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TV-Produktionen: Unterhaltung wächst, Informationsformate schwächeln

Bilden das stärkste Genre im deutschen Fernsehen – jedenfalls nach Sendeminuten: Doku-Soaps
Bilden das stärkste Genre im deutschen Fernsehen - jedenfalls nach Sendeminuten: Doku-Soaps

Die deutsche Fenseh- und Filmbranche setzt verstärkt auf Entertainment-Formate. Laut einer Studie des Formatt-Instituts Dortmund stieg die Menge der produzierten Sendeminuten vor allem in diesem Genre und vermeldete 2012 einen Rekordwert von 45 Prozent am gesamten Produktionsvolumen. Einen ungebrochenen Aufwärtstrend verzeichne besonders die Produktion von Doku-Soaps.

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Vorab: die Formatt-Studie untersuchte die Produktionslandschaft der Jahre 2011 und 2012. Die von Formatt identifizierten Trends sind trotz ihrer Inaktualität aufschlussreich.

2012 wurden rund 714.000 Sendeminuten produziert, 2011 waren es 717.000.

Verluste bei Fiction- und Informationsangeboten

Einen Rückgang verzeichneten Fiction-Formate mit rund 25.000 Sendeminuten weniger gegenüber 2011. In dieses Genre fallen neben Filmen auch Serien und Comedy-Sendungen. Ausschließlich letztere konnten im Vergleich zu 2011 mit rund 4.000 Minuten zulegen.

Ebenfalls an Volumen verloren hat die Produktion von Informationssendungen. Statt 197.000 Minuten im Jahr 2011 wurden 2012 nur noch rund 184.000 Minuten informativer Formate hergestellt. Darunter fallen sowohl TV-Magazine als auch journalistische Langformate wie Dokumentationen oder Reportagen.

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Ungebrochener Trend: Reality-Formate

Das Unterhaltungsgenre erwies sich mit einem Zuwachs von über 40.000 auf insgesamt 324.000 Sendeminuten und 40 Prozent Marktanteil schließlich als besonders stark und erreichte damit einen bisherigen Höchstwert. Einbußen sind zwar auch hier zu verzeichnen: So sank sowohl die Produktion der Gameshows als auch der Talk-Formate von 2012 auf 2011. Die Verluste liegen allerdings bei nur 200 bzw. 1900 Minuten.

Stark gewachsen ist wiederum die Produktion von Doku-Soaps. Besonders die Nachfrage nach Reality-TV-Formaten wie „Berlin – Tag und Nacht“, „X-Diaries“, „Verklag mich doch“ oder auch „Big Brother“ scheint ungebrochen und machte mit einem Plus von rund 30.000 Sendeminuten drei Viertel des Gesamtzuwachses im Unterhaltungssegment aus. Für Produktionsfirmen sind solche Formate lukrativ, bedeuten sie doch vor allem niedrige Produktionskosten im Vergleich zu aufwändigen Filmen, Serien oder Shows. Sie bilden das mit Abstand größte Genre der Branche und lösen damit laut Formatt-Studie Talk- und Game-Formate ab.

Rund 12.000 Sendeminuten mehr wurden zudem im Show-Segment produziert. Gemeinsam gleichen beide Sendeformate nahezu die Verluste an Produktionsvolumen der gesamten Branche aus.

Die Formatt-Studie ist eine Langzeitstudie des Formatt-Instituts Dortmund im Auftrag des Ministeriums für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen unter der Leitung des Medienforschers Horst Römer. Sie erhebt und vergleicht die Produktionsvolumina der TV-Branche bundesländerübergreifend seit 1998 alle zwei Jahre. Die letzte Erhebung bezieht sich daher ausschließlich auf Ergebnisse aus den Jahren 2011 und 2012.

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