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Der Mann, der bei Focus Moritz Rodach war: Helmut Markworts FC Bayern-Berichte

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FC Bayern-Aufsichtsrat und Fan Helmut Markwort

Focus-Mitherausgeber Helmut Markwort hat mindestens fünf Artikel für Focus Online und Focus unter dem Pseudonym "Moritz Rodach" verfasst. Dies berichtet Zeit Online. Vier der Artikel, die aus dem jahr 2008 stammen, beschäftigen sich mit Fußball, drei davon mit dem FC Bayern. Kein Problem? Markwort ist Mitglied im Aufsichtsrat des FC Bayern.

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Die Indizien von Zeit Online-Autor René Martens sind eindeutig. Nicht nur wuchs Markwort einige Jahre in der Stadt Rodach auf und sein Sohn heißt Moritz. Bekannt wurde die Autorenschaft allerdings durch eine Plauderei von Markwort-Lebensgefährtin Patricia Riekel. In einem Einspieler, der beim Deutschen Radiopreis gezeigt wurde (Markwort wurde dort ausgezeichnet), sagte Riekel, Markwort „kommentiere daheim begeistert Fußballspiele“. Sein Pseudonym: Moritz Rodach.

Ein klarer Interessenkonflikt. Selbst, wenn die Artikel selbst, die bereits 2008 erschienen, im Kern lapidar sind. Der Autor war bei einer Auslandsreise des FC Bayern nach Petersburg dabei und berichtet aus erster Hand über seine Erlebnisse, bzw. die Erlebnisse der Spieler. Ein Stück heißt „Gulasch über den Wolken“, ein anderes „Schafkopfkarten im Gepäck“. Einmal kommt die Automarke Audi vor – Audi ist Mitgesellschafter der FC Bayern AG. Markwort ist bekanntermaßen ein großer Fußball-Fan und dem FCB verbunden. Er ist seit mehr als zehn Jahren Aufsichtsrat des FC Bayern. Er war zur Zeit der Veröffentlichung Chefredakteur des Focus.

Helmut Markwort wollte sich auf MEEDIA-Nachfrage nicht äußern.

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Ein weiterer Focus Online-Text, der im Oktober 2008 veröffentlicht wurde, berichtet vom Deutschen Fernsehrpreis und dem „Reich-Ranicki-Eklat“. Und der fünfte namentlich gekennzeichnete Artikel erschien im gedruckten Focus. Das Meinungsstück geht um den Fußball-Kommentator Marcel Reif, der „nur in sich selbst verliebt“ sei: „Der nölende Reif vermiest Millionen ihr Vergnügen.

Moritz Rodach alias Helmut Markwort weiß als Insider freilich, dass Lebensfreude vor Nölerei geht. „Sehr diszipliniert und ehrgeizig“ hätten sich die Spieler auf das Spiel im Uefa-Cup vorbereitet, heißt es in einem Text. Der Aufsichtsrat war zufrieden mit der Mannschaft.

In einem anderen Fall klärte Markwort seine Leser über einen Interessenkonflikt auf – als im vergangenen Jahr die Steuerhinterziehung von Bayern München-Präsident Uli Hoeneß aufgedeckt wurde. Da hatte der Focus zuerst (wenn auch eher zurückhaltend) berichtet und Markwort dazu „in eigener Sache“ geschrieben. Alles andere – das Ignorieren des Scoops zugunsten des Freundes Hoeneß – hätte allerdings auch Markwort massiv geschadet.

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Alle Kommentare

  1. Was gabt Ihr nur alle — ist das wirklich was Neues? Nicht doch oder – in Bayern regierte schon immer das „wir sind wir Gefühl“, der Filz und die Spezlwirtschaft. Also, passt doch, wie gehabt halt!

  2. Markworts Pseudonym und die Tatsache, dass er über Sport schreibt, hat PAtricia Riekel in dem Einspieler im Rahmen des diesjährigen deutschen Radiopreises bereits in die Welt posaunt… da war nicht mehr viel investigative Arbeit notwendig 😉

  3. Ist doch völlig wurst – alles, was Markwort je geschrieben oder gesagt hat, war und ist absolut belanglos und unwichtig!

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