Dr. Kai Gniffke, die Ukraine und die Arroganz der “Tagesschau”

ARD-Aktuell Chefredakteur Dr. Kai Gniffke
ARD-Aktuell Chefredakteur Dr. Kai Gniffke

Fernsehen Er hat es wieder getan. Dr. Kai Gniffke, Chefredakteur der “Tagesschau” hat sich mal wieder zu Wort gemeldet. Diesmal zieht er eine Zwischenbilanz zur Ukraine-Berichterstattung der “Tagesschau” und es ist ein typischer Gniffke geworden. Voller Eigenlob, durchdrungen von einem Unfehlbarkeitshabitus und einer schwer erträglichen Arroganz. Selbst dann, wenn er vorgibt, Fehlerchen einzugestehen.

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Wie Dr. Kai Gniffke denkt, verrät er schon im ersten Absatz seines Blog-Beitrags: “Aber der Krieg in Syrien und Irak sowie die Bombardements gegen den “Islamischen Staat” haben dem osteuropäischen Konfliktherd in den Nachrichten wieder den Rang abgelaufen. Der Pulverdampf über der Ukraine hat sich erst einmal verzogen.”

Die “Tagesschau” (andere Medien von Rang existieren in Gniffkes Weltsicht offenbar nicht) berichtet nun also nicht mehr so dolle über den Ukraine-Konflikt. Weil sich “der Pulverdampf erst einmal verzogen” hat. Das schreibt Gniffke am 29. September spätabends. Am selben Tag, an dem etwa die FAZ von den blutigsten Gefechten bei Donezk seit der Waffenruhe berichtet. Mindestens 15 Tote. So schaut es aus, wenn sich in Gniffke-Sprech der “Pulverdampf” verzogen hat und Zeit ist, für eine wieder mal höchst selbstzufriedene Zwischenbilanz.

Noch so ein entlarvender Satz: “Die Kritik an unserer Ukraine-Berichterstattung hat ein Echo von bislang ungekanntem Ausmaß hervorgerufen.” Beachten Sie bitte das Wort “unserer”. Der ganze Sturm der Entrüstung der vergangenen Wochen über die Ukraine-Berichterstattung der Medien: Gniffke bezieht dies natürlich nur auf die Berichterstattung der “Tagesschau”. FAZ oder Spiegel kommen nicht vor.

Dr. Gniffke weiter: “Wir wollen es uns nicht zu einfach machen und alles als gesteuerte Kampagnen und Spielwiese für Verschwörungstheoretiker abtun (obwohl das zum Teil der Fall ist).” Eine typische Dr. Gniffke-Volte: Verständnis simulieren und im Nebensatz, Nachsatz (oder in Klammen) sich sofort wieder attestieren, doch selbst Recht zu haben. Dr. Gniffke behauptet, Kritik ernst zu nehmen, sieht aber keinen Grund, sich für Fehler zu entschuldigen. Ein Dr. Gniffke Satz für die Ewigkeit: “Es gibt keinen Grund, sich für Fehler zu entschuldigen oder in der Berichterstattung nun gar ‘gegenzusteuern’.” Einen solchen Grund kann es ja gar in seiner Weltsicht nicht geben, dann wäre ja die Unfehlbarkeit qua Institution der “Tagesschau” ja angekratzt.

Transparenz im “Tagesschau”-Stil geht so, dass kleine Versäumnisse zugegeben und mit einem flotten Sprüchlein weggewischt werden: “Mit dem Wissen von heute hätten wir manchen Akzent anders gesetzt und manche Formulierung anders gewählt (hinterher ist man halt schlauer).” Tja, hinterher ist man halt schlauer, nicht wahr? Und mit einem Federstrich ist die Welt wieder widde widde wie sie Dr. Gniffke gefällt.

Immerhin schreibt Dr. Gniffke: “Der falsche Hubschrauber war sehr ärgerlich, aber wir sind damit wenigstens richtig (weil transparent) umgegangen.” Für den ARD-Aktuell-Chef schon das Höchstmaß an Selbstreflexion. Doch wie immer gilt: Auch wenn die “Tagesschau” etwas falsch macht, macht sie es laut Dr. Gniffke im Prinzip doch irgendwie auch richtig. Mit dem lapidar eingeworfenen “falschen Hubschrauber” meint der “Tagesschau”-Chef vermutlich, diese dumme Sache, dass die “Tagesschau” gefälschtes Filmmaterial zeigte, um einen Hubschrauber-Abschuss zu illustrieren. Mit “transparent umgegangen” meint er vermutlich, dass Korrespondent Udo Lielischkies den Vorfall im “Tagesschau”-Blog nachvollziehbar aufklärte. Aber: Zuschauer der “Tagesschau” bekamen von der Korrektur nichts mit, nur Leser des “Tagesschau”-Blog. On air haben sie es nicht ganz so mit der Transparenz.

Ja, und “möglicherweise” sei man zu leicht dem Nachrichtenmainstream gefolgt, und “vielleicht” hätten recht Gruppen in der Ukraine früher thematisiert werden sollen und – ach Gottchen – man hätte vielleicht statt “OSZE-Beobachter” eine andere Formulierung wählen “können” und “vielleicht” hat man die russischen Interessen für die Zuschauer zu wenig “übersetzt” und ganz “evtl.” hätte man die “NATO-Position” kritischer hinterfragen können. Das ist aber eine ganz schön dicke Packung dafür, dass es angeblich keinen Grund geben soll, sich zu entschuldigen oder – Gott bewahre – gar “gegenzusteuern”. Hinterher ist man halt schlauer, nicht wahr?

