Beginn einer FB-Flucht? Teenager verlieren das Interesse an Facebook

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Schon länger tobt unter Marketers eine seltsam anmutende Debatte um die Frage, ob die Teenager Facebook den Rücken kehren oder nicht. Wenn ja, gilt es als schlechtes Zeichen. Denn das würde bedeuten, dass das Social Network nicht mehr hipp genug für die wichtigste digitale Trendsetter-Zielgruppe wäre. Jetzt scheint erstmals eine Studie genau das zu belegen.

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Eine Analyse der Investmentbank Piper Jaffray kommt laut Washington Post nun zu dem Ergebnis, dass zwischen Frühling und Herbst diesen Jahres ein massiver Einbruch der Facebook-Nutzung der 13- bis 19-Jährigen verzeichnet wurde. Demnach antworten im Frühling noch 72 Prozent der Teenager auf die Frage, ob sie Facebook nutzen würden, mit ja. Im Herbst lag dieser Wert nur noch bei 45 Prozent. Das wäre eine dramatische Entwicklung.

Auch Twitter verzeichnete einen leichten Liebesentzug der Jugendlichen. Beim Kurznachrichten-Dienst fiel die Nutzung von 63 Prozent auf 59 Prozent.

Tatsächlich wird sich die Facebook-Panik bezüglich der neuesten Umfragewerte in Grenzen halten. Denn die Studie von Piper Jaffray zeigt ebenfalls, dass die Teenies überwiegend zu Instagram (Nutzung stieg von 69 Prozent auf 76 Prozent) weiterziehen. Und das Bildernetzwerk gehört längst ebenfalls zum Imperium von Mark Zuckerberg. Somit blieben die Kids auch weiterhin in Reichweite der FB-Marketers.

Passenderweise startete Facebook selbst fast zeitgleich sein neues Portal Facebook IQ. Dort will das Netzwerk künftig Statistiken und Studien sammeln, die helfen sollen die demografischen und geografischen Hintergründe der FB-Mitglieder besser zu verstehen. Zum Start gibt es gleich eine großangelegte Analyse zum Thema Jugendliche. Natürlich ist sich die US-Company der Wichtigkeit – selbst, wenn sie nur symbolischer Natur ist – dieser Zielgruppe bewusst.

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Alle Kommentare

  1. Ich habe zwei Töchter im Teenie-Alter. Das Interesse an FB ist bei 13-15-Jährigen im gesamten Bekanntenkreis total eingebrochen. Kommuniziert wird über Whatsapp, Seelenstripps laufen über Ask.fm.

  2. Auch bei meinen Kindern (13,15) ist Facebook out. Es läuft nur noch über Instagram und WhatsApp.

  3. Danke für die Einordnung dieser Nachricht. Ihr fehlt aber leider die Hälfte der Information. Denn die nächste relevante Nutzer-Gruppe, die 19-25-jährigen bleiben relativ stabil. Und – jetzt wird’s wichtig – alle älteren Gruppen verzeichnen massive Zugewinne, besonders die Gruppe Ü55.

    Was wir bei Facebook grad erleben ist also ein demografischer Wandel: weg von den ‚early adapters‘ (der digitalen Avantgarde) und Teens (dem ersten Mainstream) hin zur kommerziell relevanten Gruppe. Facebook und seine Anleger wird’s freuen, denn das bedeutet, dass das Netzwerk werbetechnisch relevanter und wesentlich lukrativer wird.

    Die wichtige Frage ist, wie Facebook damit umgeht und es vermeidet ein auch vordergründig von Werbung dominiertes Netzwerk zu werden.

    1. Herr Leiendecker, es ist doch interessant, dass es doch einer mal sagt. Gut so!!
      Ein großer Grund dafür dass Teens und early adapters verschwinden ist doch tatsächlich, dass Eltern und Großeltern in FB auftauchen. Im Gegensatz zu einigen anderen „Projekten“ wie myspace, studivz etc..wird sich Facebook aber langfristig halten.. denn instagram und whatsapp werden in naher Zukunft mit nem FB Account verbunden. Ähnlich wie Google für alles ein gmail.com-Konto anlegt.

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