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Kartellamt akzeptiert Googles Vorgehen gegen VG-Media-Verlage

Philipp Justus, Managing Director Google Germany

Gute Nachrichten für Google, schlechte für die Mitglieder der VG Media. Das Bundeskartellamt will sich nicht gegen den Plan der US-Firma stellen, Snippets einiger deutscher Medienhäuser nicht mehr in den Suchergebnissen anzuzeigen.

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Aus dem Kartellrecht lasse sich keine Verpflichtung ableiten, dass Betreiber von Suchmaschinen Textausschnitte entgeltlich erwerben müssten, sagte Andreas Mundt, der Chef der Behörde, der Nachrichtenagentur Reuters.

„Auf der anderen Seite haben wir Google gegenüber deutlich gemacht, dass eine Totalauslistung einzelner Verleger eine kartellrechtlich relevante Diskriminierung sein könnte“, sagte Mundt. Eine bloße Beschränkung auf die Überschriften der Verlagsbeiträge, wie sie Google nun angekündigt habe, sei aber von einer Totalauslistung deutlich entfernt.

Mitte der vergangenen Woche hatte Philipp Justus, der Managing Director Google Deutschland, in einem Blogposting erklärt, dass für Internetseiten, die von der VG Media vertreten werden, ab den 9. Oktober nur noch Links und Überschriften angezeigt werden würden.

Die Verlage, die in der VG Media organisiert sind, allen voran Axel Springer und Burda, haben bei der Regierung das so genannte Leistungsschutzrecht durchgeboxt. Sie sind der Meinung, dass Google für die Verwendung der kleinen Textausschnitte (Snippets), die auf den Suche-Ergebnisseiten angezeigt werden, zahlen muss. Google zieht nun die Konsequenz und schmeißt Snippets und Thumbnails, also Vorschaubilder, der VG Media Verlag aus seinen Angeboten raus, um gegen Klagen gefeit zu sein. Damit dürfte Google in der verqueren Logik des Gesetzes tatsächlich leistungsschutzkonform sein.

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