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Sky News Reporter wühlt sich durch Tasche von MH17-Absturzopfer

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Auf Spurensuche on air: Liveschalte von der Absturzstelle

Der britische Nachrichtensender Sky News hat sich für eine Live-Schaltung von der Absturzstelle des Flugzeuges MH17 entschuldigt. Am Sonntag ging der Reporter Colin Brazier live auf Sendung - und wühlte in einer Tasche eines Absturzopfers. "Ein schrecklicher Moment für den Journalismus", kommentierte ein Journalismus-Professor.

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Brazier erkannte offenbar in dem Moment, als er sich die Tasche des Opfers anschaute, einen Schlüsselring und eine Zahnbürste anfasste, dass er eine Grenze überschritten hatte. „Ich nehme an, wir sollten das hier nicht tun“, sagte er live auf Sendung (hier ein Vine-Video der Schalte).

Im Web wurde Brazier heftig kritisiert, berichtet der Guardian. „Einfach abstoßend“, kommentierte ein BBC-Radioreporter demnach. Eine Sky-Sprecherin sagte laut Guardian, sowohl Brazier wie Sky News „entschuldigten sich vielmals“. Der Journalismus-Professor Joe Watson bezeichnete die Taschen-Inspektion als „schrecklichen Moment für den Journalismus“.

Die Absturzstelle in der Ostukraine haben mittlerweile viele Reporter erreicht. Das Gebiet wird offenbar von pro-russischen Separatisten bewacht. Wie die Bild am Sonntag berichtete, wurden die Leichen der Opfer aber auch Tage nach der Tragödie teilweise nicht abgedeckt, konnten Personen ungehindert die Gepäckstücke durchsuchen. Entsprechend hieß es laut unbestätigten Gerüchten, auch Beweismittel, die zur Aufklärung des Unglücks beitragen könnten, seien beiseite geschafft worden. Die BamS war mit ihrem Reporter Paul Ronzheimer nach eigenen Angaben vor den meisten anderen Reportern am Unglücksort. Die BamS zeigte im Blatt Bilder, Ronzheimer twitterte ein Foto, das ein Kuscheltier an der Absturzstelle zeigt. Die BamS zeigte darüber hinaus die vier deutschen Opfer des Absturzes mit Namen und Foto.

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