Natürlich kann man der “Tagesschau” und anderen Medien nicht wie einige Wirrköpfe unterstellen, dass es eine gezielte Agenda gibt, West-Propaganda zu betreiben. Ganz normale Fehler, gepaart mit Ignoranz, Arroganz und eben doch fehlender Transparenz reichen schon völlig, um ein mieses öffentliches Bild abzugeben. Am Ende seiner aktuellen Einlassung schreibt Dr. Gniffke: “Wir werden auch künftig Kritik nicht einfach an uns abtropfen lassen, sondern uns immer wieder prüfen, ob wir richtig liegen.” Um sich am Ende selbst dafür zu gratulieren, mal wieder alles richtig gemacht zu haben und weiter zu verkünden wie bisher. Nur das hat er leider vergessen dazuzuschreiben.

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Alle Kommentare

  1. Einfach unglaublich, wie sich „Tschournalisten“ und deren „Überväter“ in den MSM für Halbgötter halten.
    Bleibt nur zu hoffen, dass der absehbare Absturz nicht gerade im Tod endet,
    aber ein bisschen schmerzvoll darf er dann ruhig sein.

    Bin mal gespannt, wie sich solche „Schmierfinken“ äussern werden, wenn unsere Demoraktie den Bach runter geht.

  2. Unfassbar! Und die Mainstreammedien schweigen es tot :-(Kein Wunder dass die Menschen immer dümmer werden!Sie werden immer dümmer gemacht!!!Deshalb ist es ja auch so wichtig sich dagegen zu wehren; es gibt Menschen die tun das: https://www.openpetition.de/petition/online/mehr-deutsche-musik-im-radio
    Zum Beispiel in dem sie für mehr Deutsche Musik im Radio kämpfen 🙂 was ich echt gut und vorbildlich finde.Man muss sich den Mainstreammedien und ihrem Medienkartell wiedersetzen, wo…

    1. Was soll man denn machen?
      Wie soll man an neutrale Berichte herankommen?
      Durch Vergleich!
      Durch Perspektivenwechsel.

      Aber auf unsere RUNDFUNKBEITRAGSBEZIEHER muss man STÄNDIG Druck ausüben, damit sie ihre per Gesetz definierten Pflichten auch mit dem nötigen Ernst ausüben!

      Das geht nur, wenn man sie ÖFFENTLICH blamiert!
      Zerrt sie ais ihrem Elfenbeinturm und zerfetzt ihre Selbstwahrnehmung inkleine Stücke, um sie dann korrekt wieder zusammen zu setzen!

      (Siehe: SteuerSÜNDERSteuerBETRÜGER) Irgendwann haben sie es begriffen.

      1. Wie willst du das bei diesen fäkalen Dreckschweinen die über Leichen gehen bitteschön machen?!

  3. „ach gottchen“, herr winterbauer scheint aber auch nicht mehr argumente zu haben, als mr. tagesschau gniffke. das was hier zu lesen ist, hat auch nicht mehr zu bieten als pure polemik. natürlich kommt bei gniffke nur die tagesschau vor, warum sollte er sich für ander medien rechtfertigen? und natürlich haben alle medien fehler gemacht, angesichts der unübersichtlichen faktenlage auch kein wunder. gut finde ich die stellungnahme von gniffke nicht, vor allem ist zu wenig von intensiver recherche und gesicherten informationen zu lesen… aber einfach mal drauf zu hauen, kann’s ja auch nicht sein. bei all der kritik an der berichterstattung fehlen mir die konstruktiven vorschläge wie es besser gehen kann. dazu äußert sich niemand. wahrscheinlich ist das auch nicht eure aufgabe, aber diese art der kritik an den erklärungsversuchen ist irgendwie genau so billig wie die erklärungsversuche selbst.

    1. kev sagt unteranderem
      …..bei all der Kritik an der Berichterstattung fehlen mir die konstruktiven vorschläge wie es besser gehen kann. dazu äussert sich niemand. wahrscheinlich ist das auch nicht eure aufgabe, aber…
      Doch kev
      Es ist unsere Aufgabe, etwas dagegen zu tun und wir können auch als gewöhnlicher Bürger etwas dagegen tun und vor allem konstruktive Vorschläge machen, indem wir all unsere „technischen“ Mittel einsetzen und alle Menschen in unserem unmittelbaren Umfeld dahingehen zu sensibilisieren.
      Ich zum Beispiel habe es getan und tu es noch weiterhin, vorerst, indem ich eben die in unserer Zeit (zum Glück) zur Verfügung stehenden Netzwerke (noch) dazu benütze. Es sind nicht idiotische und unnütze Selfies und andere bekloppte Mitteillungen auf Facebook, Twitter, Instagram und weisse der Teibel was noch alles, sondern einfach einen Appell an den gesunden Menschenverstand machen. Schau mal unter http://www.phantasieundwahrheit.ch/ Es gibt bereits schon viele, zum Glück sehr viele alternative Medien, die auf all die Missstände aufmerksam machen, und es scheint sich abzuzeichnen, dass diese „Gemeinde“ immer grösser wird, zumindest hoffe ich, dass dem so ist.
      Herzliche Grüsse
      Artus

    2. Vorschläge wie man es besser machen kann?
      Klar doch: Wie wärs einfach mal bei der Wahrheit bleiben und nicht unkommentiert die Sicht der NATO oder der UKRAINE zu übernehmen? Wie wär es mal Rücksicht zu nehmen auf russische Interessen, was die NATO/EU so gut wie gar nicht mehr tut?
      Wie wäre es zu recherchieren und zu verifizieren, was jeder gute Journalist auch tun sollte.
      Aber was auffällt: Bei Russland kommen auch in den ÖRR seit einiger Zeit nur die negativen Nachrichten vor.
      Kritik an USA/NATO zu IRAK, LIBYEN. AFGHANISTAN, SYRIEN, GEORGIEN, SERBIEN usw. so gut wie gar nicht und wenn dann Jahre später.
      Tolle Objektivität! Oder sind wir per se die Guten weil wir der Westen sind?

