Warum Sie Ihren Journalisten-Job jetzt an den Nagel hängen und in die PR wechseln sollten

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Die jüngsten Zahlen aus den USA dürften Journalisten ins Grübeln bringen. Man könnte auch sagen: Diese Zahlen machen betroffen. Denn sie belegen, was viele schon geahnt haben. Der Gehaltsabstand zu den Kollegen aus der PR wird immer größer - auch für Berufsanfänger.

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Dazu hat das Pew Research Center die Zahlen des U.S. Bureau of Labor Statistics analysiert. Das Ergebnis: Menschen in der PR verdienen durchschnittlich 20.000 Dollar mehr im Jahr als Journalisten. Anders formuliert: Für jeden Dollar, den ein PR-Spezialist verdient, bekommt ein US-Journalist nur 65 Cents. 2014 waren es immerhin noch 71 Cents.

PR-Mitarbeiter verdienen nicht nur mehr, es gibt auch mehr von ihnen. So arbeiten in den USA fünfmal so viele Menschen in der PR wie im Journalismus. Vor zehn Jahren kamen auf einen Journalisten „nur“ drei PRler.

Mehr PR-Spezialisten verdienen mehr Geld

FT_Salary_GapDas liegt daran, dass nicht nur mehr Menschen in der PR arbeiten, sondern gleichzeitig auch weniger im Journalismus. 52.550 Redakteure zählte das U.S. Bureau of Labor Statistics im Jahr 2004, 43.630 waren es im Jahr 2013. Dem gegenüber stehen 166.210 PR-Spezialisten im Jahr 2004 und 202.530 im Jahr 2013. Die Messgrundlage sind Mitarbeiter-Befragungen. Zu den gezählten Jobs zählen Reporter und Korrespondenten sowie PR-Spezialisten, jedoch nicht Redakteure und PR-Manager.

Groß ist auch der Gehaltsunterschied für Berufsanfänger. Eine Studie der Universität von Georgia kam zu dem Schluss, dass das Einstiegseinkommen in der PR durchschnittlich rund 6000 Dollar höher ist als bei Jung-Journalisten.

Laut Pew Research ist ein Grund für den PR-Boom der digitale Wandel, der es Agenturen möglich macht, mit ihren Projekten große Reichweiten zu erzielen, damit hörere Etats zu sichern und dadurch höhere Gehälter auszuzahlen. Auf der anderen Seite sei der Niedergang der Gewerkschaften, die für die gerechtere Löhne kämpfen. verantwortlich für die schlechte Bezahlung von Journalisten.

Schlechte Gehaltssituation für Freie und Zeitungsreporter

Noch niedriger liegen die geschätzten Zahlen des American Journal Review. 44.360 US-Dollar – so viel bzw. wenig bekommen festangestellte Zeitungsreporter in den USA. Das sind umgerechnet gerade einmal knapp über 31.000 Euro. Nur Kellner und Bauarbeiter würden weniger verdienen. Der Landesdurchschnitt liegt bei 46,370 US-Dollar. Weitaus mehr hingegen verdienen Technikjournalisten, die im Jahr auf ein durchschnittliches Gehalt von 70.290 Dollar kommen. Kein Wunder also, das der Beruf des Zeitungsreporters in den USA zu den miesesten Jobs überhaupt zählt.

In Deutschland sieht die Situation für freie Journalisten nicht besser aus: 2.180 Euro, so viel bringen selbstständige Schreiber laut einer DJV-Umfrage monatlich nach Hause. Zum Vergleich: Das ist rund die Hälfte weniger als das Gehalt ihrer festangestellten Kollegen. Laut der Umfrage ist das durchschnittliche Gehalt seit der letzten Befragung 2008 sogar um acht Prozent gesunken. Am wenigsten verdienen freie Zeitungsreporter. Sie kommen gerade einmal auf durchschnittlich 1.395 Euro.

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