Anzeige

DuMont startet „Zukunftsprogramm“, Gewerkschaften fürchten Stellenabbau

DuMont-Vorstandschef Christoph Bauer
DuMont-Vorstandschef Christoph Bauer DuMont-Vorstandschef Christoph Bauer

Der Verlag DuMont Schauberg hat am Freitagvormittag den Belegschaften seiner Zeitungen in Köln, Halle, Berlin und Hamburg ein "Wachstumsprogramm" vorgestellt. Es gehe um die "Zukunftssicherung" des Verlags. Die Gewerkschaften vermuten, dass hinter dem Programm auch und vor allem die Absicht steht, Personal an den Standorten abzubauen.

Anzeige
Anzeige

Die Pressemitteilung, die DuMont um halb zwölf am Freitagvormittag verschickte, gibt konkret wenig Auskunft über die Planungen von CEO Christoph Bauer. Die drei Säulen Regionalmedien, Fachmedien und Digitales sollen ausgebaut werden. An den vier Standorten sollen die jeweiligen unternehmerischen Aktivitäten „gebündelt“ werden. Die regionalen Märkte sollen „gattungsübergreifend“ entwickelt werden, „näher am Markt“, sagt CEO Bauer.

Wo beispielsweise in Köln bisher Radio und TV-Beteiligungen allein vor sich hin gearbeitet haben, sollen nun alle Medien an einem Standort aus einer Hand geführt werden. Die jeweiligen Geschäftsführer sind Philipp Froben (Rheinland, Köln), Tilo Schelsky (Halle/Saale), Stefan Hilscher und Michael Braun (Berlin) und Susan Molzow (Hamburg).

Gleichzeitig werden Services für alle Titel zentralisiert und in eigene Unternehmen überführt. Die Management Services sind für interne Dienstleistungen, die DuMont Services bieten auch anderen Verlagen ihre Arbeit an (MEEDIA berichtete).

Gewerkschaftsvertreter interpretieren das Programm, das sich „Perspektive Wachstum“ nennt, so: an jedem Standort würden die bisherigen Verlagsabteilungen ausgegliedert, also etwa Controlling, Anzeigen und Vertrieb. Sogenannte Management- und Medienservices und Druckereien werden ebenfalls in ausgegliederten Unternehmen gebündelt. Auch Dritten werden Dienstleistungen angeboten. Von Gewerkschaftsseite heißt es, bei dem Programm gehe es in erster Linie um einen Abbau von bestehenden Arbeitsplätzen.

Anzeige

In der offiziellen Mitteilung geht auf das Personal der letzte Satz ein: „Die Konkretisierung der Personalmaßnahmen erfolgt bis Ende 2014 im Dialog mit den Arbeitnehmervertretern.“ Bei der Hamburger Morgenpost wurden bereits eine Reihe von geplanten Entlassungen publik. DuMont-Kommunikationschef Björn Schmidt sagte auf MEEDIA-Nachfrage, die künftige gesellschaftsrechtliche Struktur stehe noch nicht fest. Ebensowenig gebe es eine Größenordnung, in der Personal abgebaut werde. In manchen Abteilungen bzw. Tochterunternehmen – Call-Center beispielsweise – werde Personal aufgebaut, weil es Aufträge u.a. von der FAZ und von Madsack gebe.

Wie sieht es bei den Redaktionen aus? Zunächst muss die Linie bei der „Digitalen Transformation“ stehen, also der Zusammenarbeit in den Redaktionen zwischen Print und Online. Man starte eine „Offensive, um die Redaktionen konsequenter auf die Anforderungen der Digitalisierung auszurichten“, heißt es (MEEDIA berichtete). DuMont bekenne sich zur „publizistischen Qualität“. Die künftige Strategie entscheiden u.a. Vorstandsmitglied Robert von Heusinger, DuMont Net-Geschäftsführer Patrick Wölke sowie Thomas Kemmerer (Chefredakteur Online) und Thilo Knott („Chefredakteur für digitale Transformation“).

In den kommenden zwei Wochen will CEO Bauer die Standorte besuchen und dort die Mitarbeiter persönlich informieren.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Glasklare Strategie. Verständlich kommuniziert.
    Jetzt wo alle Bescheid wissen, kann an die Umsetzung gegangen werden!

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*