Brand eins-Investor Borrmann: „Die meisten großen Verlage waren bei uns“

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Oliver Borrmann ist Mitgründer von brand eins und Chef der Investmentfirma bmp

Oliver Borrmann, der Chef der bmp Beteiligungsmanagement AG, gehört zu den Mitgründern des Magazins brand eins. Im Gespräch mit MEEDIA sagt er, im Laufe der vergangenen Jahre seien immer wieder Interessenten bei brand eins-Mitgesellschafter bmp vorstellig geworden: "Aus der Medienbranche waren eigentlich die meisten großen Verlage bei uns." Der Zeitpunkt für einen Verkauf der Anteile könnte nun gekommen sein.

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Die Investoren von bmp halten 35 Prozent der Anteile an dem Wirtschaftsmagazin, bzw. an der brand eins Medien AG. Borrmann selbst brachte vor einiger Zeit seine eigenen Anteile ein. Mitgründerin und Chefredakteurin Gabriele Fischer hält laut Spiegel 11 Prozent, sie will ihre Anteile aber offenbar nicht verkaufen. Die weiteren Privatinvestoren werden nicht offiziell genannt, zu ihnen gehören beispielsweise der ehemalige Porsche-Kommunikationschef Anton Hunger und Götz Werner, der Gründer der Drogeriemarktkette dm.

Was hat nun bmp bewogen, die Anteile zum Verkauf zu stellen? Interessenten habe es schon immer gegeben, sagt Borrmann. Das Kaufen und Verkaufen von Beteiligungen sei das Geschäftsmodell von bmp. Entsprechend also kein ungewöhnlicher Vorgang, wenn nun via Spiegel Spekulationen um einen möglichen Verkauf der Anteile laut werden. Der Spiegel brachte am Wochenende Ringier und Gruner + Jahr als potenzielle Käufer ins Spiel. Brand eins gilt als eines der wenigen erfolgreichen Printmagazine der jüngeren Mediengeschichte, die verkaufte Auflage liegt bei 90.727 Exemplaren im Monat, zuletzt sanken die Kiosk-Verkäufe im Vorjahresvergleich um etwa 10 Prozent. Laut Borrmann arbeitet der Verlag profitabel.

„Aus redaktioneller Sicht ist die Unabhängigkeit von brand eins prima“, sagt Borrmann, der bei bmp vor allem Tech-Start-ups finanziert. Aber das Wirtschaftsmagazin sei „nach wie vor primär eine Print-Marke“. Die stünden heute „vor einigen Herausforderungen“. Borrmann: „Darum könnte ein strategischer Partner heute durchaus Sinn ergeben.“ Mit anderen Worten: Auf dem Weg in die Digitalisierung wäre es vielleicht schlau, die Unabhängigkeit ein stückweit aufzugeben und dafür in einem Medienkonzern wachsen zu können.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Anteile tatsächlich den Besitzer wechseln? Preis und Perspektive müssen passen. Borrmann: „Eine Zeitschrift zu verkaufen ist nicht so einfach wie der Verkauf eines gewöhnlichen Startups, denn man verkauft das journalistische Profil. Und das ist getragen vom Team, welches erhalten bleiben muss.“

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Alle Kommentare

  1. Bloß nicht G+J und damit Bertelsmann! Wenn schon eine größere Verlagsgruppe, dann zum Handelsblatt.

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