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„Singen für Ihre Freilassung“: Nuhr erfährt Tsunami der Zustimmung im Social-Web

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Am Wochenende schien das Social-Web vor allem ein Thema zu kennen: Dieter Nuhr als vermeintlicher islamophober Hassprediger. Kein Artikel wurde häufiger bei Facebook , Twitter & Co. geteilt, als ein Interview mit Nuhr zu dem Thema aus der Welt am Sonntag. Zeitgleich erfährt der Kabarettist bei Twitter und auf seiner Facebook-Seite einen wahren Sturm der Anteilnahme. Stets unter dem Motto: "Das wird man ja wohl noch sagen dürfen".

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Den Fall hätte sich kein Marketing-Profi besser ausdenken können. Ein Osnabrücker Muslime hat Dieter Nuhr wegen Beschimpfung von Bekenntnissen und Religionsgesellschaften angezeigt. Eine echte Steilvorlage für hitzige Debatten und viel Aufmerksamkeit im Social-Web. Tatsächlich gelang es Nuhr gleich bei seinem ersten Posting zu dem Komplex das Thema mit Ironie, einer gewissen Schärfe und einer dicken Portion Medienschelte aufzugreifen.

Er schrieb: „Bin von Islamisten als ‚Hassprediger‘ angezeigt worden, weil ich den Koran richtig zitiert habe. Bitte um regelmäßige Besuche im Gefängnis! Neue Osnabrücker Zeitung holt ausschließlich Meinung bei den Islamisten ein und zeigt sich verständnisvoll. Die Frage ist: Braucht ein Land, das solche Zeitungen hat, überhaupt noch Islamisten?“

Die Folgen eines solchen Postings waren klar. Immerhin hatte der Medien-Profi mit den richtigen Zutaten gewürzt: Die Diskussion nahm sofort und rasant Fahrt auf. Sein erstes Posting wurde allein über 79.000 Mal mit „gefällt mir“ markiert und knapp 13.000 Mal geteilt. Zudem sorgten die Sätze von Nuhr für Hunderte von Kommentare, die wiederum viele Male ebenfalls kommentiert wurden.

Der Tenor dabei ist eindeutig. Nuhr wird in Schutz genommen. Satire dürfe das und er hätte nur ausgesprochen, was viele denken. Überhaupt wird man ja wohl noch seine Meinung sagen dürfen. Ein typischer Beispielsatz: „Wer in Deutschland zu dieser Zeit die Wahrheit sagt, wird nach allen Regeln der Kunst entweder diffarmiert, diskreditiert oder sonst irgendwie versucht ruhig zu stellen.“

Natürlich bekommen auch die Medien ihr Fett weg: „Die öffentliche Meinung und die veröffentlichte Meinung sind mittlerweile zwei völlig verschiedene Dinge. Findet gottlob mittlerweile auch Ausdruck in den immer weiter sinkenden Auflagen dieser Blätter“.

Tatsächlich handelt es sich bei dem, was auf der FB-Seite des 53-Jährigen passiert, nicht um einen Shitstorm, sondern eher um einen Tsunami der Zustimmung. Ein FB-Fan verspricht sogar: „Wir kommen alle vorbei und besuchen Sie… Und wenn wir nicht rein dürfen, richten wir vor dem Gefängnis eine Mahnwache ein und singen für Ihre Freilassung und für Meinungsfreiheit und Toleranz…. Daumen hoch, Herr Nuhr!“

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Die Stimmungslage bei Twitter sieht ganz ähnlich aus. Auch hier wird der Kabarettist von einer Welle der Sympathie getragen.

Auch bei den Medien, die über den Fall berichten, tobt die Diskussion. So verzeichnete das Interview der Welt am Sonntag mit Nuhr weit über 300 Kommentare und war mit 22.693 Shares der Top-Nachrichten-Artikel im Social Web.

Der 53-Jährige ist nicht der Einzige, der mit dem Thema Islam und Humor am Wochenende in den sozialen Medien für Furore sorgte. Auch der ISIS-Rap von Jan Böhmermann entwickelte sich zu einem Viral-Hit. Im Unterschied zu Nuhr halten sich bei Böhmermann in den Kommentaren Zustimmung und – teilweise – harsche Kritik die Waage.

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Alle Kommentare

  1. Ich dachte, das Gegenteil von Shitstorm wäre Candystorm. Aber das Bild vom ‚Zustimmungstsunami‘ hat auch was.
    Wobei andererseits ein ‚Tsunami‘ angesichts der verheerenden Verwüstungen, die mit ihm einher gehen, vielleicht doch eine Nummer zu stark bzw. negativ besetzt ist.

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