    3. 1) „unübersichtliche Faktenlage“, Herr/Frau kev? Das müssen Sie mir bitte einmal erklären. Ist es hoffentlich mehr als nur eine Metapher für die „beliebige Auswahl“ der „Fakten“ auf die ich mich einlasse möchte? Während ich dann aus „Unübersichtlichkeit“ meine Auswahl an Fakten treffe, aber wie treffe ich sie denn dann? Etwa beliebig? Nach Wahrheitsgehalt geht ja wohl nicht, Fakten sind ja alle gleichwertig, wahr, oder? Oder kommen auch gelegentlich weltanschauliche und/oder finanzielle Aspekte bei der Faktenauswahl ins Kalkül? Wenn nicht, müsste ich da jetzt aber an ganz erstaunlich Zufälle glauben, ob der einhelligen Tendenz dieser Fanktenauswahlen bei den Berichterstattungen der Mainstremmedien. Mein Gott, ich verstehe es nicht mehr, da bringen mich doch so zwei nebenher ausgehauchten Wörter richtig ins Grübeln…. Am Ende meint man gar noch, die machen was sie wollen und Wahrheit ist eher Glückssache oder etwas Finanzielles.

      2) „bei all der Kritik an der Berichterstattung fehlen mir die konstruktiven vorschläge wie es besser gehen kann“.
      Hier ein kleiner Vorschlag zur Güte: Bei der Wahrheit („Faktenlage“) bleiben und Vermutungen als solche klar hervorheben. Und leider auch manchmal weniger verdienen aber dafür besser schlafen……wenn die richtigen falschen Fakten vorrang vor den falschen richtigen Fakten bekommen….. Na klappt doch, jetzt kann ich‘ s mir wieder aussuchen, welche die richtigen und welche die falschen sind….

  4. Artus: diese Schmierfinken sind Wendhälse die sich jedem System anpassen

  5. In Zeiten PR-geteuerten „Journalismus“ findet man derart kritische Beiträge leider nur noch sehr selten. Heute ist ein guter Tag.

    Danke, Herr Winterbauer!

  6. Und nicht zu vergessen jenes Interview mit der früheren ARD Korrespondentin
    in Russland, Krone Schmalz, die vor etlichen Monaten die Berichterstattung
    kritisierte und davon sprach, dass es die Ukraine zerreissen wird. Man hätte
    die Bürger über die militärische Komponente des EU Abkommens informieren
    müssen. Aber nicht getan. Und mittlerweile hat es die Ukraine tatsächlich
    zerrissen. Falls unbekannt, das Interview ist ein Klassiker.
    https://www.youtube.com/watch?v=22VfEe1RkH8

  7. Ok, aber haben wir etwas anderes erwartet? Früher war die Tagesschau der Gradmesser für alles an tagesaktueller Berichterstattung, die News-Elite, der Pol, nach der sich alles ausrichtete. Was in der Tagesschau gesagt wurde, wurde für wahr gehalten.

    Heute riechen wir den Verwesungsgeruch des Mediums und eben auch den der Tagesschau. Die Öffentlich-Rechtlichen müssten kämpfen, um Steuer- und Gebührenzahler zu erklären, warum wir dieses Milliardensystem brauchen. Aber es fehlt an Mechanismen, mit (eventuell berechtigter) Kritik angemessen umzugehen und Änderungen anzustoßen.

    Der Rechtfertigungsversuch des Chefredakteurs ist wohl ein gescheitert. Die sollten sich hinsetzen und ihre Berichterstattung angesichts der Kritik komplett neu analysieren und mit Fakten kommen statt mit Beschwichtigungen.

    1. ARD/ZDF weigern sich hartnäckig dem Zwangsgebührenzahler irgendetwas zu erklären, geschweige denn Mitsprache einzuräumen.
      Sie denken immer noch sie wären in einem ewig währenden Elfenbeinturm.
      Und die Politiker sind sich nicht zu blöde dies auch zu garantieren, nach dem Motto „Eine ´Hand wäscht die andere“.
      Und das wird uns dann als Demokratie verkauft.
      Sorry, ich bin nicht für die Privaten, aber das System der ÖRR hat sich überlebt.
      Ich bin gern bereit für eine „GRUNDVERSORGUNG“, die diesen Namen auch verdient einen gewissen Obulus zu entrichten, aber was haben in der heutigen Zeit 25 TV-Sender und mehr als 60 Rundfunksender mit Grundversorgung zu tun?
      Zurück zur Ukraine: Diese einseitige Berichterstattung zieht sich zumindest seit dem 1. Golfkrieg auch durch ARD/ZDF.
      Und das heisst, so gut wie keine Kritik an den USA und deren kriegerischen Verhalten und die anderen (die wegsollen) sind wahlweise „Desposten“, „Schlächter“ oder „Diktatoren“.
      Wie wäre es in dem Zusammenhang mal die Politik der USA zu hinterleuchten, die von geostrategischen und wirtschaftlichen Interesse getrieben sind und eben nicht von Menschenrechten (sonst wäre das diktatorische Regime von Saudi Arabien schon längst gestürzt).

  8. Wirft Stefan Winterbauer ihm tatsächlich vor, dass Gniffke nur zu der von ihm verantworteten öffentlich-rechtlichen Sendung Stellung bezieht und nicht zu Winterbauers willkürlicher Auswahl („FAZ oder Spiegel…“) weiterer, nicht vergleichbarer privater Medien? Was bitte sollte er dazu sagen?

    Oder dass die kurze Tagesschau-Zeit nicht dafür genutzt wird, falsche Bilder in irgendeiner MAZ von vorgestern zu korrigieren? Sachliche Kritik kommt leider nicht durch.

