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Bendgate und kein Ende: Apple von britischen Teenagern düpiert

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40 Millionen Abrufe für das Viral-Video vom verbogenen iPhone 6 Plus zeigen ihre Wirkung für Nachahmer: Zwei britische Teenager machten in einem Apple Store nun vor, dass sich das iPhone-Phablet doch verbiegen lässt.

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Knickt es oder knickt es nicht: Das ist die Frage, die Apple-Fans und damit potenzielle Käufer seit Tagen in Atem hält. Dabei sah es eigentlich so aus, als hätte Apple das sogenannte Bendgate souverän gemeistert: Nach einer zackigen Dementierung und ganzen neun Beschwerden in den ersten sechs Tagen schien es, als wäre ein verbogenes iPhone 6 Plus nicht mehr als eine Erfindung des Gadgetbloggers Lewis Hilsenteger.

Doch die Neugier schien geweckt. Warum nicht einmal selbst ausprobieren, worüber alle reden? Das dachte sich der renommierte Apple-Analyst Walter Piecyk, der sich die Probe aufs Exempel wohl leisten konnte – und stattete Ende vergangener Woche einem AT&T Store einen Besuch ab. Sein Härtetest ergab: Das iPhone 6 Plus hält, der Wirbel um einen gekrümmten Rücken schien Piecyk an den Haaren  herbeigezogen.

Das Bendgate geht in die zweite Woche: Britische Teenager fordern Apple heraus

Kann der Mythos „Bendgate“ damit zu den Akten gelegt werden? Nicht so schnell, dachten sich zwei britische Teenager, die sich Danny und Kylie nennen, und am Wochenende selbst einmal herzhaft zudrückten – und das Ergebnis natürlich in einem Video festhielten.

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Der Stunt im gut besuchten Apple Store war kurzerhand auf YouTube zu begutachten: Die beiden Teenager drückten hinter vorgehaltener Hand – und Kamera – so gut zu, wie sie konnten. Das Ergebnis: Eine erkennbare Beule, die jedoch weniger ausgeprägt ist als im inzwischen legendären Unbox Therapy-Video und ein leicht herausgedrücktes Glas-Display sind zu beklagen.

Großspurige Teenager: „Das ist verdammt lächerlich“

Dass die beiden Möchtegern-iPhone-Tester nicht von Mitarbeitern des Apple Stores auf frischer Tat ertappt wurden, ist der eigentliche Cliffhanger des fünfminütigen Wackelviralvideos: Angesprochen werden die beiden Teenager von einem Apple-Mirarbeiter – doch einer der beiden Teenager versucht geschickt von der krummen Nummer mit intensiven Fragen zur Beschaffenheit des iPhones abzulenken.

Interessanter Einblick in die aktuelle Verkaufspraxis des Apple Stores: Ein Mitarbeiter spielt das Bendgate als „Online-Gerücht“ herunter, während ein anderer Store-Verkäufer eingesteht, dass es in der Natur der Sache liege, dass Aluminium verbiegen könne. Die beiden Teenager sind sich ihrer Sache indes sicher: „Apple muss das fixen“.

Und mehr: Eine Verfolgung wegen möglicher Sachbeschädigung weisen die Jungspunde rotzig von sich: „Das ist uns ziemlich egal, um ehrlich zu sein – es ist Apples Fehler, dass sie das iPhone fälschlich als das beste iPhone bewerben. Das ist verdammt lächerlich.“ Und damit nicht genug: Der Möchtegern-Gadget-Tester, der sich Kylie nennt, droht Apple damit, den Store noch einmal zu besuchen: „mit einer besseren Kamera“. Bleibt die Frage, ob Apple nicht eher gegen den Teenager ermittelt…

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Alle Kommentare

  1. hallo,lieber Leser
    hab seit 2Wochen ein iPhone 6er und trage sogar in der vorderen Hosentasche nur frage ich mich warum da nix verbiegt?
    Aber neugirieg war ich schon ob es heute verbiegt oder morgen hab nehmlich 740Euro bezahlt.Die ganzen Berichte über verbogene iPhones der neuen Generationen hatte mir schon Angst gemacht.

  2. Warum wird bei Apple genauer hingesehen als bei anderen Herstellern? Ganz einfach: Hochmut kommt vor dem Fall.

    Wer bereits Wochen vor dem Verkaufsstart einen medialen Sturm entfacht, um das Interesse bei den Kunden zu wecken, muß sich nicht wundern, wenn dieser Sturm auch einmal die Richtung dreht.
    Wer immer schreit: „Wir sind Größten, Besten, Tollsten“, muß sich auch daran messen lassen. Da fallen dann auch die kleinsten Fehler schwer ins Gewicht, wie man jetzt beim iPhone 6 beobachten kann.

