50 Mio. Dollar für BuzzFeed: Medienindustrie von Technologie „auf den Kopf gestellt“

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Kenneth Lerer weiß, wie die Zukunft der Inhalteindustrie aussieht. Und es verwundert kaum, dass der Mitgründer u.a. von Huffington Post und BuzzFeed aus der Antwort eine kleine Liste macht: Mobile, Video, Social und Tech seien der "Schlüssel zur Zukunft" der Medienbranche. Mit 50 Millionen Dollar frischem Kapital soll BuzzFeed zur "digitalen Medienmarke Nummer Eins" werden, sagt Jonah Peretti, der Gründer und CEO von BuzzFeed.

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Traditionelle Medienunternehmen seien im vergangenen Jahrzehnt von Technologie „auf den Kopf gestellt“ worden, sagt Peretti, der in einer Mitteilung des Unternehmens zitiert wird. Die „Disruption“, also die Zerstörung des bestehenden Geschäftsmodells von Medien, beschleunige sich „mit Lichtgeschwindigkeit“. Die Art, wie sich Menschen mit Medien beschäftigten, habe sich „dramatisch“ verändert.

Kurzform: BuzzFeed hat all das erkannt, glauben Gründer wie Finanziers der Website, die mit Katzen-Content und Listicles groß wurde und längst viel mehr bietet als das. Peretti und Lerer glauben an Social Media als treibende Kraft für Inhalte, sie glauben an eine mobile, unterhaltungs- und informationssüchtige Nutzerschaft, die möglichst einfach an Inhalte kommen will. Und sie glauben daran, dass BuzzFeed das Paradebeispiel für ein Medienunternehmen ist, das dieser Zukunft gerecht wird.

Offenbar glauben das auch die Investoren. Die Wagniskapitalfinanzierer Andreesen Horowitz stecken 50 Millionen Dollar in den Ausbau von BuzzFeed. Wie sieht der aus?

  • in diesem Jahr öffnen Büros nicht nur in Berlin, sondern auch in Mumbai, Mexico City und Tokio
  • die Redaktion gliedert sich in News (klassische Breaking News, Recherche, etc. – Verdopplung des Teams), Life (Servicejournalismus mit eigener Testküche – Verdreifachung der Mitarbeiter) und Buzz (virale Inhalte, Web-Kultur, etc.)
  • alle Bewegtbild-Inhalte werden von der Abteilung BuzzFeed Motion Pictures koordiniert und produziert. Von animierten GIFs bis zu Web-Serien. Ein Team soll sich mit der Zukunft des Spielfilms beschäftigen
  • in der neuen Abteilung BuzzFeed Distributed sollen 20 Mitarbeiter Inhalte ausschließlich für Plattformen wie Tumblr, Instagram, Snapchat, Vine, Imgur und Co. erstellen
  • die Abteilung BuzzFeed Creative beschäftigt 75 Mitarbeiter, die sich nur um die Produktion von Inhalten für Werbekunden kümmern

„Wir befinden uns mitten in einer historischen Veränderung der Medienindustrie“, befindet Andreesen Horowitz-Partner Chris Dixon. Warum die Firma in BuzzFeed investiere? Weil das Verständnis für Technologie jeden Teil der Organisation erfasst habe. Diese Grundlage ermögliche es, bei der Verbreitung von Inhalten via soziale Medien und mobile Geräte führend zu sein.

Der Deutschland-Start von BuzzFeed wird für den Herbst erwartet.

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