    (Disclaimer: Natürlich bin ich ein vom CIA bezahlter Chemtrail-Sprüher, der im Auftrag der NATO die zu sendenden Nachrichten vorformuliert. In der Freizeit treibe ich Rundfunkgebühren ein)

    1. „Wirft Stefan Winterbauer ihm tatsächlich vor, (…) dass die kurze Tagesschau-Zeit nicht dafür genutzt wird, falsche Bilder in irgendeiner MAZ von vorgestern zu korrigieren?“

      Ja natürlich! Das ist eine elementare Aufgabe von echten Qualitätsmedien, relevante Fehler in der Berichterstattung zu korrigieren. Das erhöht auch ungemein die eigene Glaubwürdigkeit, wenn man sagt: „Es hat sich herausgestellt, dass die Bilder, die wir Ihnen vor einigen Tagen gezeigt hatten, falsch waren. Tut uns Leid“. Dann kann sich der Zuschauer auch darauf verlassen, dass alles, was in der Tagesschau zu sehen ist, mit bestem Wissen und Gewissen geprüft wurde und notfalls nachträglich korrigiert wird. So aber wird die Korrektur versteckt und viele kriegen das gar nicht mit. Wer das für eine Petitesse hält, hat kein Interesse an echtem Journalismus – oder formuliert tatsächlich im Inreresse der Nato Nachrichten.

    1. Wie soll den irgendwer für den Weltfrieden aufstehen ?
      Bist Du auf deinem Gehirn eingeschlafen Matthias?
      Was soll die blöde Good Will aktion bringen, wem helfen und….
      Mann kann nicht für den Weltfrieden aufstehen sondern nur dafür kämpfen.. richtig kämpfen, weil reden hält niemanden auf dauer auf.

      Ohne Macht kein Frieden, da hilft es nicht sich eine Kerze im Arsch in der Gemeinde Neuhaus in Westfalen anzuzünden..

    1. Na ,einmal dürfen Sie raten .
      Die Tagesschau wird dieses Thema gar nicht erwähnen.

  9. Irgendwo habe ich kürzlich gelesen, dass Journalisten eine ähnliche Rolle hätten wie LehrerInnen und Lehrer. Sie seien, so hieß es da, genau so wichtig wie diese und hätten leider in vielen Teilen sogar mehr Macht als diese.

    Von der Arroganz her gesehen, mit der Journalistinnen und Journalisten auf Kritik reagieren, kann dieser Vegleich sogar stimmen. Nur – Lehrerinnen und Lehrer haben in der Neuzeit gelernt, dass auch sie irren können. Dazu gab es genug Untersuchungen und Reflektionen innerhalb der Lehrerschaft.

    Ein solcher Selbst“reinigungs“prozess, in Form von Hinterfragung der eigenen Positionen in Redaktionen gab es bisher nicht. Nach wie vor, auch nach dieser Einlassung von Gniffke, scheinen Journalistinnen und Journalsiten zu einer Klasse der „Unverwundbaren“ zu gehören. Dies jedoch nur dann, wenn sie – wie derzeit gefordert – im Sinne der Regierung schreiben. Schon 2 mal hat Merkel Chefredakteure ins Kanzleramt gerufen und um eine regierungsnahe Berichterstattung gebeten.

    Was hat es für einen Aufruhr gegeben, als der ehemalige BP Wulff Kai Diekmann von Bild bat, mit der Veröffentlichung gegen seine Frau zu warten, bis er wieder in Deutschland ist. Warum kommt kein Aufschrei, wenn Merkel regierungsnahes Schreiben fordert ?

    Das kann genau daher kommen, dass diese Journalistinnen und Journalisten zwar äußerlich autonom und taff wirken, sie haben ja die Macht, zu schreiben wie sie wollen (ähnlich bei den Lehrerinnen und Lehrern, die die Macht der Zensur haben), sind sie innerlich jedoch obrigkeitshörig und autoritätsgläubig. Sie sind die braven Kinder eines autoritären Systems, wo der best angepasste die besten Chancen hat, auf der Karriereleiter nach oben zu kommen.

    Seit Jahren – erst recht mit der Merkel-Ära und dem Konkurrenzdenken – sind Konformisten gefragt, die in die marktkonforme Demokratie passen. Konformisten aber, das sollte jetzt jedenfalls deutlich werden, im Journalismus, das ist der Tod des Journalismus schlechtin. Übrig bleiben wird eine Schreiberei, die marktkonform und glatt schreibt, wie es in Diktaturen üblich ist.

    Von daher kann der Protest nur aus der Leserschaft, der Bevölkerung selbst kommen, was der ARD-Chef Gniffke noch nicht begriffen hat. Die ARD jedenfalls dient nicht dem Volk, sondern der Regierung.

    1. ARD/ZDF haben heute aber das „Pech“, dass es nicht nur die Privaten gibt (die in vielen Dingen noch schlechter sind), sondern dass es eine Unmenge von Informationen im Internet gibt, die man zwar filtern sollte und auch viel Zeit kostet, aber das Infomonopol haben die ÖRR definitiv verloren.
      Und diese goldenen Zeiten kommen nicht wieder, aber die ÖRR verhalten sich noch so als wären sie noch im goldenen Zeitalter.
      Auch deswegen fällt diese Diskrepanz zum Bsp. in der Ukraine-Berichterstattung so auf.
      Beispiel Odessa: In ÖRR sinngemäss „46 Menschen sind aus ungeklärten Umständen umgekommen“.
      Keinerlei Bedauern oder Forderungen nach Aufklärung.
      Ich frage mich was passiert wäre, wenn in Deutschland ein faschistischer Mob 46 Juden umgebracht hätte.
      Aber so waren es ja „nur“ prorussiche Anhänger.
      Diese Berichterstattung stinkt eben zu Himmel und fordert Widerstand heraus.

  10. Wenn die Tagesschau Fehler zugibt, dann nur gegenüber einem verschwindend kleinem Kreis von Personen, die gerade mal zufällig auf fb-Foren und sonstigen Blogs unterwegs sind; das sind dann vielleicht einige Hundert. Dann gibt es noch einige Alternativmedien – im eigenen Fall waren das die Nachdenkseiten, die sich an manchen Stellen gegenseitig verlinken; so können das auch mal ein paar Tausend sein. Und nun vergleiche man diese Zahlen mit den Millionen von Tagesschau-Zuschauern, die zwar chronisch verdummt werden (sollen?), von derlei „Richtigstellungen“ jedoch nie etwas erfahren. Da kann sich auch der Herr Gniffke eine kleine Beichte, die sein Gewissen erleichtern mag, leisten – um im nächsten Moment zur gewohnten Tagesordnung über zu gehen.

