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„Oops – Hast Du schlechtes Netz?“ – Promi-„Quizduell“ im Selbstversuch

Oops. Die Quizduell-App funktioniert ja immer noch nicht richtig.
Oops. Die Quizduell-App funktioniert ja immer noch nicht richtig.

Am Donnerstagabend holte sich Das Erste seine Pannenshow "Quizduell" auch noch in die Primetime. Während es am Vorabend noch so schien, als hätten die Techniker die App-Probleme endlich gelöst, schlitterte das Promi-Special in die App-Krise. Tausende Zuschauer konnten nicht richtig mitspielen. Ein Selbstversuch.

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19.30 Uhr: Ich bin schon etwas nervös. Ich habe mir heute vorgenommen, das „Quizduell“ live mitzuspielen, via App. Ich habe mich mit ein paar Freunden zum Grillen verabredet. Gemeinsam wollen wir um 20.15 Uhr mit „Team Deutschland“ gegen ein paar „Prominente“ quizzen. Während die Restkohle im Grill verglüht und die Sonne langsam hinter den Dächern der Nachbarhäuser verschwindet, rufe ich schon mal die „Quizduell“-App auf. Erleichterung: „Noch 45 Minuten“. Die Server scheinen bereit.

20.07 Uhr: Wir haben uns vor dem Fernseher versammelt. Gerade läuft noch die „Tagesschau“. Wieder bin ich nervös. „Noch 18 Minuten“, sagt die App – es sind eigentlich nur noch acht Minuten, bis Pilawa uns begrüßen soll.

20.22 Uhr: Die „Promis“ haben Jörg Pilawa mit einer Laola-Welle begrüßt. Ein Mann aus dem Off betont bei jedem Gast, wie großartig und berühmt er ist. Schauspieler Peter Lohmeyer hat seine Tochter Leila dabei – ist die berühmt? Pilawa betont auch wieder mal, dass 17 Millionen Menschen in Deutschland die App heruntergeladen haben. Meine App sagt mir, dass es gleich losgeht. Ich bin einer von 17 Millionen. Es scheint zu klappen.

20.23 Uhr: Pilawa scheint schon zu ahnen, dass es zu Komplikationen kommen könnte. Kurz vor Start meint er: „Ich hoffe, dass viele mitmachen. Ich weiß es nicht. Und ich weiß auch nicht, wann es zusammenbricht.“ Ein Blick auf die App: Ich bin noch dabei. Pilawa hingegen wohl nicht mehr lange. „Noch eine Woche diese Sendung und dann gehe ich auch in Ruhestand.“ Ein bisschen kann er einem schon leidtun. Aber auch nur ein bisschen.

20.24 Uhr: Die acht Promis haben sich in zwei Teams aufgeteilt, die nacheinander gegen „Team Deutschland“ antreten. Team 1 sind stern.tv-Moderator Steffen Hallaschka, RTL-Gesicht Nazan Eckes, das Model Franziska Knuppe und Moderator Alexander Bomme. Das Promi-Team hat als erste Kategorie „Sport & Freizeit“ gewählt. Wir, das „Team Deutschland“, müssen als erstes die Fragen beantworten. Meine App fragt mich: „Was ist bei Autorennen typisch für einen „Le-Mans-Start“. Ich weiß die Antwort nicht und rate. Nicht so schlimm. Zwei Fragen folgen noch. Denkste! Es war schon die letzte dieser Runde. Was ist mit den ersten beiden Fragen passiert? Pilawa gesteht ein: „Ich höre immer noch, dass es extreme Schwankungen gibt.“

20.27 Uhr: Pilawa erklärt, dass 80 Prozent der Zuschauer gar kein Smartphone besitzen und somit auch nicht mitspielen können. Vielleicht haben sie ihre Telefone bereits gegen die Wand geworfen, weil das „Quizduell“ nicht funktioniert.

20.32 Uhr: Die App-User haben die Kategorie „Rund um die Welt“ gewählt, meint zumindest Pilawa. Ich konnte nichts auswählen, bin auch erst wieder bei Frage drei dabei (Was hat eine eigene Postleitzahl? Bundeskanzleramt, Kölner Dom, Schloss Neuschwanstein oder die Zugspitze). 170.000 haben diese Frage mitgespielt, meint Pilawa. Mich würde interessieren, wie viele es bei den zwei vorigen waren.

20.38 Uhr: Jetzt Medien & Unterhaltung. Einfach, die Fragen kann ja jeder beantworten – oder auch nicht. Dieses mal darf ich aber immerhin schon ab Frage zwei mitmachen. Meine Sitznachbarin hat ihr Handy schon zur Seite gelegt. „Was soll denn das?“. Berechtigte Frage. Beiläufig fällt mir gerade noch ein Wettbewerbsvorteil für die Promis auf. Die Zeit zur Beantwortung läuft erst dann los, wenn sie Frage und Antwort vorgetragen bekommen haben.

20.47 Uhr: Deutschland wählt die nächste Kategorie: Im Labor. Überhaupt nicht mein Gebiet. Ausgerechnet jetzt darf ich alle Fragen beantworten.

20.49 Uhr: Mensch, Pilawa! Jetzt entdeckt er auch noch einen Rechtschreibfehler in einer der Antworten und weist darauf hin. Vermutlich wäre es sonst kaum jemandem aufgefallen.

20.50 Uhr: Fragen zum Thema Musik & Hits. Während „Deutschland“ die Fragen beantwortet, gibt es einen Schnack zwischen Pilawa und Kandidaten. Pilawa bekommt neue Zahlen aufs Ohr. „Es gibt tatsächlich extreme Probleme da draußen. Jetzt zum Beispiel haben 44.000 mitgespielt. Davor teilweise über 100.000.“ Pilawa versichert, man arbeite an der Behebung des Problems.

21.02 Uhr: Die sechste und letzte Runde. Nichts geht mehr. Die Verbindung ist weg, ich komme nicht mehr zurück ins Spiel. „Opps, hast Du schlechtes Netz? Oder wir? Ist Dein Akku leer?“. Nein, nichts davon! Das Problem muss woanders liegen. Wo nur?

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Während meine Mitspieler in Deutschland offenbar Fragen beantworten, werden im Studio Tweets zur Sendung eingeblendet. „Grüße aus Nürnberg“, heißt es da. Oder: „Bereit für die Quizshow“. Weil meine App eh nicht funktioniert, stöbere ich bei Twitter. Und finde Tweets wie die folgenden.

Selbst die Konkurrenz von ProSieben, die sich mit Show-Flops bestens auskennt, lästert:

21.10 Uhr: Die Prominenten haben gegen Team Deutschland gewonnen. Bei denen hat immerhin alles funktioniert. Ich komme immer noch nicht wieder zurück ins Spiel. Jetzt steht auch noch die zweite Runde, gegen das zweite Promi-Team an. Meine Freunde quengeln schon. Ich habe keine Lust mehr. „Die ganze Produktion ist lächerlich“, sagt mir eine Freundin, die selbst bei einer Produktionsfirma arbeitet. Wir schalten zu ProSieben um.Dort versucht man sich mit „Keep Your Light Shining“ ebenfalls an einer Show mit App-Einbindung.

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