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Wegen Morddrohungen: Spiegel holt seinen Türkei-Korrespondenten zurück

Wegen Morddrohungen: der Spiegel-Verlag holt seinen Korrespondenten zurück.
Wegen Morddrohungen: der Spiegel-Verlag holt seinen Korrespondenten zurück.

Der Spiegel-Verlag muss seinen Türkei-Korrespondenten schützen. Nachdem Hasnain Kazim kritisch über den türkischen Regierungs-Chef Erdogan geschrieben hatte, hagelte es in den sozialen Medien und via Mail Kritik. Anhänger drohen Kazim sogar mit Mord. Nun holt Spiegel Online den Journalisten zurück nach Deutschland.

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Kazim war nach seinem Pakistanaufenthalt seit Ende vergangenen Jahres für Spiegel Online in der Türkei unterwegs und berichtete zuletzt über das Grubendrama in Soma. Nachdem er einen Grubenarbeiter mit dem Erdogan-kritischen Kommentar „Scher Dich zum Teufel, Erdogan“ zitierte, brach ein Shitstorm über ihn und seinen Arbeitgeber Spiegel Online aus. „Ich dachte, ich komme in ein ruhiges Land, aber hier läuft eine Kampagne gegen mich, die deutlich schlimmer ist als alles, was ich in Pakistan erlebte“, erklärte der Korrespondent gegenüber der Frankfurter Rundschau. Inzwischen reichten die Nachrichten bis in den fünfstelligen Bereich, erzählte Kazim der Nachrichtenagentur dpa. Darunter seien auch Drohungen wie „Wenn wir Dich auf der Straße sehen, schneiden wir Dir die Kehle durch“. 

Florian Harms, stellvertretender Chefredakteur von Spiegel Online, betonte gegenüber Zeit Online, dass Kazim „nur für einige Tage“ zurückgerufen werde und auch aus Hamburg, dem Redaktionssitz, weiterhin über die Zustände in der Türkei berichten werde. „Es geht um die Sicherheit unseres Korrespondenten. Die geht immer vor.“

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Die Lage für Journalisten im Ausland spitzt sich immer weiter zu. Nicht nur in der Türkei werden Reporter bedroht. In der Ukraine bedrohen sich Reporter sogar untereinander. Am Dienstag berichtete Bild-Reporter Paul Ronzheimer von Morddrohungen eines Kollegen und pro-russischen Separatisten, die ihn verfolgten.

 

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