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Laughstorm: Türkische Frauen rebellieren im Social Web gegen lächerliches Lachverbot

Lach-Revolte: Türkeis Frauen lachen den Kommentar des türkischen Vizepremiers Bülent Arinc über soziale Netzwerke einfach weg
Lach-Revolte: Türkeis Frauen lachen den Kommentar des türkischen Vizepremiers Bülent Arinc über soziale Netzwerke einfach weg

Lachen ist Sünde, findet der türkische Vizepremierminister Bülent Arinc - zumindest für Frauen. Um ihre Keuschheit und Tugendhaftigkeit zu wahren, sollten Frauen in der Öffentlichkeit daher auf fröhliche Mimik verzichten. Türkischen Frauen reagierten aber nicht mit keuscher Gesichtslähmung sondern fluteten die sozialen Netzwerke mit lautem Gelächter.

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 „Wo sind unsere Mädchen, die leicht erröten, ihren Kopf senken und die Augen abwenden, wenn wir in ihre Gesichter schauen, und somit zu einem Symbol der Keuschheit werden?“ fragte der türkische Vizeregierungschef Bülent Arinc in einer Veranstaltung zum Ende des Ramadan am Montag. Als tugendhaft bezeichnete er dabei Frauen, die in der Öffentlichkeit ihre Attraktivität versteckten und darauf verzichteten zu lachen. Letzteres ist für den Politiker der türkischen Regierungspartei AKP  – zumindest bei Frauen – Sünde.

Einen Gefallen getan hat sich der stellvertretende Premierminister damit nicht, denn sein Kommentar löste im Netz eine Welle der Solidarisierung mit den Frauen seines Landes aus. Unter den Hashtags #kahkaha (Lachen), #direnkahkaha (Widerstand Lachen) und #direnkadin (Widerstand Frauen) posten türkische Frauen auf Facebook, Twitter und Instagram Bilder von sich, wie sie beherzt in die Kamera lachen. Eine der ersten war die Autorin und politische Kommentatorin Ece Temelkuran, mit fast einer Millionen Followern auf Twitter, wie die BBC berichtete. 

Ihr gefolgt sind Hunderttausende weitere Frauen und Männer, vor allem aus der Türkei, aber auch über die Ländergrenzen hinweg.

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Auch die Aktivistinnen der feministischen Vereinigung Femen, ließen es sich nicht nehmen, auf den reaktionären Kommentar von Bülent Arinc zu reagieren – natürlich oben ohne.

Mittlerweile ist die Social-Media-Aktion zu einer politischen Protestwelle geworden, die zu keiner bedeutenderen Zeit für die türkische Regierung kommen könnte. Am 10. August nämlich entscheidet die Bevölkerung des Landes darüber, wer der nächste Präsident wird: Der amtierende Premierminister Recep Tayyip Erdogan von der Regierungspartei AKP, der auch Arinc angehört, oder sein Gegner Ekmeleddin Ihsanoglu.  Der wiederum hat seine Chance erkannt und solidarisierte sich auf Twitter prompt mit der Lachrevolte: „Nichts brauchen wir so sehr wie das fröhliche Lachen von Frauen“, schrieb der Oppositionspolitiker dort laut Spiegel Online.

Besondere Schmankerl sind in diesem Zusammenhang Bilder von Erdogans Frau Emine, die sie lachend auf öffentlichen Veranstaltungen zeigen und die immer wieder in der Protestwelle auftauchen.

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