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D-Radio Kultur: Hörer kämpfen mit Petition gegen Absetzung von „2254“

Wird sich bald mit einer Petition beschäftigen müssen? Willi Steul, Intendant des Deutschlandradios.
Wird sich bald mit einer Petition beschäftigen müssen? Willi Steul, Intendant des Deutschlandradios.

Das Deutschlandradio Kultur ist nach der Programmreform am Wochenende mit neuem Format gestartet. Im Zuge der Sender-"Profilierung" sind gleich mehrere Sendungen unter die Räder gekommen - so auch die Call-in-Sendung "2254", deren Hörer und Moderatoren bis zuletzt gegen das Aus gekämpft haben. Auch nach Absetzung der Nachtgespräche kämpfen sie weiter - jetzt mit einer Online-Petition.

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Bisher waren Online-Petitionen wenig erfolgreich. Die zuletzt stark diskutierte Beschwerdeliste gegen den Moderationsstil von Markus Lanz schmetterte das ZDF quasi als Belanglosigkeit ab. Genauso unwahrscheinlich ist ein positiver Erfolg der aktuellen Petition gegen die Absetzung der „2254“-Nachtgespräche im Deutschlandradio Kultur. Vergangene Woche starteten Fans und Hörer die Unterschriftensammlung und setzten sich 1.000 Unterstützer zum Ziel. Schon nach dem Wochenende haben die Petenten auf 2.000 benötigte Unterschriften erhöht – aktuell sprechen sich etwa 1.400 Menschen für den Nachttalk aus

„Seit 22 Jahren konnten Menschen unter der kostenfreien Telefonnummer 00800 2254 2254 zu aktuellen Themen auf dem Sendeplatz ab 01:05 Uhr ihre Meinungen und Ansichten öffentlich mitteilen und zur Diskussion stellen“, heißt es in der Petitionsbeschreibung. „Jetzt soll diese europaweit einzigartige Form der Beteiligung für Hörerinnen und Hörer ersatzlos eingestellt werden. Statt eine solche Möglichkeit zur Teilnahme an der demokratischen Meinungsbildung auszubauen, soll die 3-stündige Musiksendung „Tonart“ um eine zusätzliche Stunde ausgeweitet werden. Deutschlandradio Kultur verliert damit ein wertvolles Alleinstellungsmerkmal in seinem Programmangebot.“

Die Absetzung von „2254“ ist die wohl umstrittenste Entscheidung im Zuge der Programmreform. Bereits im Vorfeld erreichten Sender und Hörfunkrat zahlreiche Beschwerden, Kultur-Chef Hans Dieter Heimendahl erklärte sich den Zuhörern sogar live in der Sendung. Trotzdem scheint das Ziel der Anhänger aussichtslos. Gegenüber MEEDIA hieß es bereits vor einigen WochenIm Rahmen der Profilierung als „nationaler Kultursender“ werde die Talksendung „2254“ eingestellt, um „in den Nächten von Montag bis Freitag ein spannendes und breit gefächertes Musikprogramm aus den Bereichen Klassik, Americana, Weltmusik, Jazz und Rock“ zu bieten. Diese Entscheidung folge der “vom Intendanten seit Jahren vorgestellten Flottenstrategie, wonach sich die drei Hörfunkangebote Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und DRadio Wissen inhaltlich stärker unterscheidbar machen sollen.”

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Die Petition läuft noch 57 Tage, bis zum 18. August. Wie der öffentlich-rechtliche Radiosender mit der Unterschriftensammlung umgehen wird, wird sich zeigen.

 

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