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Fire Phone: Amazon enthüllt seinen iPhone-Killer

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Alles wie erwartet: Internet-Gigant Amazon hat gestern seinen Eintritt in den Smartphone-Markt bekannt gegeben. Fire Phone heißt Amazons Debüt, das wie erwartet mit 3D-ähnlich anmutendem Display vorgestellt wurde. Die eigentlichen Highlights sind jedoch neue Features wie Firefly, das Produkte über die Kamera erkennt. Nur günstig wird das Fire Phone nicht.

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Am Ende der Produktpräsentation von Jeff Bezos ist es wie immer: Der streitbare Amazon-Gründer strahlt – und die Wall Street tut es auch. Knapp drei Prozent zogen Anteilsscheine von Amazon gestern an, nachdem der drittwertvollste Internetkonzern der Welt sein lang erwartetes Smartphone präsentiert hatte.

„Apple stellt ein Smartphone vor, das die Leute mögen, und die Aktie fällt. Amazon stellt ein Smartphone vor, das die Leute hassen, und die Aktie steigt“, brachte Vermögensverwalter Eric Jackson das Phänomen via Twitter auf den Punkt – und am Ende noch einmal auf ein Schlagwort: #bezosmagic.

3D-Effekt mittels „Dynamic Perspective“ – wirklich ein Killer Feature?

Tatsächlich: Nicht wenige Beobachter witterten gestern bei der extrem selbstbewussten Produktpräsentation des Amazon-Gründers erneut den Geist von Steve Jobs. Der inzwischen 50-Jährige teilte erneut groß aus. „Es ist Zeit, die Krone von Apple zu stehlen“, teilte Bezos gleich zu Beginn der gut einstündigen Präsentation aus.

Gelingen soll das mit dem lang erwarteten Smartphone aus Seattle, das Amazon erwartungsgemäß Fire Phone nennt. Es kommt im 4,7 Zoll großen Display mit einem 3D-Effekt daher, ohne dafür eine spezielle Brille zu benötigen. Das gelingt durch ein Feature, das Amazon „Dynamic Perspective“ nennt: Mittels Gesichtserkennung von 4 Infrarotkameras, die an den Ecken des Smartphones montiert sind, passt das Fire Phone das Bild der Augenposition des Nutzers an.

Firefly: Shazam für alles
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Ob Amazon damit tatsächlich die Revolution gelingt oder ob es sich am Ende um nicht mehr als eine nette, aber überflüssige Display-Spielerei (Siri 2.0?) handelt – unklar. Immerhin: Bezos verlässt sich nicht auf das vermeintliche Killer Feature, sondern wartet mit weiteren interessanten Effekten und Neuerungen wie etwa Firefly auf.

Das Feature funktioniert wie die beliebte App Shazam: Die Kamera des Fire Phones „scannt“ ein Produkt – ganz gleich, ob es sich dabei wie bei Shazam um einen Song handelt oder eine Film-Sequenz aus dem Fernsehen oder ein Buchcover.

Kaufmaschine Fire Phone: Um jeden Preis in die Amazon-Welt locken 

Die Intention, die hinter der Allesfinder-App steckt, ist schnell klar: Wie schon das Tablet Kindle Fire ist auch das Fire Phone eine gigantische Kaufmaschine. Amazon stattet sein erstes Smartphone mit einem 24 Stunden Kundenservice aus, den es „MayDay“ nennt, und unbegrenzten Speicherplatz in seiner Cloud gewährt, weil es am Ende nur eine Mission hat – die Kunden zu willigen Mobilkäufern zu machen. Denn natürlich bietet der nach Google und Facebook drittwertvollste Internetkonzern der Welt mit einer perfekten Anbindung an sein Content-Angebot ein wahres Shopping-Paradies für die Westentasche.

Die Eintrittskarte dafür ist – sehr ungewöhnlich für Amazon – allerdings erstaunlich teuer bezahlt. 200 Dollar kostet die 32 GB-Version, die allerdings an einen 2-Jahresvertrag mit AT&T gekoppelt ist – 650 Dollar kostet das Fire Phone bei Amazon. Das 64 GB-Modell wird gar für 300 Dollar bei AT&T bzw. 750 Dollar ohne Provider auf den Markt losgelassen, das sind gerade mal 100 bzw. 150 Dollar weniger als bei Apples Premium-Modell iPhone 5s.

Apropos iPhone: Es scheint, als wollte Jeff Bezos um jeden Preis die letzten Wochen vor der iPhone 6-Einführung für Amazon nutzen. Das Fire Phone erscheint nämlich bereits am 25. Juli – und damit mutmaßlich knapp zwei Monate vor dem neuen Kultsmartphone aus Cupertino…

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