufen. Der Internet-Such-Gigant verdient zwar noch gut mit seinen Suchtreffer-Anzeigen, aber die Gewinne sinken. Und die Zukunftsvisionen - von der Nerdbrille Google Glass bis zum selbstfahrenden Auto - sind Lichtjahre davon entfernt, Geld zu verdienen. In dieser Situation bekommt ein Mann bei Google neue Aufgaben: Android-Chef Sundar Pichai kümmert sich künftig auch um die Suche, Google Maps und Google+. Er ist der neue, starke Mann im Konzern.

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Man kann es eine Krise nennen. Spätestens seit einer Woche, als Google seine jüngste Quartalsbilanz vorstellte, ist klar, dass die Geldmaschine ins Stocken geraten ist. Bereits das vierte Mal in Folge enttäuschte Google die Wall Street und verdiente im letzten Dreimonatszeitraum bereits 170 Millionen Dollar weniger als im Vorjahreszeitraum.

Die unbeschwerten Jahre, in denen Google vom College-Charme seiner Gründer lebte, die scheinbar mit der Internetsuche ein Perpetuum Mobile erfunden hatten – fürs Erste vorbei. Die kühnen Visionen von Internet aus Heißluftballons, einer smarten Kontaktlinse, selbstfahrenden Autos oder der Datenbrille Google Glass sind in der Gegenwart indes bislang nicht mehr als Luftblasen der PR-Abteilungen. Geld verdient Google mit schlagwortbasierter Internet-Werbung – nur inzwischen eben weniger.

Rochade in Montain View: Android-Aufsteiger Sundar Pichai steigt weiter auf 

Das gern verleugnete Stück Wahrheit in Mountain View lautet: Auch wenn sich Google so gern als der Zukunftskonzern inszeniert – in der Gegenwart kann der Internetpionier zumindest nach der Lesart der Wall Street nicht mit Apple, aber auch nicht mit Microsoft oder Samsung mithalten – Googles Gewinne liegen deutlich hinter der Techkonkurrenz zurück und wachsen auch nicht mehr.

Googles oberste Führungsetage scheint der unbequemen neuen Realität nun mit einer Rochade begegnen zu wollen. Erste Amtshandlung: CEO Larry Page gibt bemerkenswert viele Verantwortlichkeiten an den größten Aufsteiger im Googleplex der vergangenen Jahre ab – Sundar Pichai.

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Sundar Pichai sieht bereits heute wie der logische Nachfolger von Larry Page aus

Der 42-jährige Inder hat bereits vor einem Jahr von sich reden gemacht, als ihm zur Überraschung vieler plötzlich das Sagen über die Android-Sparte zugedacht wurde – und Gründer Andy Rubin, der die mobile Plattform einst aufgebaut hatte, aus der Schaltzentrale verdrängte. Nur ein Jahr später drängt Pichai, der schon im Juni auf der Entwicklermesse i/o das große Scheinwerferlicht genoss, nun auf der Karriereleiter weiter nach oben.

Und wie! Pichai wird neben Android, Chrome und dem App-Bereich künftig auch das Suchgeschäft, den Kartendienst Maps, das Social Network Google Plus sowie die Entwicklung, Infrastruktur  und Werbeprodukte überblicken. In anderen Worten: Er ist der eigentliche Chef des operativen Geschäfts und berichtet direkt an Larry Page.

Gleichzeitig ist Pichai damit in eine Rolle gewachsen, die der heutige Apple-Chef Tim Cook lange unter Steve Jobs innehatte – er wurde systematisch zum neuen CEO aufgebaut. Sollte Larry Page, das Zepter an der Konzernspitze übergeben – Pichai wäre Stand heute der prädestinierte Nachfolger als neuer Google-Chef. Doch noch ist es nicht so so weit: Larry Page will sich als CEO künftig um das „bigger Picture“ kümmern, berichtet der gut informierte Techblog re/code.

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