Anzeige

„490 Euro sind zu viel“: Bundespresseball-Fans veranstalten eigene Party

Bundes-medienball-Presseball1.jpg

Die TV-Journalistin Claudia Bender liebt den Bundespresseball, ärgert sich aber über die happigen Ticketpreise, die mittlerweile für Gäste fällig sind. Am Abend des diesjährigen Bundespresseballs in Berlin wird sie nicht dabei sein. Die Inhaberin einer Medienagentur organisiert mit Freunden den "Bundesmedienball". Eine Konkurrenz für die Traditions-Veranstaltung sei ihre Party allerdings nicht, beteuert sie. MEEDIA hat nachgefragt.

Anzeige
Anzeige

MEEDIA: Frau Bender, Sie organisieren am 21. November, dem Abend des Bundespresseballs in Berlin einen „Bundesmedienball„. Warum das?
Claudia Bender: Weil die 490 Euro, die mittlerweile für einen Gast eines Mitgliedes der Bundespressekonferenz bezahlt werden müssen, einfach zu viel sind. Und das ist ja nur der Preis für eine sogenannte Flanierkarte. Die Preise für einen Platz an einem Tisch liegen ja noch drüber. Das System ist etwas kompliziert. Im letzten Jahr hab ich jedenfalls noch 220 Euro bezahlt.

Und in diesem Jahr haben Sie dann gesagt: mir reicht’s.
Ja, so in etwa. Und ich bin wirklich eine große Freundin des Bundespresseballs, war selber Mitglied der Bundespressekonferenz und gehe da seit vielen Jahren mit Mann und Freunden hin, ich liebe das. Im vergangenen Jahr war es sechs Uhr am Morgen, als wir da rauskamen. 

Stattdessen veranstalten Sie und Ihre Freunde nun eine eigene Party im Ballhaus Berlin. Ist Rache süß?
Ach was, Rache. Wir sind ja gar keine Konkurrenz für den Bundespresseball. Wir sind einfach Leute, die einen schönen Abend verbringen wollen und dafür nicht 490 Euro auszugeben bereit sind.

Aber es geht doch auch um mehr als Spaß beim Bundespresseball. Ist der nicht auch eine Art Netzwerkpflege für Medienleute, Politiker und Lobbyisten?
Klar, nur Spaß ist der Ball natürlich nicht. Und jetzt erst einmal ganz viel Arbeit:-)

Ihre Sause, natürlich auch mit Smoking und Ballkleid, soll 85 Euro im Vorverkauf und 125 Euro an der Abendkasse kosten. Wie viele Tickets sind schon verkauft?
50. Ist doch nicht so schlecht, oder? Ab 150 Leuten findet der Ball statt, das schaffen wir schon. Sonst feiern wir bei uns zuhause.

Anzeige

Wie ich der Einladung entnehme, wird ein Präsident Ihren Bundesmedienball eröffnen. Aber der Bundespräsident wird vermutlich nicht mal schnell vom Bundespresseball vorbeischauen, oder?
Tja. Wir werden jedenfalls auch einen Präsidenten haben, der unseren Ball eröffnet. So viel steht fest. Hauptsache, er kann tanzen.

Beide Bälle finden am Abend des 21. November in Berlin statt. Der offizielle Bundespresseball im ehemaligen Flughafen Tempelhof. Der neue Bundesmedienball im Ballhaus Berlin.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Gratulation, Claudia Bender, irgendjemand musste diesem wachsenden Unsinn ja mal was entgegensetzen. Schade ist nur, dass ich zum Termin im Ausland bin, sonst hätte ich gerne an Ihrem Event teilgenommen.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*