  11. Seit 9/11 ist die westliche Welt, unsere Regierungen, Medien und Justiz von einer bösartigen Militärdiktatur gekapert,
    die die Wahrheit unterdrückt, die Lüge verbreitet, Leid und Hass sät, plündert, mordet und die Welt in Flammen setzt.
    Bevor dieses Biest nicht abgeschüttelt wird, wird sich nichts zum besseren wenden.

    1. Herr Winterbauer, Sie haben da was nicht verstanden. Die ARD wurde vom Programmbeirat mit großer Eindeutigkeit und mit Seltenheitswert gerügt, deshalb hat Gniffke auch „Kritik an UNSERER Berichterstattung“ gesagt.

      „Natürlich kann man der “Tagesschau” und anderen Medien nicht wie einige Wirrköpfe unterstellen, dass es eine gezielte Agenda gibt, West-Propaganda zu betreiben. Ganz normale Fehler, gepaart mit Ignoranz, Arroganz und eben doch fehlender Transparenz reichen schon völlig, um ein mieses öffentliches Bild abzugeben. “

      Ich bin einer dieser Wirrköpfe, schon gut. Ich weiß ja, daß Sie als linker Ideologe andersdenkende beschimpfen müssen, damit jeder sieht: „aha, wenn du diese Meinung hast, bist du vogelfrei.“ Volkserziehung eben, genau das, was ARDZDF und die Massenmedien auch tun, aber nicht wegen einer Agenda, sondern der linksextremen, demokratie- und menschenfeindlichen 68er-Ideologie, die ihren „Marsch durch die Institutionen“ schon vor Jahren beendet haben und deren Inhalte, eben der Linksextremismus nun auch Ihren Kopf verdreht.
      Nur bitte lassen Sie uns in Ruhe.

      1. @mark100:
        Der Programmbeirat hat diese deutliche Kritik angebracht WEIL die Menschen sich in Massen beschwert haben und eben NICHT weil ARD/ZDF einsichtig wären.
        Schauen Sie sich Tageschauen in YouTube zu Serbien/Afghanistan/Libyen/Irak/Syrien/ an.
        Immer das gleiche Muster: Erst wird der Krieg medial vorbereitet, dann wird gegen den Diktator/Schlächter gehetzt und danach zugeschlagen.
        Und da waren AD/ZDF leider immer mit an vorderster Stelle.
        Jetzt zur Ukrainekrise haben sie den Bogen aber eindeutig überspannt.
        Kleinlaut kommt jetzt das Eingeständnis „Wir hätten die rechten Gruppen vielleicht mehr thematisieren sollen.
        Jetzt ist es aber zu spät?
        Denen von Swoboda/Rechtem Sektor wurden von unseren Politikern doch die Hände geschüttelt.
        Und die USA haben Jazenjuk zum Ministerpräsidenten bestimmt.
        Was für ein Schmierentheater, wenn es nicht um Menschen gehen würde.
        Und dass ARD/ZDF nicht aus der Ostukraine berichten durften ist völlig falsch. Dies war erst später, als sie wochenlang vorbehaltlos das rechte Putschisten Regime unterstützt hatten.
        Gute journalistische Arbeit sieht anders aus.

      2. << Mark100 sagt: 01.10.2014 um 01:33
        Ich bin einer dieser Wirrköpfe, schon gut. Ich weiß ja, daß Sie als linker Ideologe andersdenkende beschimpfen müssen, damit jeder sieht: “aha, wenn du diese Meinung hast, bist du vogelfrei.” Volkserziehung eben, genau das, was ARDZDF und die Massenmedien auch tun, aber nicht wegen einer Agenda, sondern der linksextremen, demokratie- und menschenfeindlichen 68er-Ideologie, die ihren “Marsch durch die Institutionen” schon vor Jahren beendet haben und deren Inhalte, eben der Linksextremismus nun auch Ihren Kopf verdreht. <<

        Ja, Wirrkopf als Eigenbeschreibung trifft es hervorragend, wenn man Gniffke oder andere, führende Medienschaffende Linksextremismus unterstellt.
        Es sind solche rechten Wutbürger, die mit ihren paranoiden Wahnvorstellungen einer links-grünen-Ökofaschistendiktatur, ihrem Geplärre von der angeblichen Homosexualisierung oder Islamisierung des Volkes und anderer Schwachsinnigkeiten, die Kritik an der tendenziösen Berichterstattung der Mainstreammedien konterkarrieren.

  12. Konstruktiver Verbesserungsvorschlag für alle Medien:

    Am einfachsten wäre es, wenn man sich in den Redaktionen nicht solche leute zusammenzeiht, die alle dieselbe Meinung habe. Ganz im Gegenteil sollte man sich explizit solche Leute zusammensuchen, die sich aufgrund ihrer Meinungsverschiedenheiten grundsätzlich nicht ausstehen können.
    Im optimalen Fall kennt man auch deren politische Haltung. Links/Mitte/Rechts

    Wenn man nur vermeintlich „mittige“ nimmt, die unterm Strich wohl alle neoliberal sozialisiert sind, kommt am Ende des Tages eben nur eine mittelmässige, neoliberale Berichterstattung raus.

    Insofern mein konstruktiver Vorschlag:
    Ohne das Köpfe rollen und ausgetauscht werden, wird sich nichts grundlegend ändern!

  13. Ich finde den polemischen Ton dieses Artikels und einiger Kommentare unnötig und unheimlich. Klar, „Kartell der Mainstream-Medien“. Wer diese Verschwörungstheorie zuende denkt, wird es brechen wollen, das Kartell.

