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Überraschende Wende: Berliner Verlag kehrt in Tarifverträge zurück

Zugeständnisse an die Belegschaft: Michael Braun, Geschäftsführer des Berliner Verlags, kündigt die Rückkehr in den Haustarif an.
Zugeständnisse an die Belegschaft: Michael Braun, Geschäftsführer des Berliner Verlags, kündigt die Rückkehr in den Haustarif an.

Der Berliner Verlag (Berliner Zeitung, Berliner Kurier) wird in die im vergangenen Jahr gekündigten Tarife zurückkehren. Eine entsprechende Meldung des Journalistenverbands Berlin-Brandenburg hat die Verlags-Geschäftsführung am Dienstag bestätigt. Der 1992 in Kraft getretene Haustarif koppelt das Gehalt an das bundesweite Tarifwerk.

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Die Rückkehr bezieht sich auf das Gehaltstarifwerk, teilt die Gewerkschaft gegenüber MEEDIA mit. In der bestätigten Meldung heißt es zudem, dass der Berliner Verlag abweichend zum Bundestarif weitere Zugeständnisse macht: „Nach längeren Verhandlungen mit dem Journalistenverband Berlin-Brandenburg (JVBB) sowie Verdi erklärte sich die Geschäftsführung bereit, auf die geforderte Absenkung des Weihnachts- bzw. Urlaubsgeldes für Redakteure zu verzichten.“

Diese „sehr vernünftige Entscheidung“ sei zu begrüßen, „weil die Redakteure in den vergangenen Jahren unter den vielfältigen Sparrunden stark gelitten haben“, erklärt der JVBB-Vorsitzende Alexander Fritsch. Die Rückkehr in den Tarif sei ein „Signal gegen die um sich greifende Tarifflucht im Bereich der Tageszeitungen.“ Michael Braun, Geschäftsführer des Berliner Verlags dazu gegenüber MEEDIA: „Der jetzige Verzicht auf die Absenkung des Weihnachts- und Urlaubsgeldes für Redakteure ist ein Schritt, um die Köpfe wieder frei zu bekommen für unser Geschäft, nämlich für unsere qualitativ hochwertigen Produkte.“

Tatsächlich ist die Wende eine Überraschung. Als die mehrheitsbeteiligte Mediengruppe DuMont Schauberg (MDS) vergangenes Jahr bekannt gegeben hatte, dass Journalisten von Berliner Kurier und Berliner Zeitung künftig nicht mehr nach dem geltenden Tarif bezahlt werden sollen, war dies eigentlich als eine klare Absage an die damals laufenden Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und Verlegerverband zu werten. Neben MDS  ist nämlich auch Helmut Heinen, Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger, am Berliner Verlag beteiligt.

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Der Berliner Verlag litt im vergangenem Jahr besonders an dem aus der Kölner Unternehmenszentrale auferlegten Sparprogramm. Unter anderem wurde der Abbau von insgesamt 86 Stellen angekündigt, elf davon als betriebsbedingte Kündigungen. Vor allem die Medienredaktion der Berliner Zeitung war von den Streichungen betroffen. Die Fronten zwischen Geschäftsführung und Belegschaft wirkten verhärtet. Nachdem Mitarbeiter im Juli 2013 einen „kurzzeitigen Flashmob“ organisiert hatten, mahnte der Verlag zwei Belegschaftssprecher ab

 

 

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