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„Meilenstein“: Bertelsmann kauft E-Learning-Plattform für dreistelligen Millionen-Betrag

Bertelsmann-CEO Thomas Rabe.
Bertelsmann-CEO Thomas Rabe.

Bertelsmann kauft für einen mittleren dreistelligen Millionen-Dollar-Betrag den amerikanischen Online-Bildungsanbieter Relias Learning. Etwa eine halbe Milliarde Dollar machen die Gütersloher also locker, um ihre dritte Geschäfts-Säule, digitale Bildungsangebote, zu stärken. Relias hat sich auf Fortbildung im Gesundheitssektor spezialisiert.

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Relias Learning – der Name der 2012 gegründeten Firma dürfte nur Insidern etwas sagen. Innerhalb des Spektrums digitaler Bildungsangebote hat sich das Unternehmen auf das Gesundheitssystem und hier auf die Themen Altenpflege, Verhaltenstherapie und Behindertenbetreuung spezialisiert. Laut eigenen Angaben hat das Unternehmen mit Sitz in North Carolina etwa 3.500 Firmen im Kundenstamm und bietet 2.500 Online-Kurse für bisher zwei Millionen Nutzer an. Die belegen im Jahr etwa 25 Millionen Kurse – Tendenz steigend.

Für Bertelsmann ist die Übernahme von Relias der größte Kauf in den USA seit Übernahme von Random House 1998. Bisher gehörte die Firma, die aus einer Fusion von zwei Anbietern entstand und die rund 300 Mitarbeiter beschäftigt, der private Equity-Firma Vista Equity Partners. Bertelsmann-CEO sieht den Kauf als „Meilenstein“. Er will mittelfristig eine Milliarde Euro Umsatz mit Bildungsangeboten erzielen. Zum Umsatz von Relias machte Bertelsmann zunächst keine Angaben.

In Gütersloh ist man seit einiger Zeit sehr bemüht, dem Markt zu erklären, warum Bildung neben Medien und Dienstleistungen zur dritten Säule des Konzerns wachsen soll. Vor allem sind es Wachstumszahlen und -prognosen, die CEO Rabe dann nennt. Fünf Billionen Dollar sei der weltweite Bildungsmarkt schwer. Mitarbeiterfortbildung spiele sich immer stärker online ab, E-Learning habe ein weltweites Marktvolumen von 20 Milliarden Dollar. Da klingelt es natürlich in den Ohren der Manager und Eigentümer.

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Aus Sicht der Medienbranche sind Deals wie dieser letztlich schwer zu beurteilen, auch wenn die Margen hoch sein sollten, wie CEO Rabe betont. Ähnlich wie bei der Bertelsmann-Tochter Arvato geht es hier um Geschäfte in Branchen, die mit „Medien“ nur noch wenig zu tun haben. Das Bindeglied zwischen dem klassischen Mediengeschäft, von dem Bertelsmann auch kommt, und den neuen Wachstumsfeldern ist die Digitalisierung. Zuletzt hatte Bertelsmann sich an einer Finanzierungsrunde des US-Bildungsanbieters Udacity beteiligt.

 

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