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Gegen schnellen „Totalumbau“: Spiegel-Ressortleiter wollen Büchner-Strategie bremsen

Bad News für Wolfgang Büchner: Spiegel-Gesellschafter boten Giovanni di Lorenzo den  Chefredakteursposten an – der lehnte dankend ab
Bad News für Wolfgang Büchner: Spiegel-Gesellschafter boten Giovanni di Lorenzo den Chefredakteursposten an – der lehnte dankend ab

Der Versuch der Spiegel-Gesellschafter, einen Burgfrieden zwischen Print-Redaktion und Chefredakteur Wolfgang Büchner herzustellen, droht zu scheitern. In einem Brief an die Gesellschafter haben die zwölf Ressortleiter des Magazins Bedenken gegen eine schnelle Umsetzung der Büchner-Strategie vorgetragen. Für einen "Totalumbau der hierarchischen Struktur gibt es keine Notwendigkeit", schreiben sie.

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Die Ressortleiter des Magazins schreiben, sie stünden nicht geschlossen hinter der Strategie „Spiegel 3.0“ von Wolfgang Büchner. Durchaus gäbe es die „Notwendigkeit zu grundlegenden Veränderungen“. Aber für einen schnellen „Totalumbau“ sähe man keine Notwendigkeit. Die Ressortleiter richten sich in ihrem Brief, der MEEDIA vorliegt, an die Spitze der Mitarbeiter KG, an G+J-Chefin Julia Jäkel und an die Erbengemeinschaft Rudolf Augstein. Zunächst hatte der Branchendienst turi2 berichtet.

Der angestrebte Plan, gemeinsame Print/Online-Ressortleitungen „rasch“ einzuführen, habe zu großer Unruhe geführt, heißt es. Bewährte Arbeitsweisen „sowie die journalistische Qualität“ seien gefährdet. Es gehe darum, „einen Weg zu wählen, der die Mitarbeiter einbindet“. Darum müsse es eine „Übergangszeit“ geben, in der die Umstellung der Zusammenarbeit erprobt werden könne. „Spiegel 3.0“ müsse „evolutorisch“ umgesetzt werden.

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Die Gesellschafter haben in einer Erklärung Ende August allerdings eben jene nun von den Ressortleitern angemahnte Zusammenarbeit eingefordert. Darum ist unklar, was der Auslöser für den Brief der Ressortleiter war. Die Gesellschafter hatten ein klares Signal an die Redaktion ausgesendet, dass „Spiegel 3.0“ nicht ohne ihre Einbindung umgesetzt wird. Von daher schein es so, als ob die Strategie ohnehin in den kommenden Monaten noch einmal von vorn geplant werden sollte.

So oder so – die erneute Wortmeldung der Ressortleiter zeigt, wie dünn die Luft für alle Beteiligten derzeit zu sein scheint.

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