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Rocket Internets Börsenrakete: Auf diese Branchen setzen die Samwers

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Bad News vom Großinvestor: Oliver Samwer, Vorstandschef der Rocket Internet AG

Rocket Internet, die wohl größte Holding für Startups in Deutschland, ist nun eine Aktiengesellschaft. Mitgründer und Vorantreiber Oliver Samwer ist Vorstandsvorsitzender. Ab Herbst rechnet die Branche mit einem milliardenschweren Börsengang. Was sind die Prinzipien, und was sind die Geschäftsmodelle, auf die Rocket setzt?

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Gefühlt wurde schon tausendfach darauf hingewiesen, dass die Rocket-Gründer nicht auf neue, innovative Geschäftsmodelle setzen, sondern auf Kopien bereits erfolgreich gestarteter Geschäfte. Dies ist bei einem Inventar der in jeder Hinsicht weit reichenden Startups nicht zu widerlegen. Die Samwers sind groß darin, gute Ideen zu erfolgreichen, weil hoch-effizienten Unternehmen zu machen.

Erfolgsprinzip 1: schnell sein, Trends erkennen

Erfolgsprinzip 2: konsequenter eine Geschäftsidee exekutieren als der Wettbewerb

Erfolgsprinzip 3: nicht auf Europa und USA als Kernmärkte setzen, sondern auf wachsende Märkte auf der ganzen Welt, also Afrika, Asien, Südamerika

Erfolgsprinzip 4: die Unternehmen miteinander vernetzen, Benchmarks vergleichen, erfolgreiche Modelle auf andere Unternehmen und/oder Branchen anwenden

Erfolgsprinzip 5: nicht prassen, sondern sparsam sein, wo es geboten ist

Die Branchen und Geschäftsmodelle, die sich die Rocket-Macher ausschauen, sind darum keine Indikatoren, keine Trendsetter. Sie zeigen aber, wo im Netz Potenzial für hohe Umsätze und Renditen zu finden ist. Geschäftsmodelle, die auf Inhalte setzen, gibt es übrigens so gut wie keine im Samwer-Universum. Und Social Networks sind seit der ungebrochenen Dominanz von Facebook auch nur noch bedingt ein Thema.

E-Commerce ist das bekannteste Zugpferd. Die Samwer-Gründung Zalando geht vermutlich selbst noch in diesem Jahr an die Börse. Was geht? Möbel und Design stehen hoch im Kurs, Schuhe & Mode sowieso. Schmuck, Sport, Kinderklamotten, Büroausstattung.

Marktplätze sind effiziente Renditebringer. U.a. haben die Samwers im Angebot Plattformen für Vintage-Produkte, Autos, Haushaltshilfen, Immobilien, Apartmentfinder. Die klassischen Rubrikenportale für Autos, Jobs und Immobilien befinden sich in anderen Händen, die Lücken für andere Produkte und Dienstleistungen werden schnell geschlossen.

Services sind ein stark wachsendes Geschäftsmodell. Ein Auszug aus dem Katalog: Fotobücher-Produktion, Busreisen-Finder, Hotelvergleich, Taxi-App, Lebensmittel-Lieferung, Pflegeprodukte im Abo (Schnittstelle zu E-Commerce), Kreditfinanzierung. Neu im Portfolio: eine Firma mit Sitz in London, die On-Demand-Storage, also eine Einlagerung von Gegenständen oder Unterlagen, anbietet. Der Mehrwert besteht in der Übernahme des Transportes durch die Firma namens SpaceWays. Zunehmend vereinfachen virtuelle Plattformen das Leben in der physischen Welt – und in diesem Fall ganz elementare Tätigkeiten wie das Schleppen von Kisten. Ein wahrscheinlicher Wachstumsmarkt sind Bezahlsysteme.

Nahezu alle alten und neuen Geschäftsmodelle der Samwers lassen sich diesen drei Kategorien zuordnen. Wie zuletzt auch Holtzbrinck Digital gemerkt hat, liegt die Kraft in der Fokussierung. Vergleichsweise schwierig zu refinanzierende Content-Geschäftsmodelle überlässt man lieber den Medienunternehmen und ihren bereits reichlich vorhandenen Konkurrenten wie YouTube, Netflix, BuzzFeed und Co.

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