    Und dann?

    Dann endlich kommt der Mob der Immerrechthaber an die Macht.

    „Köpfe rollen.“ Bitte was?

    Da ist mir ein Gniffke lieber, der zwar doof, aber zivilisiert einräumt, Fehler zu machen. Die Aggression, mit der in letzter Zeit über Medieninhalte debattiert wird, hat mit Zivilisation nur noch wenig zu tun.

    1. @Journalistenlehrer: Was ist denn bitte daran so falsch eine nicht so einseitige Berichterstattung einzufordern?
      Und wenn jede Zeitung mit Massenauflage das Gleiche schreibt und die gleichen Lügen verbreitet, dann hat das schon etwas mit Gleichschaltung zu tun.
      Schauen Sie sich die Satiresendung „Die Anstalt“ an.
      Leider muss ich sagen Satiresendung, da die „normalen“ Informationssendungen wie die Tagesschau im Ukraine-Konflikt zum großen Teil nicht brauchbar waren.
      In einer Sendung von „Die Anstalt“ wurde das Beziehungsgeflecht einiger etablierter Jounalisten aufgezeigt. Wo und in welcher Weise sie wo mitmischen, Mitglied sind usw.
      Deswegen gab es ja eine Unterlassungserklärung gegen das ZDF, von einem Herrn Joffe + Bittner (Die Zeit) angestrengt.

      Tut mir leid, aber wenn Sie Journalist sind oder Lehrer oder beides: Die Sorgfaltspflicht (Meldungen zu verifizieren) , investigativer Journalismus (dagegen wurde von der Propagandaabteilung in Kiews alles ungeprüft übernommen), dann haben Sie Ihren Beruf verfehlt.
      Es bringt Ihnen vielleicht viel Geld ein, damit kann man aber sein Gewissen beruhigen, vorausgesetzt man hat eins….

      Bei dieser ganzen Berichterstattung zum Ukrainekonflikt (und nicht nur da) drängte sich mir das Gefühl auf Russland solle schlecht dargestellt werden (in Putin als Inkarnation des Bösen schlechthin) und an der anderen Seite wurde so gut wie keine Kritik geübt.
      Am „Westen“ und deren Interessen, vor allem der USA, schon gar nicht.

      Ich kann mich noch an die Abspaltung des Kosovo erinnern und die Lügen die der Bombardierung Serbiens vorausgingen.
      Auch beim Georgienkonflikt wurde ohne Beweise sofort Russland als Schuldiger ausgemacht, auch von ARD+ZDF.
      Hinterher stellte sich alles als Lüge dar.

      Zuletzt dann ncoh die Olympiade in Sotchi: es wurde mit Genuss über defekte Klodeckel berichtet, und noch versucht überall ein Haar in der Suppe zu finden.
      Als Krönung war weder Merkel noch Gauck zu Besuch in Sotchi.
      Aber der Scheich von Katar wurde in Berlin von Merkel + Gauck herzlich begrüsst.

      Zurück zur einseitigen Berichterstattung: Es handelt sich bei alldem um keine Fehlleistung einzelner, sondern es steckt System dahinter.

      Sorry, aber zu diesen Medien, die gewollt oder nicht gewollt, fremdgesteuert oder nicht, bzw. die wider besserem Wissen Halb- und Unwahrheiten verbreiten, kann man kein Vetrauen mehr haben.

      Damit ist noch lange nicht gesagt, dass in Russland bessere Verhältnisse herrschen.
      Und es geht auch nicht um Russland, sondern um uns. Unsere „Werte“ die hart erstritten wurden.
      Unsere Werte die anderen als leuchtendes Beispiel dienen sollen, aber immer mehr an Glanz verlieren.
      Auch Dank der ARD und des ZDF.

  14. Ich finde Kritik an Medien immer gut, denn niemand ist unfehlbar. Wenn ich aber sehe, welchen Quellen viele Kommentatoren blind vertrauen, obwohl sie sehr viel unseriöser (und oft polemisch) berichten, muss ich sagen: Dummheit paart sich gern.
    Wieso schicken diese „Investigativmeister“ nicht einfach ihre gut belegten Recherchen an die Medien, die sie kritisieren? Die freuen sich nämlich über qualifizierte Kritik und interessante Hinweise. Die halten Kritik auch aus, wenn sie gut begründet ist. Es ist sehr einfach, eindimensional und schwarz-weiß zu denken und berichten. Die Wahrheit ist meistens ziemlich komplex und vielleicht nicht für jedes Gehirn zu erfassen.

    1. @Heike Janssen: Seit wann sind Quellen (wenn sie denn objektiv berichten) unseriös?
      Und ich denke Sie kennen das Meinungskartell in Deutschland nicht.
      Glauben Sie wirklich, das es z. Bsp. zu den Morden im Gewerkschaftshaus in Odessa keine anderen Informationen verfügbar waren als sie in der Tagesschau ausgebreitet wurden? „….es sind 46 Menschen umgekommen..“
      Da sind nicht einfach Leute umgekommen, wie bei einem Unglück, sondern sie wurden kaltblütig ermordet, teilweise vorher vergewaltigt.
      Nur: In der ARD/ZDF war an diesen Tagen kein Wort davon zu hören. Es war eben ein Unglück.
      Keine Recherche, keine Forderungen dies aufzuklären. Einfach nichts.
      Und das ist für mich einfach beschämend.
      Zum Putsch in der Ukraine:
      Als Janukowitsch noch Präsident war wurde er aufgefordert, nur keine Schusswaffen gegen die „Demonstranten “ einzusetzen. Denn damit wäre eine rote Linie überschritten.
      Aber die Putschregierung in Kiews darf sogar mit Mörsern gegen die eigene Bevölkerung schiessen? Da gibt es keine Proteste?
      Noch zum Maidan: Wo bleibt die Aufklärung über die Sniper die ca. 100 Menschen beider Lager umgebracht haben?
      Sonst werden ja gerne an Russland ständig irgendwelchen Forderungen gestellt.
      Wo sind die Forderungen an Kiew bzw. Androhungen von Sanktionen?
      Allein wegen der Legalisierung der faschistischen Battailone hätten die das mehr als verdient.
      Meinen Sie wirklich ARD/ZDF würden wirklich auf fundierte Kritik eingehen? Sehr naiv.
      Nein, man muss sie leider dazu zwingen und das ist schon schwer genug.
      Dafür kassieren sie aber Gebühren von jedem Haushalt. Korrupter und unsinniger geht es nicht mehr.

