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iCloud-Leak und Bank-Downgrade: Apple vor der Keynote plötzlich unter Druck

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Die Stahlkraft schwindet: was wird das nächste große Ding aus Cupertino? (c) Apple

Was ist das: Auf dem Höhepunkt der Fieberkurve vor der mit Hochspannung erwarteten Keynote flüchten Apple-Aktionäre plötzlich in Scharen. Die Anteilscheine des wertvollsten Konzern der Weit kommen so hart unter die Räder wie seit Januar nicht mehr. Sind die Erwartungen vor der iPhone 6- und iWatch-Präsentation zu hoch?

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Plötzlich dreht der Wind. Um mehr als 4 Dollar bzw. mehr als 4 Prozent kam die Apple-Aktie am Mittwoch aus heiterem Himmel unter die Räder – es war das größte Minus seit Bekanntgabe der Weihnachtsquartalszahlen im Januar. Gestern zogen Börsianer weiter Kapitel ab und schickten die Anteilsscheine nochmals um ein Prozent gegen den Markttrend nach unten. Binnen 30 Stunden wurden damit 5 Prozent oder enorme 30 Milliarden Dollar an Börsenwert vernichtet.

Bleibt die Frage, warum. Eigentlich nämlich kommt der Ausverkauf zu früh. Historisch betrachtet sind Kursverluste nach Apple-Keynotes ein Klassiker. Es ist das seit Jahrhunderten bekannte Phänomen der „fait accompli“, der vollendeten Tatsache: Die lang erwarteten Neuigkeiten sind Fakt, die Luft ist raus. „Buy the Rumours, sell the News“, sagt der Wall Streeter.

„Es ist nicht falsch daran, jetzt Gewinne mitzunehmen“

Dass Anleger nun knapp eine Woche vor dem Großereignis Kasse machen, hängt maßgeblich mit der expliziten Empfehlung von Bankenseite zusammen. „Wir glauben, dass oberhalb von 100 Dollar der größte Teil des Aufwärtspotenzials durch den iPhone 6-Zyklus bereits eingepreist ist“, erklärte Analyst Andy Hargreaves von Investmentbank Pacific Crest gestern. Seine glasklare Empfehlung an Bankkunden daher: „Wir raten dazu, Gewinne mitzunehmen“.

Der unabhängige Hedgefondsmanager Eric Jackson ging mit der Einschätzung konform: „Ich stimme mit Crest überein, jetzt Profite zu sichern“, erklärte der Kanadier unmittelbar nach der Verkaufsempfehlung.

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iCloud-Nacktbilderskandal könnte Vertrauensverlust nach sich ziehen

Doch es gibt auch ganz unmittelbare Gründe für die Verkaufswelle: Der Nacktbilderskanadal, bei dem die iCloud-Konten zahlreicher Hollywood-Stars und -Sternchen gehackt wurde, kommt zu einem extrem ungünstigen Zeitpunkt für Tim Cook.

Ausgerechnet wenige Tage vor der der wichtigsten Keynote seiner Karriere wird Apple in einen Nebenkriegsschauplatz verheddert. Es geht um Vertrauen in den Online-Dienst iCloud, der für die reibungslose Funktionalität von iPhone & Co notwendige Voraussetzung ist. In anderen Worten: Sinkt das Vertrauen in die Verlässlichkeit der Apple-Software, könnte sich das auch in Käuferzurückkhaltung beim iPhone niederschlagen.

Entsprechend beeilt sich Apple in diesen Tagen, Sicherheitsmängel entschieden zurückzuweisen. Tim Cook erklärte in einem Interview mit dem Wall Street Journal, dass Apple die Sicherheitsstandards weiter erhöhen und Nutzer benachrichtigen werde, wenn von dritter Seite versucht werde, dass Passwort zu ändern. Zugleich betonte Cook, keines der iCloud-Passwörter der Hollywood-Prominenz sei von Apple-Servern gehackt worden.

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