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#ISISmediaBlackout: Twitter löscht Konten, die Terrorvideo verbreiten

James Foley soll von IS-Terroristen ermordet, das Video der Exekution im Netz verteilt worden sein. Auf Twitter wehren sich Nutzer unter  #ISISmediaBlackout gegen die grausame Propaganda der Terroristen
James Foley soll von IS-Terroristen ermordet, das Video der Exekution im Netz verteilt worden sein. Auf Twitter wehren sich Nutzer unter #ISISmediaBlackout gegen die grausame Propaganda der Terroristen

Grausame Bilder wurden vergangene Nacht in viele Twitter-Timelines gespült: Die islamische Terromiliz "Islamischer Staat" (IS) hatte ein Video verbreitet, indem sie offenbar den amerikanischen Fotojournalisten James Foley exekutiert. Auf Twitter löste der brutale Versuch der Propaganda Entsetzen aus. unter dem Hashtag #ISISmediaBlackout wehrten sich Nutzer gegen die Verbreitung der Bilder. Als Folge kündigte Twitter-Chef Dick Costolo an, alle Accounts zu löschen, die eine Verbindung zu dem Video aufweisen.

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James Foley war bereits 2012 in einem umkämpften Gebiet in Nordsyrien verschwunden. Der amerikanische Journalist arbeitete unter anderem für die Nachrichtenagentur AFP und die Bostoner Medienfirma GlobalPost. In dem Video, das die Terroristen der Islamischen Miliz gestern auf Youtube gestellt und über Twitter verbreitet hatten, soll Foley exekutiert worden sein. Die Bilder der grausamen Tat verbreiteten sich schnell über den Kurznachrichtendienst, der filterlos alle Beiträge von Accounts, denen ein Nutzer folgt, anzeigt. Laut Süddeutscher Zeitung konnte allein ein Twitter-Account mit 10.000 Followern, bekannt für seine IS-Anhängerschaft, die Botschaft zwei Stunden lang verteilen. Sie erschien ohne Möglichkeit der Unterbindung auf den Bildschirmen vieler Nutzer, die mit Entsetzen reagierten.

Unter dem Hashtag #ISISmediaBlackout hat sich auf Twitter  mittlerweile eine Gegenbewegung gegen die Gräueltaten der Terroristenverbindung formiert. Nutzer wollen die Propagandaversuche der Terrorgruppe blockieren, indem sie dazu aufrufen, besagte Bilder nicht weiterzuverbreiten.

 Schnell wurden auch Forderungen laut, Twitter müsse Inhalte stärker prüfen. Twitterchef Dick Costolo zog Konsequenzen aus dem Ereignis und kündigte an, alle Accounts zu löschen, die eine Verbindung zu dem Video aufweisen.

Die Löschung der betreffenden Accounts dauert aber seine Zeit. Zwar sind der Anordnung offenbar schon einige Nutzerkonten zum Opfer gefallen:

Trotzdem erreichten die brutalen Bilder zuvor Tausende von Menschen. Das liegt an der Funktionsweise des Kurznachrichtendienstes, der sich gerade dadurch auszeichnet, dass Inhalte ungefiltert in Echtzeit bei Nutzern ankommen. Die rohe Informationsdarstellung kann, wie im Fall von Michael Brown, dazu führen, dass ein Ereignis erst breite Aufmerksamkeit erlangt. Gleichzeitig bietet sie Terroristen oder Rechtsradikalen die perfekte Verbreitungsplattform für  Propaganda. Das einzige Hilfsmittel dagegen ist die Mündigkeit der Nutzer, solchen Inhalte keinen Raum zu geben, sich gegen die betreffenden Konten zu beschweren und ihre Löschung zu fordern.

 

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