  3. @T. Formanski: Mal wieder ein Autovergleich, der daneben ging. Das Tragen eines Telefons in der Hosentasche ist nun wirklich nicht mit dem Rumspringen auf der Motorhaube gleichzusetzen. Die große Mehrheit der (männlichen) Telefonbesitzer tragen ihr Handy in der Hosentasche – es handelt sich daher sehr wohl um einen bestimmungsmäßigen Gebrauch. Das kann Apple auch nicht durch Kleingedrucktes in der Gebrauchsanweisung negieren (seit wann haben iPhones überhaupt eine Gebrauchsanweisung?).

  4. Es ist wirklich unglaublich, wie Meedia diesem Nicht-Thema zwei Stories an einem Tag widmet. Gibt es sonst nichts Vernünftiges zu berichten? Ich kann mich den Vorrednern nur anschliessen.

    Und die Überschriftengestaltung hat tatsächlich inzwischen Bild und Focus Online Niveau erreicht.

  5. Habe gerade getestet, ob mein Telekom-Telefon Sinus 206 sich auch verbiegen lässt. Mit etwas Kraft geht’s, und es knackt sogar – da habt ihr aber ganz schön viele Bendgates verpasst! Jetzt teste ich noch, ob die Computertastatur den Vorschlaghammer verträgt. Schickt mir schon mal ein Kamerateam, ich bin der neue Upgater!

  6. Dreht die schöne, neue, virale Welt völlig durch? Fakt ist doch wohl: Zwei Minderjährige zerstören bewusst fremdes Eigentum. Und werden als Produkttester gehypt, die es dem übermächtigen Konzern mal so richtig gezeigt haben. Die Kleinen „düpieren“ den angeblichen Lügner. Und bei ihrer Straftat stellen sie sich auch noch „geschickt“ an. Die Krönung: Sie dürfen unwidersprochen behaupten, es sei auch noch Apples „Fehler“. Ist das die Blaupause zum modernen Berühmtwerden? Geht zum Porsche-Händler, zieht mit dem Schlüssel eine Spur in den Lack und behauptet auf Youtube, der Hersteller dürfe eben nicht für sein gutes Automobil werben.
    Was passiert bei #Bendgate etc. wirklich? So viel Kraft auf ein Handy auszuüben ist ganz sicher kein bestimmungsgemäßer Gebrauch. Sicher wird in der Gebrauchsanweisung auch vom Tragen in der Hosentasche abgeraten – wenn nicht davor gewarnt. Wer sich so verhält ist böswillig gegenüber dem Hersteller oder dumm. Kein vernünftiger Mensch beurteilt ein Auto dadurch, dass er auf die Motorhaube springt und die Beulen herausposaunt.
    Allerdings frage ich mich, ob die Menschen, die solche Videos bekannt machen, ihrer Verantwortung gerecht werden. Der Mechanismus „wir weisen ja nur darauf hin, der Hersteller kann ja reagieren“ erzeugt Klicks (und jugendlichen Irrsinn) ohne Ende. Und die Folgen, und die Relevanz? Von Meedia erwarte ich eine bessere qualitative Einordnung.

  7. moin, moin,

    mir geht dieses ganze Geschwätz über bentgate total auf die Nerven. Und zwar nicht deshalb, weil ich ein iPhone 6 Plus besitze. Sondern weil ich mich frage, wie realitätsfremd in diesem Zusammenhang eigentlich diskutiert wird – und wie gierig sich die Medien an diesen vermeintlichen Skandal dranhängen.

    Es scheint ja völlig normal zu sein, dass ein Konsument ein neues Smartphone kauft und dieses erst einmal auf den Boden wirft, vielleicht mit dem Hammer drauf haut, es von einem Auto überrolen lässt und – ja – es rechts und links an den Enden packt und es heftig zu verbiegen trachtet. Genau das ist nämlich der Sinn von Smartphones: Zu versuchen, sie zu zerstören. Das ist nun wirklich eine große Überraschung: Dass man ein Smartphone zerstören kann, wenn man nur will.

    Manchmal macht mich diese sinnentleerte Berichterstattung wie jetzt auch hier auf Meedia traurig.

    Wahrscheinlich fährt auch jeder mit seinem neuen Auto erst einmal gegen eine Wand, um zu sehen, ob da vielleicht was kaputtgeht.

    Ich verstehe, dass man über die Pleite mit dem iOS-Update berichtet und berichten muss, denn das war eine peinliche Nummer von Apple. Sich aber als Verbieger hervorzutun – dazu gehört schon viel Müßiggang und Mangel an sonstiger sinnvoller Beschäftigung.

    Jan-Bernd Meyer

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