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„Wat woll’n se?“: Per Mertesacker faltet ZDF-Reporter zusammen 


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Es gibt diese Art von Zusammentreffen immer wieder: Ein Sportler stellt sich einem Reporter nach dem Spiel, hat aber eigentlich keine Lust auf das Interview. Eine Neuauflage des Klassikers lieferte nach dem Schlusspfiff in Porto Alegre DFB-Verteidiger Per Mertesacker, der ZDF-Reporter Boris Büchler nach dem mühsamen 2:1 gegen Algerien förmlich abbügelte.

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Man kann es einen Abnutzungskampf nennen oder eine von hundert anderen Fußballphrasen bemühen – fest steht: Trotz des Weiterkommens war das 2:1 gegen Algerien nach Verlängerung kein gutes Länderspiel der deutschen Mannschaft. Das wusste auch DFB-Verteidiger Per Mertesacker, der sich nach den kräftezehrenden 120 Minuten sichtlich gezeichnet in der Mixed Zone den Fragen von ZDF-Reporter Boris Büchler stellte.

Bevor der ZDF–Mann zur ersten Frage ausholen kann, zeichnet sich bereits ab, dass der deutsche Abwehrspieler ziemlich genervt zu sein scheint. Er wendet sich ab und blickt versteinert ins Leere, als Büchler fragt: „Was hat das deutsche Spiel so schwerfällig und so anfällig gemacht?“.

„Völlig wurscht! Wir sind jetzt unter den letzten Acht – und das zählt“, bügelt der Arsenal-Profi den ZDF-Reporter ab. Schließlich hatte er selbst kurz nach Spielende auf Twitter kundgetan, wie er das Achtelfinale bewertet – Mertesacker war „stolz“.

„Was wollen Sie jetzt von mir? Wat woll’n se?“

Doch Boris Büchler ließ natürlich nicht locker. „Aber das kann ja nicht das Niveau sein, das Sie sich ausgerechnet haben. Dass man sich jetzt im Viertelfinale noch steigern muss, dürfte auch Ihnen klar sein?“, provoziert der 44-jährige ZDF-Profi den Abwehrchef.

 

Mertesacker geht Büchler auf den Leim. „Wat woll’n se? Was wollen Sie jetzt so kurz nach dem Spiel? Kann ich nicht verstehen“, entgeistert sich der DFB-Profi und fasst sich an den Kopf. Büchler versucht es mit Deeskaltion, gratuliert zum Sieg, um dann doch wieder den Finger in die Wunde zu legen. „Ich wollte fragen, warum es in der Defensive und beim Umschaltspiel nicht so gut gelaufen ist, wie man sich das vorgestellt hat.“

„Glauben Sie jetzt, unter den letzten 16 ist eine Karnevalstruppe?“

Die Kritik ist offenbar zuviel für den 29-jährigen Hannoveraner, der mit 102 Länderspielen zu den erfahrensten DFB-Profis zählt. Mertesacker knöpft sich Büchler vor: „Glauben Sie jetzt, unter den letzten 16 ist eine Karnevalstruppe? Sie (Algerien) haben es uns über 120 Minuten richtig schwer gemacht“, macht der frühere Bundesligaprofi von Hannover 96 und Werder Bremen klar.

„Wir haben gekämpft bis zum Ende und haben dann überzeugt, besonders in der Verlängerung“, erklärt Mertesacker und ergänzt noch zwei, drei weitere Sätze zum Spielverlauf, um dann mit dem Kultsatz abzuschließen:  „Jetzt lege ich mich erstmal drei Tage in die Eistonne, dann analysieren wir das Spiel und dann sehen wir weiter.“ Der Vergleich kommt nicht von ungefähr, wie ein Tweet wenige Tage zuvor noch klarmacht:

„Wollen Sie eine erfolgreiche WM oder sollen wir wieder ausscheiden?“

Doch das reicht dem ZDF-Reporter immer noch nicht. „Absoluter Kraftakt, eine Energieleistung. Glauben Sie, dass jetzt der ‚Wow-Effekt‘ kommt wie bei der WM 2010, dass es auch spielerisch besser läuft“, stichelt Büchler weiter. Eins, zwei, drei Sekunden Schweigen. Achselzucken, Wimperzuckern. Es sind Momente, die man von Jürgen Klopp kennt. Es brodelt im verletzten Sportlerherzen. Würden keine Kameras des öffentlich-rechtlichen Fernsehens laufen – es würde gewiss lauter zur Sache gehen, vielleicht sogar nonverbal. Mertesacker ringt um Fassung, beherrscht sich und knöpft sich den ZDF–Mann dann doch mit deutlichen Worten vor.  „Was wollen Sie? Wollen Sie eine erfolgreiche WM oder sollen wir wieder ausscheiden und haben schön gespielt? Ich verstehe die ganze Fragerei nicht. Wir sind weitergekommen, wir sind superhappy. Wir haben heute alles gegeben und bereiten uns jetzt auf Frankreich vor.“ Wenig überraschend schlug das Interview danach hohe Wellen im Social Web:

Update vom 1.7.2014, 16.19 Uhr: 11Freunde hat sich sogar dazu hinreißen lassen, einen Remix von „Ice, Ice, Baby“ mit den Worten von Mertesacker zu kreieren.

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