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Frank Elstner und Böhmermann: zwischen Old-School-Sketchen und Viral-Quatsch

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Da hat also Jan Böhmermann mit der Bild- und Tonfabrik für den WDR ein neues Comedy-Format produziert bei dem in der Auftaktfolge Frank Elstner die Hauptrolle spielt. "Die unwahrscheinlichen Ereignisse im Leben von ..." heißt das Projekt, das in der ersten Folge quietschbunt zwischen Endlos-Viralclip und Old-School-Sketch-Comedy pendelt.

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Gleich zu Beginn wird mit dem Vorschlaghammer klargemacht, wie gnadenlos selbstironisch, meta und tabulos hier gelacht werden darf. Auf der scheinbaren Beerdigung von Frank Elstner sind auch WDR-Intendant Tom Buhrow und Moderatorin Bettina Böttinger zu Gast und Buhrow wackelt mal wieder lustig mit dem Kopf. Der Herr Intendant hat also seinen Segen gegeben für den Schabernack, der nun eine Dreiviertelstunde lang folgt.

„Die unwahrscheinlichen Ereignisse im Leben von …“ soll eine Ensemble-Comedyshow in Anlehnung an das berühmte „Saturday Night Live“ aus den USA sein. In der Tat wirkt die Show aber eher wie ein Mix aus Internet-Viralclips und Old-School-Sketchcomedy à la „Harald und Eddi“ – Gott hab sie selig. Die unwahrscheinlichen Ereignisse im Leben des Frank Elstner sind in erster Linie gespielte Witze mit Hang zur Überlänge (wie bei dem mit der Postfiliale in der Bar) und einer manchmal etwas allzu dick aufgetragenen Political Incorrectness.

OK, es hat Charme und Chuzpe, wenn Samuel Koch in einem Cameo als Sicherheitsexperte für einen Auto-Stunt auftritt. Die Witze an sich sind auch nicht schlecht, die Leute ebensowenig. Aber die Pointen werden stellenweise zu sehr ausgewalzt. Davon abgesehen die Produktion der Bild- und Tonfabrik mal wieder überragend – auch wenn der Retro-Stil hier nicht ganz so gut passen mag wie bei Böhmermanns „Neo Magazin“ oder „Roche & Böhmermann“.

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Frank Elstner, der freundlich interessiert durch die  Show tapst wie ein Jean-Claude Juncker der TV-Unterhaltung, hat einige Leute seiner Moderatoren-Masterclass in dem Format untergebracht. Auch eine nette Sache, zumal sie den Job tatsächlich meistern. Da werden Penisse und Hakenkreuze gemalt, Witze über Behinderte und radikale Islamisten gemacht, es wird gesungen und getanzt. Da sind alles schon viel versprechende Ansätze. Es muss aber noch an Tempo und Dramaturgie gefeilt werden. Und es würde nicht schaden, wenn man bei den Sketchen nicht schon fünf Kilometer gegen den Wind die nächste Pointe riecht (Wie etwa bei der Nummer mit den „menschlichen Algorithmen“, die versuchen herauszufinden, wer „Mambo Nr. 5“ gesungen hat).

Dass die Autoren der Show Elstner aber einen Satz sagen lassen wie:  „Mambo Nr. 5 … Ich mag diesen jungen, urbanen Sound von Mr. President.“ – das lässt wirklich hoffen.

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