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Ulmen kritisiert öffentlich-rechtliche Web-TV-Versuche

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Nichts ist langweiliger als interaktive TV-Formate, die das Internet zum Thema haben. Christan Ulmen sprach mit Spiegel Online über seine neuste Webserie "Mann/Frau" und lästerte dabei über die Bedeutung des linearen Fernsehens. Die TV-Sender müssten Konzepte zu finden, die eine Verbindung zum Netz herstellen, ohne selbiges dabei ständig zu thematisieren: "Viele öffentlich-rechtliche Versuche, etwas online zu machen, sehen ja so aus: Wir lesen Twitter-Nachrichten vor, oder man kann chatten."

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„Mann/Frau“ startete am 3. September und begleitet in jeweils drei- bis vierminütigen Folgen das chaotische Leben zweier Singles in Berlin. Der Clou: Die Folgen werden zwar im Bayrischen Rundfunk ausgestrahlt, ist aber eigentlich ein Webformat. Die TV-Ausstrahlung betrachtet der Produzent der Serie, Christian Ulmen, denn auch mehr als „eine schöne Möglichkeit Leute abzuholen, die tatsächlich noch immer lineares Fernsehen gucken.“

Berücksichtigen sollten TV-Programme das Wechselspiel zwischen Online- und TV-Nutzung. Sie voneinander abzugrenzen, sei der falsche Ansatz, befindet Ulmen: „Das ist kein Entweder-Oder. Man konsumiert doch permanent online und guckt trotzdem noch Fernsehen. Ich glaube, dass das parallel läuft – so, wie man ins Kino geht und sich trotzdem auch mal einen Film runterlädt.“

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Die Ausstrahlung von Fernseh-Programmen über das Internet hat dabei an Bedeutung gewonnen. Das haben auch die Sender erkannt, so Ulmen: „Die wissen mittlerweile alle, dass sie ihr Zeug auch prima online zweitverwerten können.“ Auch „Mann/Frau“ haben die Macher daher komplett an den BR verkauft, wodurch die Folgen – wie bei Ulmen.tv – nicht auf der Website des Schauspielers zu sehen sind.

Für Produzenten neuerer Formate bedeutet das auch, nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten suchen zu müssen, denn „das alte Modell wird immer zäher umzusetzen, weil kein Sender sich mehr darauf einlässt, von uns nur eine TV-Lizenz zu erwerben.“ Hier aber sei auch Vorsicht geboten, weiß Ulmen. Product Placement beispielsweise, sei von vielen Online-Nutzern nicht gerne gesehen. Trotzdem würde der  38-Jährige eher firmenfinanzierte Projekte verwirklichen als Bezahlschranken einführen: „Das haben schon ganz andere versucht und sind daran gescheitert.“

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Alle Kommentare

  1. So ein Klugscheißer! Der hat doch keine Ahnung, wie man üben muss, mit einem neuen Medium umzugehen.

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