Twitter-Beef zwischen FAZ-Mann Blumencron und Springers Keese zum LSR

LSR hui oder pfui? Christoph Keese (l.), Mathias Müller v. Blumencron
LSR hui oder pfui? Christoph Keese (l.), Mathias Müller v. Blumencron

Das Leistungsschutzrecht (LSR) ist ein bürokratisches Monstrum. Und doch oder gerade deswegen bringt es die Gemüter in der Branche in Wallung. Auf Twitter kabbeln sich gerade FAZ-Digital-Chef Mathias Müller von Blumencron und Christoph Keese, Chef-Lobbyist von Axel Springer zum Thema LSR. Hintergrund ist, dass u.a. Springer Google auf Basis des Leitungsschutzrechts verklagen will, sich selbst gleichzeitig aber an der Suchmaschine Qwant beteiligt.

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Wollte FAZ-Digital-Chef Mathias Müller von Blumencron von Springers vorderstem Leistungsschutzkämpfer Christoph Keese via Twitter wissen. Der ließ sich ein paar Tage Zeit, antwortete dann aber doch. Allerdings denkbar unkonkret:

Blumencron hakte nach:

Die Antwort, ein typischer Keese:

Und noch einmal die Nachfrage:

Und die wirre Antwort, die die Frage ins Gegenteil verkehrt „beantwortet“:

Immerhin gesteht Keese am Ende ein, dass auch Qwant unter das LSR fällt, bzw. dieses akzeptieren wird:

Was dies dann konkret bedeutet: vermutlich nichts.

Die kleine Kabbelei auf Twitter führt erneut die Absurdität des vor allem von Springer und Burda geforderten Leistungsschutzrechtes vor Augen. Über die VG Media will Springer Google verklagen und bis zu elf Prozent vom Google-Umsatz abhaben, der „mittelbar und mittelbar mit der öffentlichen Zugänglichmachung von Ausschnitten aus Online-Presseerzeugnissen“ erwirtschaftet wird. Was per se eine Quatschforderung ist, weil kein Mensch errechnen kann, welche Anteile vom Google-Umsatz aus der „öffentlichen Zugänglichmachung von Ausschnitten aus Online-Presseerzeugnissen“ stammen.

Das sich Springer fast zeitgleich mit Bekanntwerden der Klage an der französischen Suchmaschine Qwant beteiligt, die eine europäische Google-Konkurrenz sein will, lässt die Leistungsschutzabgabe endgültig lächerlich wirken.Der us-amerikanische Publizist und Medien-Dozent Jeff Jarvis bezeichnete das Leisungsschutzrecht jüngst in einem Beitrag als „The German war against the Link“ – „der deutsche Krieg gegen den Link“ – und machte einmal mehr deutlich, wie absurd das von den Verlagen durchgeboxte Gesetz ist.

Auch Jarvis verstrickte Keese auf Twitter in eine LSR-Debatte – mit typischem Ausgang. An Ende, als Jarvis immer wieder hartnäckig nach konkreten Definitionen fragte, brach Keese gab:

140 Zeichen seien einfach nicht genug, um die komplexe juristische Materie zu diskutieren. Hier irrt Keese. 140 Zeichen sind vollkommen ausreichend, um darzulegen, dass das Leistungsschutzrecht lediglich ein Druckmittel der Verlage ist, um Google mit Schützenhilfe des Staates Geld aus dem Kreuz zu leiern.

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