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Gehen der Bild-Chef und der AfD-Chef gemeinsam auf eine Anti-Judenhass-Demo …

Geht der Lucke mit dem Diekmann auf ’ne Demo …
Geht der Lucke mit dem Diekmann auf 'ne Demo ...

Die Twitter-Nickeligkeiten zwischen Bild-Chef Kai Diekmann und der Afd diese Woche gipfelten darin, dass Diekmann AfD-Chef Lucke zur Anti-Judenhass-Demo einlud. stern-Investigativ-Mann Hans-Martin Tillack hat schon früher von geheimen Spiegel-Enthüllungen gewusst. Und Spiegel-Reporterin Özlem Gezer "enthüllt" im medium magazin die Arbeits-Methoden der stern-Redaktion.

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Die Themenkreise Kai Diekmann und Twitter bieten alleine schon schier unerschöpfliches Material. Wenn man jetzt noch die Alternative für Deutschland dazu nimmt: Oh my! Das neue Themen-Bermuda-Dreieck AfD-Diekmann-Twitter hat diese Woche seine Arbeit aufgenommen und schon die eine oder andere Produktiv-Minute verschluckt. Los ging es damit, dass der Twitter-Account @AfDPresse, der sich “AfD Pressesprecher” nennt, irritierenderweise aber nicht vom AfD Pressesprecher befüllt wird, von Kai Diekmann und dessen Gattin Katja Kessler “befreit” werden wollte.

Diekmann fand das nicht lustig und trat eine kleine Twitter-Welle los. Am Ende schrieb er sogar einen – natürlich dokumentierten – Brief an AfD-Chef Bernd Lucke:

Der hat mittlerweile geantwortet, und das gar nicht mal ungeschickt:

Lucke entschuldigt sich brav, gelobt Besserung und nutzt die Gelegenheit schlau, Diekmann für ein Gespräch haftbar zu machen. Diekmann windet sich so ein bisschen und verweist auf die “Nie wieder Judenhass”-Demo am Sonntag. Und was macht der Lucke? Der springt darauf an:

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Diekmann und Lucke gemeinsam bei der Anti-Judenhass-Demo. Vielleicht der Beginn einer wunderbaren Männer-Freundschaft?

Da hat der Spiegel in seiner Ausgabe von dieser Woche also enthüllt, wie sich die Regierung Merkel in der Politik von geheimen Meinungsumfragen leiten lässt. Wenn es nach stern-Investigativ-Reporter Hans-Martin Tillack geht, müsste man das Wort “enthüllt” hier in dicke Anführungszeichen setzen. In seinem stern-Blog schreibt Tillack nachvollziehbar auf, dass die Spiegel-Story zwar durchaus den einen oder anderen neuen Aspekt bringt, die doch nicht so schrecklich geheimen Umfragen aber schon vor zwei Jahren im stern thematisiert wurden. Es wird halt viel hochgejazzt und aufgebauscht in diesen Tagen.

So, wurde schon wieder der Spiegel gebasht, mögen Sie vielleicht denken. Aus Gründen der Ausgewogenheit hier noch eine kleine Stelle, bei der der stern nicht so gut bei wegkommt und dafür der Spiegel. Das medium magazin hat ein wunderbares Interview mit der preisgekrönten Spiegel-Reporterin Özlem Gezer veröffentlicht. Frau Gezer stieg beim Spiegel zur großen Reporterin auf, zuvor schuftete sie im Recherche-Keller beim stern.

Zitat:

Ich galt als Trüffelschwein, bekam die Leute, lieferte Rechercheprotokolle an die Redaktion, aber schrieb nie einen eigenen Text. Bei meinem Spiegel-Praktikum habe ich eine Geschichte über einen bulgarischen Menschenhändler recherchiert und erwartet, dass ich wieder ein protokoll liefere und ein Redakteur zusammenschreibt. Stattdessen sagte Holger Stark: “Schreiben Sie bis Dienstag vier, fünf Seiten. Ist doch kein Problem, oder?” Und ich sagte: “Kein Problem.” Es war Freitag. Als er aus der Tür war, dachte ich, ich kotze auf den Tisch.

Soso. Beim stern lassen sie also gerne mal recherchieren, bis der Arzt kommt und der feine Herr Redakteur hockt sich dann hin und knallt auch seinen Namen drunter. Könnte es vielleicht sein, dass Leute wie Frau Gezer wichtiger sind für Spiegel, stern & Co als manche Chefredakteure, Ressortleiter und deren Grabenkämpfe? Denken Sie mal drüber nach!

Schönes Wochenende!

Update: In einer früheren Version stand, dass Özlem Gezer während ihrer Tätigkeit beim stern „namenlos“ recherchiert habe. Dies war falsch, es handelte sich bei den Veröffentlichungen um Teamarbeiten, bei denen ihr Name auch unter den Artikeln stand. Dies wurde entsprechend korrigiert, wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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Alle Kommentare

  1. Geschätzter (VHB-) Kollege @swinter,

    ein sehr schönes @KaiDiekmann-Lucke-Männerfreundschafts-Stück, über das ich mich königlich amüsiert habe.

    Nur leider zeigte @BILDblog in dieser Woche erschreckend deutlich, wie nah sich @BILD und @AfD_Bund schon sind – allen Schein-Geplänkeln auch Chef-Ebene zum Trotz: http://www.bildblog.de/60534/

    Gruß
    kt

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