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„Schwerer, das neue Jugendangebot zum Fliegen zu bringen“: Wenig Begeisterung für neuen Sender

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Begeisterung klingt anders. „Es wird nun schwerer, das Jugendangebot zum Fliegen zu bringen“, kommentiert beispielsweise SWR-Intendant Peter Boudgoust. Zuvor hatten die Ministerpräsidenten die gemeinsamen Pläne von ARD und ZDF für einen gemeinsamen Jugendkanal im Fernsehen, Radio und Web zusammengestrichen. Der Sender kommt, aber nur im Internet. Was ihn allerdings kaum günstiger macht.

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Die Entscheidung der Politiker folgt allerdings einer gewissen Logik. Mit seiner Konzentration auf das Internet geht der Sender genau dahin, wo die Zielgruppe ist. „Uns war wichtig, dass wir von den Nutzungsgewohnheiten der jungen Menschen ausgehen, die damit oder mit dem Internet leben und es auch gewohnt sind, Kommunikation, Information und Unterhaltung eben zeit- und ortsunabhängig zu nutzen, wann immer sie gerne gerade wollen“, erklärt Ministerpräsidentin Malu Dreyer, die Vorsitzende der Rundfunkkommission.

Damit die Öffentlich-Rechtlichen überhaupt ein solchen Web-Only-Angebot aufbauen können, mussten die Ministerpräsidenten einige Privilegien schaffen. So fallen die meisten Web-Beschränkungen wie die Sieben-Tage-Löschregel und der Drei-Stufen-Test. Auch müssen die Webangebote keinen Sendungsbezug mehr haben.

Auf der Kostenseite fordern die Politiker von den öffentlich-rechtlichen Sendern nur, dass ihr neues Angebot nicht die Grenze von 45 Millionen Euro pro Jahr überschreitet. Allerdings muss das Zweite künftig auf zdf.Kultur verzichten. Bei der ARD wird EinsPlus gestrichen.

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Der ARD-Vorsitzende Lutz Mamort gibt sich immerhin Mühe gute Mine zum bösen Spiel zu machen. So kommentiert er die Entscheidung der Ministerpräsidenten: „Zukunftsweisend ist dabei, dass die Beschränkungen im Internet wegfallen. Dass es kein eigenes Programm im Fernsehen geben wird, erschwert allerdings den Start, aber wir werden alles daran setzen, gemeinsam mit dem ZDF ein gutes Angebot im Netz zu entwickeln.“ Sein ZDF-Kollege Thomas Bellut, begrüßt die Entscheidung dagegen als “perfekte Ergänzung zu ZDFneo und ZDFinfo“.

Nach Einschätzung des VPRT werden die Grundfehler des öffentlich-rechtlichen Systems durch das neue Konzept nicht behoben, sondern  fortgesetzt. „Die Idee, ein Projekt ohne inhaltliche Begrenzung aufzusetzen, hat bei den Digitalkanälen schon nicht funktioniert. Jetzt ein Onlineangebot mit einem Blankoscheck von 45 Millionen Euro auszustatten, wird es kaum besser machen.“

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