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Taxi-Wut: Fahrer demonstrieren gegen Internet-Konkurrenten Uber & Co.

Die Taxi-Demo in Berlin
Die Taxi-Demo in Berlin

Jetzt also die Taxifahrer: Nach den Buchhändlern, Einzelhändlern und Reisebüros sieht sich die nächste Branche vom Internet in ihrer Existenz bedroht. Aus Protest, Angst und Wut über die neue Web-Konkurrenz von Uber, Wundercar & Co. streiken in vielen europäischen Metropolen am heutigen Mittwoch tausende Taxifahrer.

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Das, was jetzt gerade im Taxi-Gewerbe passiert, lässt sich auch wissenschaftlich erklären. Die Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang immer gerne von einer disruptiven Technologie. Heißt: Eine Innovation oder eine neue Technologie verdrängt ein bestehendes Produkt oder eine bestehende Dienstleistung, weil die neue Methode günstiger oder praktischer ist. Vor allem durch das Internet und die App-Ökonomie stülpt dieser Effekt immer mehr Branchen um.

Aktuell trifft dies besonders auf das Taxi-Gewerbe zu. Über viele Jahrzehnte hatten Taxi-Zentralen und –Fahrer eine Balance gefunden mit der sie ganz gutleben und die Preise stabil halten konnten. Die Kunden hatten allerdings stets das Gefühl, dass es doch auch günstiger möglich sein müsste, innerhalb einer Stadt von A nach B gefahren zu werden.

Genau letzteres versuchen die neuen Web-Anbieter zu beweisen, indem sie vor allem auf Privatpersonen setzen, die als kleinen Nebenverdienst Mitfahrer kutschieren. Kunden und Chauffeure finden sich via Apps und die professionellen Taxi-Fahrer haben das Nachsehen. Nach Meinung der entsprechenden Branchen-Verbände verstoßen die Newcomer gegen geltendes Recht, weil die Hobby-Fahrer keine Konzession und keinen Personenbeförderungsschein hätten.

In Hamburg hat die Wirtschaftsbehörde gerade erst Wundercar ausgebremst. Nach Meinung der Stadt würde der Taxi-Rivale gewerbliche Fahrten wie herkömmliche Taxi-Firmen anbieten, jedoch ohne die nötige Genehmigungen zu haben.

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Auch in Berlin ging bereits der Taxi-Verband mit Hilfe des Landgerichts gegen das US-Startup Uber vor. So wurde dem US-Unternehmen untersagt, im Bundesland Berlin mit der Smartphone App Uber einen taxenähnlichen Verkehr zu betreiben.

Bei den Uber-Fahrern handle es sich um Mietwagenunternehmer, die laut Gesetz verpflichtet seien, nach der Fahrt an ihren Betriebssitz zurückzukehren. Doch die Uber-Limousinen hielten sich taxenähnlich vornehmlich in der Innenstadt bereit, um spontan Fahrgäste aufnehmen zu können, was den Schutz des Taxiwesens als Teil des öffentlichen Personennahverkehrs verletzte, so die Taxivereinigung.

Dass diese juristischen Scharmützel die Neulinge aufhalten können, glauben die Taxifahrer selbst wohl nur so halb. Sonst würden sie kaum am heutigen Mittwoch europaweite Proteste organisieren. Aktionen gab es in London, München, Paris und Mailand. In Berlin organsierten die Taxis eine Sternfahrt und auch in Hamburg sollen sich rund hunderte Autos an dem Protest beteiligt haben.

Tatsächlich geht es längst um ein Milliardenbusiness. In der aktuell laufenden Finanzierungsrunde wurde das US-Unternehmen Uber bereits auf einen Wert von über zehn Milliarden Euro bewertet.

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