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„Temper Temper“ – Verwirrung um deutschlandweite Fake-Abmahnwelle

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Haben Sie am Montagmorgen auch eine vermeintliche Abmahnung erhalten, die Ihnen den illegalen Download des Musikalbums “Bullet For My Valentine – Temper Temper” vorwirft? Dann sind Sie nicht allein. Offenbar handelt es sich um eine zehntausendfache Abmahnwelle, die gerade Deutschland überrollt. Alles Fake, wie sich herausstellt.

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Medienanwalt Christian Solmecke zitiert aus einer der gefakten Abmahn-Mails:

“Dies ist eine Abmahnung wegen Ihres Verstoßes gegen §19a UrhG am 06.07.2014. Das Musikalbum ‘Bullet For My Valentine – Temper Temper’ wurde von Ihrer IP 8.149.94.13 gegen 03:40:24 heruntergeladen. Dies verstößt gegen § 19a UrhG und muss zum verantwortlichen Amtsgericht gemeldet werden. Nur die schnellstmögliche Zahlung eins Bußgeldes von 400.88 Euro kann dies verhindern. Wir erwarten den Zahlungseingang innerhalb der nächsten 48 Stunden. Details finden Sie im angehängten Dokument f809678eea90.zip

Hochachtungsvoll, Philipp Marquort”

In einem anderen Fall handelt es sich um das Musikalbum “Avenged Sevenfold – Hail to the King”. Darüber hinaus wird das Opfer zur Zahlung von 400 bzw. 500 Euro aufgefordert. Solmecke, bei dem nach eigenen Angaben im Laufe des Tages schon etliche Fälle in der Kanzlei aufliefen, rät zu Gelassenheit. Eine Abmahnung per Mail sei zwar rechtskräftig, aber in der Praxis absolut unüblich. Ferner sei die Aufforderung zu einer Zahlung innerhalb von 48 Stunden nicht legal. Ferner würde keine Kanzlei, wie in diesem Fall, Zip-Dateien anhängen, die mitunter Viren enthalten könnten.

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Kanzleien distanzieren sich

Solmeckes Kanzlei Wilde Beuger Solmecke ist nicht die einzige, die über die Fake-Abmahnwelle informiert. Das hat einen guten Grund: Man will sich distanzieren. In den Abmahn-Mails wird unter anderem die bekannte Abmahn-Kanzlei Sasse & Partner genannt. Die betont per Mail, einem Betrug aufzusitzen: “Die ‘Abmahnungen’ werden unter dem Namen unseres Rechtsanwaltes Jan Spieldenner versendet. Der oder die Täter machen sich offenbar den Umstand zunutze, dass unsere Kanzlei regelmäßig Schutzrechtsverwarnungen für diverse Mandanten ausspricht und hierdurch einen gewissen Ruf erworben hat. Wir weisen darauf hin, dass die von uns erstellten Abmahnungen niemals als ZIP-Datei verschickt werden.”

Der Berliner Medienanwalt Johannes von Rüden rät den Betroffenen dazu, die E-Mail schlicht zu löschen. “Rufen Sie bitte auch nicht bei der angegebenen Rufnummer an. Hierbei handelt es sich um Privatanschlüsse, die nun auch nicht zusätzlich belästigt werden müssen.”

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