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LSR-Streit: Springer sucht über Welt.de die Machtprobe mit Google

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Während die anderen innerhalb der VG Media organisierten Verlage eingeknickt sind und Google eine "widerrufbare Gratiseinwilligung" geben, will sich Axel Springer im Streit um die Durchsetzung des Leistungsschutzrechtes mit Google nicht ganz geschlagen geben. Nur die Bild soll auf eine Ausübung des Leistungsschutzrechtes verzichten. Welt.de soll dagegen die Machtprobe mit Google wagen.

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Google-Suchergebnisse der Springer-Titel Welt, Auto Bild, Sport Bild und Computer Bild werden demnach nur als Überschriften mit Links dargestell. „Wir haben entschieden, dass die VG Media für vier unserer Titel keine Gratislizenz erteilt“, erklärt Springer-Sprecherin Edda Fels gegenüber MEEDIA. „Dieses Vorgehen soll ein klares Zeichen setzen, dass wir unsere Position nicht aufgeben – auch nicht unter Druck. „, so Fels.Einen wirtschaftlichen Schaden wolle man nicht ausschließen. Warum diese Titel? „Sie sind nicht zufällig gewählt. Wir wollen damit einen Querschnitt darstellen, einerseits die breit aufgestellte Welt, andererseits Spezialseiten mit unterschiedlichen Zielgruppen. Das versetzt uns in die Lage, Teilmärkte zu beobachten und den Schaden zu identifizieren und dokumentieren.“

Aus Angst vor Umsatzverlusten haben die anderen in der VG Media organisierten Verlage eine „widerrufbare Gratiseinwilligung“ abgegeben. Bis der Streit ums Leistungsschutzrecht rechtlich geklärt ist, darf Google deren Inhalte weiterhin kostenlos inklusive Snippets und Vorschaubildern auflisten. Google hatte zuvor erklärt, bei Suchergebnissen von VG Media Verlagen keine Snippets und Vorschaubilder mehr anzuzeigen, um dem Leistungsschutzgesetzt genüge zu tun. Die VG Media sieht darin einen Missbrauch von Googles Marktmacht. Aus Angst vor Reichweitenverlusten, wurde darum von den meisten die „Gratiseinwilligung“ erteilt.

Google bewegt sich im Rahmen des LSR
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Der Streit zwischen den Verlagen und Google war in den vergangenen Wochen eskaliert.A nstatt auf die Forderungen der VG Media einzugehen und für Vorschaubilder sowie kleine Teaser-Texte – so genannte Snippets – Lizenzgebühren zu bezahlen, entschied sich Google, die Inhalte der VG-Media-Klienten nur noch als Überschrift und Link darzustellen. So umgeht der Konzern mögliche Kosten.

Google zeigte sich damit konsequent und bewegt sich im Rahmen des Leistungsschutzrechts, indem es auf das Anzeigen der “wertvollen” Verlags-Inhalte verzichtet. Die Verlage waren nicht begeistert, die VG media witterte sogar “Erpressung”. Die Verleger befürchteten Umsatzeinbrüche, “die auch zu weiteren Insolvenzen führen können”. Die VG Media erwartet eine Entscheidung der Schiedsstelle beim Deutschen Patent- und Markenamt zur Anwendbarkeit des Leistungsschutzrechts im Frühsommer 2015.

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Alle Kommentare

  1. Wenn Springer & Co. so weitermachen, merkt Google vielleicht noch, wie wichtig die eigene Leistung für die Verlage ist. Dann wird der Spieß umgedreht und Verlage müssen künftig Geld bezahlen, um bei Google News gelistet zu werden. Das wäre ein schönes Eigentor mit bösem Kollateralschaden für die Verlage, die nicht Amok laufen.

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