  15. Die Tagesschau ist die schlechtes Nachrichtensendung im ÖR Fernsehen. Warum das so ist, sagt der Artikel: unmäßige Arroganz, Überheblichkeit und die Unfähigkeit sich mit Kritik an der eigenen Sendung auseinander zu setzen. Sonst hätte man gemerkt, dass man mit dieser steifen, völlig überholten und sprachlich geradezu schmerzhaften Sendung einfach 10 Jahre hinter der Zeit ist. Da hilft auch kein Studio, was 30 Jahre hinterher ist.

  16. Natürlich kann man der “Tagesschau” und anderen Medien nicht wie einige Wirrköpfe unterstellen, dass es eine gezielte Agenda gibt …

    Genau das werfe ich aber der Tagesschau vor. Auch wenn die Tagesschau nicht ganz so dümmlich berichtet hat wie die Springerpresse, ist es doch wohl so, dass grundsätzlich die Ukraine bzw. die NATO gut und der Russe böse ist. Dafür muss ich auch nicht meinen Aluhut bügeln, um dieses Denkmuster zu erkennen.

    So lange nicht nur einseitig, sondern auch noch falsch einseitig berichtet wird, kann man sehr wohl von einer „Agenda“ sprechen. Und die unlängst aufgedeckten Verbindungen von Journalisten zu NATO Institutionen schaffen diesen Eindruck auch nicht aus der Welt.

  17. @diego: Woher haben Sie bloß Ihre sicheren Erkenntnisse darüber, dass alle Medien Lügen verbreiten, und nur Sie die Wahrheit kennen? Möglicherweise sind die Berichte einander ähnlich, weil alle recherchiert haben und zu ähnlichen Erkenntnissen gekommen sind.

    Vielleicht sind Sie der Geisterfahrer, nicht die vielen anderen, die Ihnen auf Ihrer Spur entgegenkommen.

    Natürlich können Fehler geschehen. Überall, wo Menschen arbeiten, geschehen Fehler, auch Journalisten. Professionell ist, sie aufzuklären: Wir reden schließlich hier nicht über irgendeine Polizeimeldung, sondern über Recherchen in einem Krisengebiet unter massiver Propaganda beider Seiten.

    Die Behauptung vom „Meinungskartell“ ist ebensolche Propaganda. Sie hat das Ziel, die Medien pauschal zu diffamieren und das Gift grundsätzlichen Misstrauens in die Gesellschaft zu streuen. Die darin liegende Unterstellung, dass die meisten Journalisten korrupt sind, ist ungeheuerlich.

    Vom Publikum erwarte ich allerdings keine reflektierte Haltung. Als Medienblog allerdings sollte Meedia wissen, dass „Wahrheit“ im Journalismus gerade bei Breaking News meist temporär ist, allenfalls nach bestem Wissen und Gewissen nach der Recherche der aktuellen Fakten an einem Punkt in der Zeit so „wahr“ wie eben möglich, nie vollständig und nie zuverlässiger als die zuverlässigste Quelle.

    Man sollte immer nur das berichten, was man genau weiß – aber was man weiß, ist immer verzerrt durch die eigene Perspektive. Und damit meine ich nicht Ideologie – es ist zunächst wirklich physisch zu verstehen: Während sich die Dinge immer weiter entwickeln, ist jede Recherche schon räumlich und zeitlich begrenzt. Da kann man allenfalls neutral berichten und Transparenz über die ausgewerteten Quellen herstellen.

    Echte „Objektivität“ ist unerreichbar, selbst für Augenzeugen: Die Information, die den Bericht zur „Wahrheit“ abrundet, kann hinter dem nächsten Baum unsichtbar bleiben. Oder hinter dem Baum hinter dem nächsten. Ob es gerade im Moment so ist oder nicht, kann niemand wissen, selbst der Beste nicht – aber der gibt das zu.

    Alles andere als komplette Fehlerfreiheit als Lügenhaftigkeit zu bezeichnen, ist daher überzogen und nach allen Regeln der Erkenntnistheorie und auch journalistisch unsinnig.

    Nur Paranoiker, Extremisten und Diktatoren glauben daran, immer sicher die Wahrheit zu wissen: Es ist ihre eigene.

    1. @Journalistenlehrer:
      Lesen Sie einfach das Buch „Gekaufte Journalisten“ vom Udo Ulfkotte.
      Er war selbst Journalist und weiß wovon er spricht.
      Danach können wir gern über das „Meinungskartell“ weiterreden.

      Und nein, ich behaupte nicht immer recht zu haben, wäre ja auch schrecklich.
      Und ja, es gab und gibt zu vielen Dingen eine einseitige Berichterstattung.
      Dies nur als Fehler einzelner darszustellen und so einfach wie falsch.
      Zum Ukrainekonflikt wurde wochenlang nur Russland als Schuldiger angeprangert.
      Wo war da die journalistische Aufklärungspflicht, als nur das nachzuplappern was NATO/EU und die Putschistenregierung in Kiew für richtig hielten?
      Rasmussen, der Kriegstreiber der NATO (man muss es leider so deutlich sagen), durfte sein Gift unwidersprochen verspritzen.
      Machte Russland Vorschläge zur Deeskalation wurde dies abgeschmettert und eher noch die Sanktionen verschärft.
      Sind das wirklich die Interessen Europas?
      Warum machen sich Journalisten zur Hure fremder Interessen?
      Warum durfte Kiew ständig seine (teils absurden) Ansichten verbreiten (Invasion Russlands, Abschuss der MH17 durch Separatisten usw.),
      während im Westen keinerlei Kritik an der Bombardierung der eigenen Bevölkerung in der Ostukraine geübt wurde?
      Das nur als Fehler, die vorkommen können, zu bezeichnen, ist mehr als naiv.

