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T-Mobile USA-Verkauf an Sprint rückt offenbar näher

Loses Mundwerk: Telekom USA Chef John Legere
Loses Mundwerk: Telekom USA Chef John Legere

Endlich Zahltag für die Telekom? Wie Bloomberg berichtet, will Sprint bei der langerwarteten Übernahme der Telekom-Tochter T-Mobile USA nun ernst machen und 32 Milliarden Dollar für die Akquisition bieten. Inklusive Schuldenüberahme dürfte der Deal sogar ein Volumen von 50 Milliarden Dollar haben. Doch die Fragezeichen bleiben.

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Die Daumen in Bonn dürften wieder einmal bis zur Schmerzgrenze gedrückt werden. Drei Jahre nach dem gescheiterten Verkauf von T-Mobile an AT&T bietet nun noch einmal US-Mobilfunkgigant Sprint für die Problemsparte der Telekom, die in den vergangenen zwei Jahren einem rasanten Imagewechsel unterzogen und sogar an die Börse gebracht worden war.

Nach Angaben von Bloomberg will Sprint, nach Verizon und AT&T die Nummer drei der US-Mobilfunker, T-Mobile USA für 40 Dollar je Aktie übernehmen. Das entspricht einem Aufschlag gegenüber dem aktuellen Börsenkurs von knapp 20 Prozent bzw. einem Börsenwert von 32 Milliarden Dollar. Sprint, das mehrheitlich der japanischen Beteiligungsgesellschaft Softbank gehört, soll die Summe je zur Hälfte in Aktien und Barmitteln stemmen. Inklusive der Übernahme von Schulden könnte der Deal gar ein Volumen von 50 Milliarden Dollar annehmen.

Befreiung von Altlasten 

Für die Telekom wäre der Exit doch noch ein Happy End des USA-Abenteuers, das von Anfang an unter keinem guten Stern stand. Die Telekom litt jahrelang unter den immensen Sünden der New-Economy-Ära – nämlich der überteuerten Voicestream Wireless-Übernahme im Jahr 2000, aus der T-Mobile USA hervorging. 60 Milliarden Dollar hatte die Telekom für Voicestream Wireless seinerzeit hingeblättert und in den Folgejahren Milliarden um Milliarden in den Auf- und Ausbau der Netze zu investiert.

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Mit dem Schlussstrich unter das US-Geschäft könnte der Dax-Konzern seine Schuldenlast erheblich verkleinern und sich strategisch mit einer Expansion in Osteuropa neu aufstellen. Doch geht der Deal, den laut Bloomberg im Juli verkündet werden könnte, diesmal tatsächlich durch?

Tritt das US-Justizministerium erneut auf den Plan?

Das US-Justizministerium hatte 2011 gegen die Mega-Übernahme durch AT&T geklagt und Recht bekommen. Grund: Mit einer Verkleinerung auf nur drei Mobilfunkanbieter könnte der Wettbewerb auf dem US-Markt behindert werden und die Preise steigen. Für die Telekom bleibt nach ihrer zweijährigen Neuerfindung unter CEO John Legere und dem Vertrieb des iPhones wieder einmal nur das Prinzip Hoffnung – und im Falle des Scheitern eine „Break-up Fee“ von einer 1 Milliarde Dollar.

Aus eigener Kraft können die Bonner, die mit 15 bis 20 Prozent an T-Mobile USA beteiligt bleiben wollen, die Platzhirsche Verizon und AT&T nicht mehr mehr herausfordern, dazu fehlen der Konzernmutter die Mittel. Also bleibt nur der Verkauf, nicht zuletzt, weil die Tochter wieder begonnen hat, Kosten zu verursachen. Im jüngsten Quartal fiel ein Verlust von 151 Millionen Dollar an.

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