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Apple Watch und die neuen iPhones 6 im ersten Live-Test

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Drei neue Geräte hat Apple im Flint Center in Cupertino vorgestellt: das iPhone 6, das größere iPhone 6 Plus und die Apple Watch. Kann sich der Konzern aus Cupertino mit den neuen Geräten gegen die Konkurrenz behaupten? MEEDIA war live vor Ort dabei und konnte die neuen Gadgets schon ausprobieren. Ein Ersteindruck.

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Die Gerüchte stimmten tatsächlich: Auf zwei neue iPhones können sich Apple-Fans freuen. Das iPhone 6 mit 4,7 Zoll und das iPhone 6 Plus mit 5,5 Zoll. Damit lässt der Konzern ein Smartphone um 0,7 Zoll auf eine Größe zwischen seinem Vorgänger iPhone 5s und neuen Phablets von LG, HTC, Samsung und Sony anwachsen – während das große iPhone 6 Plus es direkt mit den Monster-Smartphones aufnehmen soll.

Und plötzlich wirkt das iPhone 5s klobig

Nimmt man den tosenden Applaus, als CEO Tim Cook die neue Generation im Flint Center in Cupertino vorstellte, als einen ersten Messwert für den möglichen Erfolg, dann dürfte beide Modelle viele Abnehmer finden. Direkt nach der Keynote, unter immensem Gedränge der rund 2700 geladenen Gäste, ging es direkt von der Konzerthalle in das Nachbargebäude. Im Innern: die neuen Apple-Gadgets in allen Ausführungen. Nach einigen Minuten mit dem iPhone 6 und dem iPhone 6 Plus in den Händen lässt sich schon einmal festhalten: Apple wird seinem Standard gerecht. Beide Smartphones sind extrem schön verarbeitet. Durch die abgerundeten Kanten wirken die neuen iPhones etwas weiblicher, zarter, aber auch leichter – trotz der Größe. Tatsächlich wirkt das iPhone 5s plötzlich reichlich klobig. Kein Wunder: Das misst ja immerhin 7,5 Millimeter. Das iPhone 6 hingegen nur noch 6,9 Millimeter, das iPhone 6 Plus nur 7,1 Millimeter. Das mag nach wenig klingen, macht aber viel aus, wenn man solch große Geräte in der Hand hält.

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Kleiner und großer Bruder: das iPhone 6 mit 4,7 und das iPhone 6 Plus mit 5,5 Zoll

Das schicke Alu-Finish setzt sich auf der Rückseite fort, wird nur von der neuen iSight-Kamera unterbrochen, die zum ersten Mal ein wenig aus dem Gehäuse hervorsteht. Auch hier unterscheiden sich iPhone 6 und iPhone 6 Plus – von den unterschiedlichen Maßen einmal abgesehen – äußerlich nicht. Doch beim großen Apple-Phone arbeitet unter der Linse ein optischer Bildstabilisator. Der soll unvewackelte Videos und bessere Bilder in bewegten Situationen ermöglichen. Das zu testen, dafür reichten die wenigen Minuten in der rappelvollen Demo-Area leider nicht aus. Hier wird ein ausführlicher Test Aufschluss geben.

Sprach man mit den Presse-Kollegen vor Ort, dann scheinen sich die meisten schon auf den 4,7-Zöller eingeschossen zu haben. Mir geht es ähnlich: Wer mit dem iPhone „aufgewachsen“ ist, der wünschte sich sich nach den ganzen Neuvorstellungen aus der Android-Welt zwar auch ein größeres iPhone. Aber 5,5 Zoll? Das ist, und das kann ich aus voller Überzeugung nach mehreren Wochen mit dem getypten OnePlus One bestätigen, einfach zu groß. Oder? Tatsächlich fällt die Wahl schwer, wenn man das iPhone 6 Plus in der Hand hält. Das Display ist war um einiges größer als das des iPhone 5s. Doch so groß ist der Unterschied zum neuen, „kleinen“ Bruder mit 4,7 Zoll auch wieder nicht. Beide Smartphones fühlen sich extrem leicht und schlank an – und bekommen durch das natürlichere, rundere Design besseren Grip in der Handfläche. Auf mich macht es den Eindruck, als ob Apple mit dem iPhone 6 Plus gut gewappnet ist im Wettstreit der Phablets, während das iPhone 6 genau die richtige Zwischengröße zu haben scheint. Zumindest eine normal große Männerhand wie meine kann das Smartphone noch mit einer Hand bedienen.

Die Apple Watch war der Star

Der eigentliche Star des Tages war dann doch das „One more thing“: die Apple Watch. Erstmals seit dem Ableben von Steve Jobs bemühte sein Nachfolger Cook diese historischen Worte. Die Reaktionen im bis zum letzten Platz gefüllten Konzertsaal des Fine Arts Center lassen sich mit einem Wort beschreiben: Geil. Dieses Wort huschte zumindest vielen der angereisten Kollegen über die Lippen. Die Apple-Mitarbeiter selbst bedachten Cook mit Standing Ovations und minutenlangem Applaus. Kein Wunder: Die Erwartungen an die iWatch, wie wir sie bislang genannt haben, waren auch enorm. Dabei war bis zur Präsentation unklar, ob die Apple-Uhr tatsächlich kommt. Waren die neuen iPhones schon vor Wochen geleakt, ist es Apple gelungen, die Apple Watch weitestgehend geheimzuhalten.

