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Print- und Online-Relaunch: Bravo will „Social Magazine“ werden

Bravo – das „Sozial Magazine“: Bauer Media hat den Webauftritt des Kulthefts neu gestaltet, interaktive Themen sollen verstärkt ins Heft gehoben werden, das ab 2015 nur noch zwei mal monatlich erscheint
Bravo - das "Sozial Magazine": Bauer Media hat den Webauftritt des Kulthefts neu gestaltet, interaktive Themen sollen verstärkt ins Heft gehoben werden, das ab 2015 nur noch zwei mal monatlich erscheint

Die Bravo kämpft seit Jahren gegen einen unaufhaltsamen Auflagenschwund. Dem veränderten Mediennutzungsverhalten der Jugend begegnet die Bauer Media Group nun mit einem umfangreichen Relaunch. Vor allem das Online-Angebot wurde dafür einer Neuerungskur unterzogen. Als "Social Magazine" soll die Marke "Bravo" in Zukunft sowohl analog als auch digital die Agenda der Jugend abbilden und mitgestalten.

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Noch in diesem Monat soll der Online-Relaunch nach Willen der Macher für die Nutzer von Bravo.de sichtbar sein. Denn vor allem das Web-Angebot des Teenager-Magazins wurde im Zuge der Neuausrichtung generalüberholt. Ein einheitliches und übersichtlicheres Design soll die Benutzerfreundlichkeit und inhaltliche Konzentration auf bestimmte Kernthemen stärken. Bravo Girl, Bravo Sport und auch Dr. Sommer bündeln und erweitern dazu in Zukunft das jeweilige Themenspektrum über eigene Kanäle.

Zentraler Baustein des Relaunches ist die soziale Komponente. „Bravo-Inhalte wurden bereits auf dem Schulhof geteilt, als es noch kein Internet oder Smartphone gab. Im digitalen Zeitalter können wir diese Kernkompetenz noch kraftvoller ausspielen und haben die Marke Bravo auf allen Kanälen zum Social Magazine weiterentwickelt“, sagte Marc de Laporte, Verlagsgeschäftsführer der Bauer München Redaktions KG, am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Hamburg.

Dafür wartet Bravo.de mit einer Reihe bunter und interaktiver Features auf: Über eigene Profile können Nutzer in Zukunft miteinander kommunizieren, privat oder in Gruppenchats. Auch die Bravo-Redaktion will nahbarer werden und präsentiert ihre Mitglieder namentlich und mit Foto; über die Message-Funktion können auch sie direkt angesprochen werden.

Neben den gängigen Share-Möglichkeiten über die verschiedenen sozialen Netzwerke können Nutzer Beiträge in einer Kommentarfunktion direkt bewerten. Damit das auch der jungen Zielgruppe Spaß macht, hat sich das Bravo-Team eine eigene Reihe von Meinungsicons ausgedacht: „WTF“, „Yolo“, „OMG“ oder „LOL“ sind nur einige Beispiele, wie hier zur Interaktion angeregt werden soll.

Auch im Heft soll sich die interaktive Komponente verstärkt widerspiegeln. Neue Rubriken wie „Inside Youtube“, die sich intensiver mit den Stars des Internets auseinandersetzt, „My Social World“, in der Stars ihre sozialen Aktivitäten offen legen oder „Hot Stuff!“ mit den Trends der Woche heben Netzthemen in die Print-Ausgabe. QR-Codes, Gewinnspiele oder „Poste mich“-Bilder wiederum sollen einen Rückkanal ins Web bilden.

Trotzdem: Eine ausgedruckte Version des Internets wolle man damit nicht werden, versichert Laporte. Das Bravo-Heft werde sich vielmehr auf hintergründigere, längere Geschichten konzentrieren, noch intensiver thematische Orientierung bieten. Dafür besinne sich die Bravo auf ihre Kernkompetenzen zurück. Das sei zum einen die Musik: „Wir hatten uns im letzten Jahr davon gelöst. Unsere Marktforschungsergebnisse zeigen aber: die musikalische Orientierung wird von uns erwartet und uns auch zugetraut.“ Zum anderen setze man verstärkt auf Lebensnähe, weshalb auch die Aufklärungs- und Beratungsinstanz Dr. Sommer weiterhin eine zentrale Bedeutung einnehmen soll. Pläne, die Printausgabe mit zunehmender Zahl von Online-Nutzern irgendwann einzustellen, gebe es keine, sagte Laporte weiter. Trotz starkem Auflageneinbruchs ist sich der Verlagsleiter sicher: „Wir sind nach wie vor relevant.“

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Die Bravo hatte in den letzten Jahren erhebliche Einbuße in ihrer verkauften Auflage hinnehmen müssen. Online jedoch verzeichnet die Teenie-Marke einen starken Nutzerzuwachs: Allein im letzten Jahr konnte Bravo.de seine Seitenaufrufe mehr als verdoppeln und zählte im Mai rund 7 Millionen Visits. Besonders stark stieg auch die mobile Nutzung: Waren es im ersten Quartal 2013 laut AGOF noch 230.000 Nutzer, konnte Bravo diese ein Jahr später auf 687.000 steigern.

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