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Axel Springer: Zwischen Übernahmefantasie und Google-Angst

Dr. Döpfner und die Autobots
Dr. Döpfner und die Autobots

Europas größter Zeitungsverlag treibt die Digitalisierung weiter voran – und Analysten applaudieren. In der vergangenen Woche hatte Axel Springer über seine Tochter Stepstone den britischen Rivalen Jobsite für 110 Millionen Euro geschluckt. Seitdem legte die Aktie moderat zu. Anleger spekulieren nun, ob der MDax-Konzern ein Milliarden-Gebot für AutoScout24 folgen lässt.

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Dieser Deal war ok: Das ist die ziemlich einhellige Meinung der Börse und Analysten zur 110 Millionen schweren Übernahme von Jobsite, einer britischen Job-Börse. Axel Springer vermeldete  am vergangenen Donnerstag über seine Tochter Stepstone Vollzug – seitdem notiert die Aktie rund zwei Prozent fester.

Die Übernahme biete „strategische Perspektiven“, befand etwa Commerzbank-Analystin Sonia Rabussier, die weiter empfiehlt, die Aktie zu „akkumulieren“. Auch Branchenkollege Laurent Picard von der Société Générale bleibt nach dem Zukauf von Jobsite bei seinem Votum. Der MDax-Konzern werde seine Präsenz in dem Segment der Job-Portale stärken, so der Analyst in einer Kurzstudie. Als Kursziele gaben sowohl Rabussier als auch Picard 48 Euro aus.

Angebliches Interesse an AutoScout24

Tatsächlich treibt das Berliner Medienhaus seine Digitalisierung mit dem Zukauf weiter massiv voran. Rund 40 Prozent der Umsätze bestreitet Springer bereits mit seinen Online-Aktivitäten, die besonders im Bereich der Karriereportale ausgeprägt sind. Neben Jobsite gehört Springer auch der britische Marktführer Totaljobs, die  irische Saongroup, Your CareerGroup und natürlich StepStone; mit  Immonet und Seloger besitzt Springer zudem zwei reichweitenstarke Immobilienportale.

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Doch den Berlinern wird nicht zuletzt nach dem Verkauf der regionalen Tageszeitungen an die Funke-Gruppe weiterer Übernahme-Hunger nachgesagt. So halten sich weiter hartnäckig die Gerüchte, dass Springer zumindest an Teilen der Scout24-Gruppe interessiert sein könnte, die Ende vergangenen Jahres mehrheitlich vom Private Equity-Investor Hellman & Friedman übernommen wurde.

Konzernchef Döpfner warnt weiter vor Google

Nach Informationen des manager magazins ist Axel Springer nun an einer Akquisition des Automarktplatzes AutoScout24 interessiert. Ende vergangener Woche berichtete das Hamburger Wirtschaftsmagazin, dass erste Übernahme-Gespräche bereits gelaufen wären. Hellman & Friedman wollten AutoScout24 demnach verkaufen und ImmoScout 24 an die Börse bringen.

Konzernchef Mathias Döpfner warnt unterdessen weiter vor der Macht des weltgrößten Internetkonzerns und wendet sich inzwischen sogar an die EU. In einem Gastvortrag an der Tübinger Mediendozentur prangerte der Springer-Chef Googles Such-Ranking an, das eigene Angebote bevorzuge. „Ein solches Vorgehen nennt man Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung“, sagte Döpfner gestern Abend vor Studenten.

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