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Abo statt Adblocker: Onlinemagazin Golem führt werbefreies Angebot ein

Golem Pur verspricht IT-Nachrichten ganz ohne Ablenkung durch Online-Werbung
Golem Pur verspricht IT-Nachrichten ganz ohne Ablenkung durch Online-Werbung

Das Onlinemagazin Golem.de bietet seinen Nutzern seit heute die Möglichkeit, sich die Seite komplett ohne Werbung anzeigen zu lassen. "Golem Pur" heißt das neue Modell, welches das IT-Nachrichtenportal als Antwort auf den zunehmenden Einsatz der Nutzer von Adblockern entwickelt hat.

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Ausgangspunkt für die Einführung des Abo-Modells war ein Aufruf der Golem-Redaktion im Mai letzten Jahres. Unter dem Titel „Bitte schalte deinen Adblocker aus“ hatte das Unternehmen seinen Nutzern erklärt, wieso der Einsatz werbeblockierender Software sowohl Golem.de schade als auch seinen Lesern: Kostenfreie Inhalte müssten letztlich irgendwie finanziert werden. Durch Adblocker aber generiert auf der Website geschaltete Werbung weniger Reichweite, was dazu führt, dass Anzeigenkunden weniger zahlen. Weniger Einnahmen wiederum bedeuten weniger Arbeitskraft und damit auch weniger Qualität. Eine Abwärtsspirale.

Komplett Werbefrei: Golem Pur

Der Aufruf zog eine Diskussion über die Notwendigkeit von Werbeeinnahmen und die Möglichkeit alternativer Bezahlmodelle nach sich. Herausgekommen ist das Abo-Modell „Golem Pur“: Wer zahlt, kann die Inhalte der Onlineplattform komplett werbefrei nutzen. Die Version verzichtet auf jegliche Art von Adtags, wodurch keine Daten an Adserver weitergeleitet werden. Tracking und Profilbildung durch Werbeanbieter  sind dadurch ausgeschaltet. Gesammelt werden lediglich anonyme Zählpixel zur Reichweitenmessung für die IVW, Agof und die VG Wort.

Kostenpunkt: 30 Euro im Jahres-Abo, 18 Euro für sechs Monate oder vier Euro monatlich mit Kündigungsfrist zum Monatsende. Neben der werbefreien Nutzung verspricht Golem seinen Abonnenten zudem zusätzliche Komfortfunktionen für das Seitenlayout sowie die Möglichkeit, Videos auch offline zu nutzen.

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Werbung ja, aber unaufdringlich

Das Abo-Modell ist aber nur eine von drei Antworten des Onlineportals auf die Frage: wie verdienen wir (auch mit Werbung) Geld – und wie nicht? Wie die Diskussion um die Adblocker und eine darauf folgende Umfrage von Golem unter mehr als 28.000 Lesern ergeben habe, sei die Mehrheit der nutzer noch immer für eine kostenlose, werbefinanzierte Nutzung der Inhalte. Für diese Gruppe setze man auf unaufdringliche Werbeformen: „Grundsätzlich gilt: Werbung, die die Nutzung unterbricht, ist nicht erlaubt.“ Konkret bedeute das unter anderem keine Layer-Ads oder Unterbrecherwerbung.

Eine weitere Gruppe hatte in der Diskussion angeregt, Honorierungsmöglichkeiten für einzelne Beiträge zu schaffen. Golem führte daraufhin im September letzten Jahres das Bezahltool Flattr ein, über das Nutzer auch für einzelne Artikel zahlen können. Bislang zieht das Onlinemagazin aber ein eher nüchternes Resümee: „Golem.de hat rund 1,5 Millionen Unique User pro Monat. 460 Flattr-Nutzer haben Artikel von uns seit Oktober 2013 unterstützt. Die Bilanz: 0,03 Prozent aller Besucher in diesem Zeitraum haben unsere Beiträge geflattert.“ Zwar werden viele Beiträge über soziale Netzwerke geteilt, gezahlt werde aber noch sehr wenig dafür.

Inhalte komplett hinter einer klassischen Paywall zu verstecken, sei bei der Lösungssuche trotzdem nie in Frage gekommen: „Denn das Beschränken des Zugangs zu Informationen und das Errichten von Paywalls entsprechen nicht unserem Verständnis des Internets und der vernetzten Welt.“

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