Jeder Tag sollte „Social Media Tag“ sein – deutsche Medien über den Social Media Tuesday

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Publishing Ab sofort müssen die Redakteure der amerikanischen Tageszeitung USA Today jeden Dienstag so tun, als gäbe es keinen anderen Distributionskanal als die sozialen Netzwerke. Ist ein Social Media Tuesday auch für deutsche Print-Redaktionen denkbar? MEEDIA hat nachgefragt.

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Diese Woche kündigte die Tageszeitung USA Today an, ab sofort den Social Media Tuesday einzuführen: Jeder Journalist teilt und bewirbt einmal in der Woche seine eigenen Artikel selber auf Facebook, Twitter und Reddit – so sollen sie laut Herausgeber Larry Kramer mehr Nähe zum Leser aufbauen und die Mechanismen des Social Web verinnerlichen.

Käme ein Social Media Tuesday auch für deutsche Redaktionen in Frage? Die Kolleginnen und Kollegen der taz, Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ) und Bild haben sich auf Nachfrage von MEEDIA zu der Idee geäußert:

Für taz erklärt Gaby Sohl: „Der Social Media Tuesday ist eine sehr hübsche Idee, aber für uns hier in Berlin leider überhaupt noch nicht umsetzbar. So einem Tag müssten intensive Vorbereitung und Betreuung vorausgehen, die wir in unserer Online-Redaktion personell nicht leisten können. Die US-Kollegen haben Social Media wesentlich routinierter in ihren journalistischen Alltag eingebunden und können daher so einen Weg auch konsequent ausbauen.“ Gaby Sohl, taz.die Tageszeitung

HAZ-Vize Hannah Suppa sagt dagegen: „Der Ansatz der USA Today ist gut: Die Redakteure mit so einer Aktion dafür sensibilisieren, wie ihre Nachrichten heute konsumiert werden. Auch wir beobachten bei der HAZ, dass vor allem junge Leser sich über ihren Facebook-Newsstream informieren – darauf müssen wir in der täglichen Arbeit reagieren. Jedoch sollten Print und Digital ohnehin so verzahnt sein, dass nicht ein besonderer Tag auserkoren werden muss, um sich auf die Bedeutung von Social Media zu besinnen. Jeder Tag sollte ‚Social Media Tag‘ sein.“

Für die Bild erklärt deren Social-Media-Chef: „Ich finde die Idee der US-Kollegen grundsätzlich toll – sicher ein guter Weg, viele Journalisten noch stärker in Sozial-Media-Aktivitäten einzubinden. Bild hat schon vor einigen Jahren erkannt, dass Social Media für unsere Reichweite, aber auch den Kontakt zu unseren Nutzern, ein wichtiger Baustein ist. Deshalb haben wir zum Beispiel 340 Mitarbeiter auf Twitter gebracht – die Kollegen nutzen aber auch viele andere Kanäle, um ihre Geschichten auf dem passenden Kanal zu verbreiten und ansprechbar zu sein. Um das möglichst optimal für die Einzelperson und die Marken zu nutzen, haben wir die Kollegen natürlich geschult und bieten täglich den Austausch mit den Social-Media-Redakteuren in den Ressorts“. Weiter sagt er: „Print und Online sind bei Bild eine Einheit und auch die Social-Media-Kanäle gehören für Redakteure und Reporter zu den täglichen redaktionellen Aufgaben. Insofern wäre mir ein Social Media Tag zu wenig – da sind wir schon einige Schritte weiter.“

Prinzipiell schätzen die Bild, die HAZ und die taz einen Social Media Tuesday als durchaus sinnvoll ein, eine Umsetzung kommt für die drei Redaktionen jedoch aus unterschiedlichen Gründen nicht in Frage. Schön wäre, wenn in deutschen Redaktionen tatsächlich jeder Tag zum Social Media Tuesday werden könnte.

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