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Typisch Apple: Die Apple Watch im puristischem Look

Das ist umso beeindruckender, wenn man sich beim Hands-on die Masse an Individualisierungsmöglichkeiten ansah: Die Apple Watch kommt mit unterschiedlichen Armbänder aus PVC, Leder und Metall. Außerdem ist Uhr, also das Gehäuse, in drei Varianten erhältlich. Besonders gut gefallen hat mir die Standard-Variante mit Metallarmband. Dort lassen sich nicht nur mit wenigen Handgriffen einzelne Elemente aus dem Armband herausnehmen und so zügig die Größe anpassen. Das Design ist einfach zeitlos schön und vor allem: dezent. Die Apple Watch ist nicht ein Klopper wie ihre Android-Kollegen. Denn selbst die Moto 360 von Motorola ist am Handgelenk ein echter Brocken. Die Apple Watch hingegen verschwindet bei Bedarf im Ärmel. So soll es sein. Und wer ein wenig protzen will, dem bleibt immerhin der Griff zur Variante mit 18 Karat Gold.

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Das eigentliche Killer-Feature dieses neuen Gadgets ist allerdings so klein, dass man es zunächst übersehen könnte. An der rechten Seite hat Apple eine Krone angebracht. Damit stellen Menschen seit jeher die genaue Zeigerposition auf ihren Analoguhren ein. Apple macht sich das zunutze und hat das Feature klug für die Navigation durch Menüs und Apps implementiert. Im Hands-on konnte ich durch das reine Drehen der Krone in Karten rein- und rauszoomen, durch Kalendereinträge navigieren und mich zwischen mehreren Anwendungen hin- und herbewegen. Hier kombiniert Apple die Bedienung per Touch auf dem Display, das die Steuerung in alle Himmelsrichtungen ermöglicht. Die Navigation in Menüs, Apps und Fotos hinein und hinaus läuft parallel über das Rädchen an der Seite. Das funktioniert auch prompt richtig gut – und vor allem natürlich.

Wenn Walt Mossberg giggelt

Ist die Apple Watch also die beste Smartwatch am Markt? Hier kommt der kleine Wermutstropfen: Fans müssen sich bis Anfang 2015 gedulden. Und eine ausführliche Preisliste gibt es auch noch nicht. Die Preise starten ab 349 Dollar. Für welches Modell, das gab Apple noch nicht bekannt. Zumindest nach einigen Minuten mit der Apple-Uhr am Handgelenk bekommt man das Gefühl, dass der iPhone-Bauer hier sehr viel richtig gemacht hat. Man rennt der Konkurrenz nicht einfach hinterher, sondern denkt viele Funktionen und vor allem die Bedienung neu.

Ob hier alle Ideen wirklich zünden, das kann man momentan nur schwer absehen. So ist etwa ein neuer Messenger implementiert, bei dem die Träger der Uhr über kleine Zeichnungen auf dem Display miteinander kommunizieren. Das sieht schön aus, aber lässt sich das wirklich praktisch in den Alltag implementieren? Wir werden sehen. Zumindest wirkt das Konzept und die komplett neue Benutzeroberfläche auf mich schon weitaus durchdachter als die meisten Smartwatches mit Android Wear, die in erster Linie nur Benachrichtigungen vom Smartphone aufs Handgelenk pushen.

Einem schien die Apple Watch allerdings so gar nicht zu gefallen: dem alten Tech-Hasen Walt Mossberg. Ich saß nur einige Meter entfernt von ihm, das Gelächter über die Uhr, als Cook sein neues Schmuckstück enthüllte, war nicht zu überhören. Allerdings schien er damit allein auf weiter Flur. Dem Großteil der geladenen Gäste gefiel die Apple Watch extrem gut. Mindestens genauso gut wie der Auftritt von U2 zum Ende der Keynote. Auch wenn ich nach einer Minute dachte, dass nur noch zwei Dezibel mehr fehlen würden, um den Konzertsaal zum Einsturz zu bringen.

Apple öffnet sich

Und sie blieb nicht die einzige, großere Neuerung: Offenbar öffnet sich Apple unter Cook. So waren nach Einschätzungen derjenigen Kollegen, die schon vielen Apple-Keynotes beigewohnt haben, noch nie so viele Medienvertreter vor Ort. Von bis zu dreimal so vielen Journalisten im Vergleich zu früheren Events war die Rede. Tatsächlich fielen dieses Mal die Europa-Events in London und Berlin aus – zugunsten eines großen Get-Together in Cupertino. Vom Gedränge beim Einlass und an den Demo-Geräten einmal abgesehen war die Stimmung vor Ort dabei extrem fröhlich.

Und auch wenn Tim Cook nun das Ruder in der Hand hat, schwebte doch ein wenig der Geist von Jobs über den Campus in Cupertino: Für die Hands-on-Area verkleidete Apple ein Gebäude à la Christo komplett in Weiß. Warum? Weil nichts von den Geräten ablenken soll. So ist Apple. Auch im Jahr 2014. Im dem Jahr, in dem sich der Konzern anschickt, die Smartwatch-Sparte zu revolutionieren.

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