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Facebook-Chefin Sheryl Sandberg entschuldigt sich halbherzig für Manipulation

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Facebook-Chefin Sheryl Sandberg

Facebook experimentierte mit Nutzer-Newsfeeds, um das Verhalten der Menschen zu studieren - und erntete dafür massive Kritik. Sheryl Sandberg, die Chefin des Netzwerks, räumte nun ein, man habe das Experiment „schlecht kommuniziert". Ob der Ärger damit ausgestanden ist, scheint fraglich. In Großbritannien droht Ärger wegen eines möglichen Verstoßes gegen geltendes EU-Recht.

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Hat Facebook den Bogen überspannt? Befremdlich klang die Fragestellung des Experiments, das Facebook im Januar 2012 zusammen mit Wissenschaftlern der Cornell University und der University of California, San Francisco, veranstaltete: Wie sehr haben die Postings unserer Freunde Einfluss auf unser eigenes Verhalten auf Facebook?

Dieser Frage ging das weltgrößte Social Network nach, indem es eine Woche lang 700.000 Nutzer-Accounts durch die aktive Filterung des Newfeeeds manipulierte. Ein Teil der Nutzer erhielt überwiegend positive Postings angezeigt, der andere Teil überwiegend negative. Erstaunliche Erkenntnis der Gefühlsmanipulation: Die Stimmung der Facebook-Freunde ist ansteckend – Nutzer posteten bis zu 90 Prozent entsprechend der vorherrschenden Stimmungslage.

Nachspiel durch britische Datenschutzbehörde droht

Der Aufschrei auf den Eingriff, der erst zweieinhalb Jahre später publik wurde, war vorprogrammiert – seit Tagen machen sich Nutzer bei Twitter und auf Facebook selbst unter dem Hashtag #FacebookExperiment Luft. Doch die Aktion könnte auch noch ein rechtliches Nachspiel haben.

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So soll sich die britische Datenschutzbehörde Information Commissioner’s Office (ICO) mit dem Fall beschäftigen und Ermittlungen erwägen. Denn das europäische Hauptquartier des Social Networks befindet sich in Irland. Die ICO prüft nun, ob Facebook gegen bestehende Datenschutzrichtlinien verstoßen hat.

„Für die Kommunikation entschuldigen wir uns. Wir wollten niemanden verärgern“

Facebook-COO Sheryl Sandberg versuchte unterdessen am Mittwoch, mit einer lauwarmen Entschuldigung Wind aus der Manipulations-Affäre zu nehmen. „Die Studie wurde schlecht kommuniziert. Für die Kommunikation entschuldigen wir uns. Wir wollten niemanden verärgern“, erklärte Sandberg gegenüber dem Wall Street Journal.

In der Sache jedoch ruderte Sandberg nicht wirklich zurück: „Es war Teil einer andauernden Studie, die Firmen durchführen, um unterschiedliche Produkte zu testen“, versuchte sich Facebooks operative Chefin in gewohnter Krisenkommunikationsmanier eine Deeskalation. „Wir nehmen die Privatsphäre und Sicherheit bei Facebook sehr ernst.“ Oder, wie es das Techblog Panda Daily paraphrasierte: „Sorry, not sorry„.

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