Gegengewicht zu „Westmedien“: Russische Staatsmedien wollen in Deutschland expandieren

Russia Today und die Agentur Russiya Segodnya wollen deutschsprachige Angebote einführen
Russia Today und die Agentur Russiya Segodnya wollen deutschsprachige Angebote einführen

Publishing Russlands Regierungs-Medien wollen in Deutschland expandieren: Sowohl der russische Fernsehsender Russia Today als auch die Nachrichtenagentur Rossiya Segodnya - beide in Hand der russischen Regierung - planen einem Bericht des Wallstreet Journal zufolge die Einführung deutschsprachiger Angebote. Sie wollen damit ein Gegengewicht zur angeblichen Anti-Russischen Berichterstattung in den hiesigen Medien schaffen.

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Wie die Website der amerikanischen Zeitung berichtet, will die Nachrichtenagentur Rossiya Segodnya ihr bisher aus zwei Personen bestehendes Berlin-Team auf mindestens 30 Mitarbeiter aufstocken. Eingeführt werden soll eine deutschsprachige Website, Social-Media-Angebote sowie ein Radiokanal, der rund um die Uhr auf Deutsch Informationen rund um die Regierungspolitik Russlands bringt sowie internationale Ereignisse aus russischer Sicht beleuchtet. Der russische Fernsehsender Russia Today, ebenfalls in Berlin vertreten, plant laut Bericht zudem einen deutschsprachigen TV-Kanal, der bereits im ersten Halbjahr 2015 starten soll.

Russia Today wolle sich langfristig zu einer Alternative zu westlich geprägten internationalen Medien positionieren, wie CNN, BBC oder Deutsche Welle. Die Agentur Rossiya Segodnya wiederum wolle Dependancen in rund zwölf deutschen Städten aufbauen, um die öffentliche Meinung und die Nachrichtenagenda mitzubestimmen.

Die Expansionspläne rührten zum einen aus einem angeblichen Bedürfnis deutscher Mediennutzer heraus: Im März startete Wjatscheslaw Seewald eine Online-Petition, die sich für ein deutschsprachiges Angebot von Russia Today einsetzt. Zuletzt verzeichnete die Petition um die 28.000 Unterstützer.

Zum anderen nutzen die russischen Medienangebote damit die Gunst der Stunde. Die Diskussion um eine angeblich einseitige, anti-russische Berichterstattung in deutschen Medien ist längst selbst zum Thema geworden. „Wir wollen ganz einfach die Dominanz der sogenannten angelsächsischen Medien beenden“, zitiert das WSJ den TV-Moderator Dmitry Kiselyov. Gerade im Hinblick auf die jüngst veröffentlichten Spionage-Affären der US-Regierung und die damit zusammenhängende Belastung der deutsch-amerikanischen Beziehungen, sieht die russische Regierung in Deutschland offenbar ein Publikum für eine andere, eine russische, Perspektive. Als Zielgruppe der neuen Medienangebote bezeichnet ein russischer Regierungsbeamter in Berlin gegenüber dem WSJ besonders Kriegs- und Globalisierungsgegner sowie Konservative und „Gegner von homosexueller Propaganda“.

 

 

 

 

 

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