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Trotz Krise in den USA: CNN International bleibt in Europa führend

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Es ist ein Trostpflaster in schweren Zeiten: Nach Angaben des Marktforschungsinstitut Ipsos erreicht CNN International mehr Topentscheider in Europa als jedes andere Nachrichtennetzwerk.
 Im Heimatmarkt ist die Lage indes höchst problematisch: Der News-Pionier verliert scharenweise Nutzer.

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34 Jahre: So alt ist CNN tatsächlich schon. 23 Jahre dürfte es her sein, dass die Nachrichtenpioniere anlässlich des Irak-Kriegs plötzlich im deutschen Kabelnetz zu sehen waren. Die legendären Sätze sind bis heute unvergessen: „Hier ist Bernie Shaw. Etwas passiert da draußen. Peter Arnett, bitte melden. Lass uns den Zuschauern beschreiben, was wir sehen. Der Himmel über Bagdad ist erleuchtet. Wir sehen überall grelle Blitze am Himmel.“

Das war im Januar 1991 – es war die Geburtsstunde von CNN als unabhängiger Nachrichtenkanal der Zukunft. Das vom Medienunternehmer Ted Turner aufgebaute Mediennetzwerk wurde fünf Jahre später für 7,4 Milliarden Dollar von Time Warner übernommen und erlebte in der folgenden Dekade mit TV-Persönlichkeiten wie Larry King, Lou Dobbs und Wolf Blitzer seine Blütezeit.

Politische Konkurrenten und das Internet setzten CNN in den USA zu

Im zweiten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends haben sich die Dinge indes grundlegend geändert: Auch Aushängeschild Anderson Cooper kann den krassen Quoteneinbruch nicht mehr verhindern. In der Gunst der Kernzielgruppe der 25- bis 54-jährigen rutscht die TimeWarner-Tochter immer tiefer ab – zuletzt wurden mal 10-, mal gar 14-Jahres-Tiefs bei den Abendnachrichten gemessen. Kaum 100.000 Zuschauer der Kernzielgruppe schalten an schwachen News-Tagen die Nachrichten ein.

Der Absturz  hat längst dramatische Ausmaße angenommen: Im Vorjahr halbierten sich die Quoten, während die politisch klar positionierte Konkurrenz von Fox News (republikanisch) und MSNBC (demokratisch) längst an CNN vorbei gezogen sind. Vor allem aber das YouTube-Zeitalter macht der Mutter aller Newskanäle zu schaffen – warum auf die Abendnachrichten warten, wenn es den passenden Clip bequem im Internet gibt?

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CNN International führend bei europäischen Topentscheidern

Diesseits des Atlantiks kann sich CNN unterdessen auf seine Zuschauer verlassen. Wie die Time Warner-Tochter mitteilt, erreicht CNN International mehr Topentscheider in Europa als jedes andere Nachrichtennetzwerk. Das geht aus der European Media & Marketing Survey (EMS) hervor, die das Marktforschungsinstitut Ipsos ermittelt hat.

CNN International erreicht demnach monatlich 40 Prozent (TV und digitales Netzwerk) der europäischen Topentscheider und setzt sich damit gegen Sky News (31 Prozent), BBC World (29 Prozent), Euronews (28 Prozent), CNBC (14 Prozent) und Bloomberg (zwölf Prozent) durch.

„CNN hebt sich weiterhin von dieser Masse an Angeboten ab, indem der Nachrichtensender sein internationales Publikum mit einzigartiger, neutraler Berichterstattung und Information versorgt und Topentscheider erreicht“, versucht Rani R. Raad, Chief Commercial Officer bei CNN, in Europa das zuletzt arg angekratzte Image wieder aufzupolieren. CNN-Chef Jeff Zucker dürfte zumindest einen Hoffungsschimmer am Horizont sehen: Spätestens im nächsten Jahr wirft die große US-Wahl wieder ihre Schatten voraus. Hillary Clinton scheint in diesen Tagen mit ihrer neuen Biografie den Anfang zu machen …

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