      Aber, lesen Sie das Búch von Ulfkotte. Er nennt alle und alles beim Namen.

  18. nicht wie einige Wirrköpfe unterstellen, dass es eine gezielte Agenda gibt, West-Propaganda zu betreiben.

    Es gibt keine gezielte Agenda oder Verschwörung oder ähnliches. Aber das Ergebnis, Westpropaganda, gibt es trotzdem. Einfach mal Chomskys Propagandamodell recherchieren:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Propagandamodell

  19. Man kann jedem sich vernünftig informierenden Bürger nur raten, sich aus dem Einheitsbrei der Propagandalügen der deutschen „Qualitätsmedien“ zu befreien und sich selbst ein Bild zu machen, also entweder KenFM, oder N23 oder das neu gestartete Projekt RTdeutsch.com zu gucken…

  20. Man kann jedem sich vernünftig informierenden Bürger nur raten, sich vom Einheitsbrei der NATO und US Atlantiker propaganda zu befreien und sich selbst ein Bild zu machen, indem er entweder KenFM, oder N23 oder das neu gestartete Projekt RTdeutsch.com guckt…

  21. Sehr geehrter Herr Dr. Gniffke, Damen und Herren Journalistinnen und Journalisten und Mitarbeiter von ARD und ZDF,

    mit 67 Jahren blicke ich auf ein politisch engagiertes und interessiertes Leben zurück. Jahrzente erlebte ich den kalten Krieg gegen die Sowjetunion, gesteuert durch die Interessen des US-Finanz-und Rüstungskapitals, denen es niemals um Wahrheit, sondern um Interessen ging und geht.
    Ich muss gestehen, dass mir mit zunehmendem politischen Interesse, das Vertrauen in die Wahrheit der Nachrichten und Sendungen der Öffentlich Rechtlichen Sender völlig abhanden gekommen ist.
    Ich empfand Sie auch zumeist nicht staatsfern oder gar unabhängig.
    Ich habe mir die Mühe gemacht, mir den „Presse-Codex“ durchzulesen und stellte dabei fest, dass es nicht einen einzigen Grundsatz dort gibt, gegen den Sie, insbesondere in der Berichterstattung über den Krieg in der Ukraine, nicht verstossen.
    Es ist ganz besonders verwerflich, wenn man sich klar macht, dass dieser erneute kalte Krieg gegen Russland (unter der Regie Washingtons) geschieht,) von einem Deutschland, das fast 30 000 000 russische Menschen im 2. Weltkrieg ermordete und 80 % des Landes zerstörte.
    Besonders widerlich finde ich Ihren kritiklosen Umgang was die Zusammenarbeit mit ukrainischen Faschisten betrifft und Ihr Vorstellungsvermögen scheint auch sehr begrenzt, was es für Ost-Ukrainer bedeutet, nun schon wieder von Faschisten und von dem vom Westen unterstützten Putschregime in Kiev, getötet, gefoltert und verfolgt werden.
    Es ist ganz besonders Ihr jämmerliches Versagen, dass Sie diesen Krieg mit vorbereitet hat und Sie nehmen eine entsetzlich schwere Schuld auf sich, Schuld durch eine erbärmliche Untertänigkeit gegenüber des größten Schurkenstaates der Welt, den USA, die unter Freiheit immer nur die Freiheit des Kapitals verstehen, Mensch und Umwelt zu zerstören, zu unterdrücken und auszubeuten.
    Mit der totalen Hörigkeit gegenüber Washington nehmen sie sich von Ihrem Auftrag her, im Grunde genommen ihre Existenzberechtigung, gefährden insbesondere die Demokratie und geben den kümmerlichen Rest an Eigenständigkeit preis.
    Ich frage mich manchmal, ob Sie wirklich noch nie darüber nachgedacht haben, wie Medien sich im Deutschen Faschismus verhalten haben, dann wären sie vielleicht den jetzigen verhängnisvollen Weg so nicht gegangen.
    Viel gäbe es noch zu sagen und kritisch zu hinterfragen, aber auch die Art, wie Sie mit berechtigter Kritik umgehen, zeigt nur auf, wie weit Sie sich schon von den Menschen und ihrem Recht auf einen unabhängigen Journalismus entfernt haben und wie wenig Respekt Sie diesen Menschen entgegen bringen.
    Ich glaube nicht daran, selbst wenn alle Menschen, die noch des eigenständigen Denkens fähig sind, Ihnen auf die Füße treten, dass Sie aus Ihrer Lügenhaftigkeit heraus kommen werden.
    Ich bin vor vielen Jahren dem Geschäftsführer des Rowohlt Verlags begegnet. Er sagte in einem Gespräch zu mir einen Satz, der sich tief in mir eingegraben hat, er sagte auf seine Arbeit bezogen: „Man muss sich zwar verkaufen, aber man darf seine Seele nicht verkaufen.“ Und genau das ist es, was Sie und die Überwiegende Mehrheit der Journalisten in diesem Land getan haben: Sie haben Ihre Seele verkauft, Sie wollen es sich nur nicht eingestehen, denn mit dem Gedanken lebt es sich nicht wirklich komfortabel und Ihr Gesichtsverlust wäre total und das sagt Ihnen ein ehemaliger Therapeut im UKE mit 27 Jahren Berufserfahrung und nicht gar allzuwenig Menschenkenntnis.

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