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YouTubes Twitch-Übernahme: Googles sichere Milliarden-Wette

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Das Echo auf die Übernahmegerüchte hielten sich in Grenzen: YouTube könnte Twitch für eine Milliarde Dollar übernehmen – na und? Tatsächlich könnte Googles nächste Milliarden-Investition eine der klügsten der Firmengeschichte sein: Der Internet-Riese sichert seine boomende Video-Tochter mit dem Zukauf des Spielestreaming-Dienstes ab.

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Google liebt weiter das Risiko. Gerade mal vier Monate nach der Übernahme des smarten Thermostat-Herstellers Nest scheint der drittwertvollste Konzern der Welt nun erneut in die Kriegskasse zu greifen, um ein Puzzleteil zum Firmenwachstum hinzufügen. Das gerade mal drei Jahre alte Start-up Twitch könnte bald zum Internet-Imperium von Mountain View gehören.

Twitch? Das ist ein Streaming-Portal, das Videospieler zusammenführt: Hobby Gamer treten gegen Profis bei beliebten Spielen wie League of Legends, Dota 2, StarCraft, World of Warcraft oder Minecraft an – und die Online-Welt schaut zu. Der Gaming-Voyeurismus boomt: Enorme 45 Millionen Mitglieder zählte Twitch bereits im vergangenen Jahr, ein Jahr zuvor waren es noch 20 Millionen. Allein eine Million Gamer übertragen ihre Live-Spiele bereits an die Twitch-Community.

Twitch: Video-Streaming mit Live-Charakter

Twitchs Wachstum ist so explosiv, dass Marketing-Vorstand Matt DiPietro unlängst zugab, ein Traffic-Problem zu haben – man könnte dem Wachstum kaum mehr gerecht werden. Dass Google die Infrastruktur für die maximale Auslastung von Online-Videoformaten besitzt, ist nach dem bahnbrechenden Erfolg von YouTube unbestritten. Bleibt die Frage: Was will der Interntriese von einem Spiele-Streamer?

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Die Antwort liegt nahe: Reichweite für Videowerbung und eine Absicherung gegen YouTubes Schwachstelle. Zwar kursieren auf der 2006 für gerade mal 1,6  Milliarden Dollar übernommenen Video-Tochter auch unzählige Video-Mitschnitte von Online-Spielen – was jedoch fehlt, ist der Live-Charakter.

Twitch ist der coole, aufstrebende Underdog, der YouTube einmal war

Der Reiz von Twitch besteht bemerkenswerterweise weniger in der Spiele-Interaktion als vielmehr in der passiven Spielbetrachtung, die dann wie ein Fußball-Spiel im Chat kommentiert werden kann. Twitch ist der coole, aufstrebende Underdog, der YouTube einmal war.

Und er lässt sich gleichfalls nach dem Erfolgsprinzip von YouTube mit Video-Werbung monetarisieren. Eine skalierbarere Wette kann es für Google kaum geben. Entsprechend nennt das Tech-Portal The Verge die mögliche Übernahme dann auch „die beste Milliarde, die Google je ausgegeben hat“. Fehlt nur noch der offizielle Deal dazu.

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