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Zalando-Bilanz: Weiter rote Zahlen trotz 35 Prozent Umsatzplus

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Zalando wächst und wächst und bleibt doch weiter in den roten Zahlen. Im ersten Quartal konnte der Versandhändler seinen Umsatz um 35 Prozent auf 501 Millionen Euro steigern. Trotzdem steht unterm Strich ein Minus, dessen Höhe Zalando der Öffentlichkeit nicht preisgeben will. Voraussichtlich im Herbst soll es trotzdem an die Börse gehen.

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Der Gesamtumsatz der DACH-Region, also in Deutschland, Österreich und Schweiz, stieg insgesamt um 27 Prozent auf 284 Millionen Euro. Auf dieser Ebene verbesserte sich zwar die Ebit-Marge im Vergleich zum Vorjahr, blieb aber weiterhin negativ. Als Gründe führt Zalando saisonbedingte Umstände sowie anhaltende Investitionen an. Der steigende Umsatz hingegen sei auf eine höhere Fulfillment-Produktivität, gesteigerte Marketingeffizienz und einen guten Start in die Frühjahr, beziehungsweise Sommer-Saison zurückzuführen.

Laut Vorstandsmitglied Rubin Ritter sei der Versandhändler, der zuletzt wegen extremer Arbeitsbedingungen in die Kritik geraten ist, weiterhin auf einem guten Weg und liege im Plan für 2014. Dennoch senkt Ritter bereits nach dem ersten Quartal des Jahres die Erwartungen an den Breakeven. „Die positive Entwicklung im ersten Quartal unterstreicht unser Ziel, im Geschäftsjahr 2014 einen entscheidenden Schritt in Richtung EBIT-Breakeven auf Gruppenebene zu machen – auch wenn wir diesen wahrscheinlich nicht ganz erreichen werden.“

Mit dem Umsatz konnte Zalando auch das Kundenaufkommen steigern. Der Online-Handel habe im ersten Quartal insgesamt 332 Millionen Besuche auf den eigenen Webseiten verbucht. Im Vorjahr lagen die Besuche mit 275 Millionen noch weit darunter. „Zum Ende des ersten Quartals 2014 kamen 38 Prozent der Besuche der Zalando Online Shops von Mobilgeräten und Tablets. Die Zahl aktiver Kunden stieg von 10,3 Millionen zum Ende des ersten Quartals 2013 auf 13,5 Millionen zum Ende des ersten Quartals 2014, was die Marketing-Effizienz weiter erhöhte“, so das Unternehmen. 

Zalando ab Herbst auf  Börsen-Parkett?
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Für das deutsche Online-Kaufhaus wird das Geschäftsjahr 2014 ein Spannendes. Wie in dieser Woche das Wirtschaftsmagazin Bilanz berichtete, soll noch in drittem Quartal der Gang an die Börse gewagt werden. Handeln lassen wolle sich Zalando aber nicht an der Frankfurter Börse, sondern auf dem Parkett des Nasdaq. Völlig unklar ist noch, wie hoch das Unternehmen generell bewertet wird. Der größte Zalando-Investor, die Beteiligungsgesellschaft Kinnevik, hatte die Web-Company zuletzt mit 3,9 Milliarden Euro bewertet. Der Umsatz des Online-Versenders lag im Jahr 2013 bei knapp 1,8 Milliarden Euro. Das bedeutete ein Wachstum von 52 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Zahlen steigen, Image schwächelt

Während sich Zalando mit seinen Unternehmenszahlen zufrieden zeigt, schwächelt in der Öffentlichkeit weiter das Ansehen. Nach einem Bericht des RTL-Magazins „Extra“, der die schlechten Arbeitsbedingungen beim Versandhändler öffentlich machte, kämpft das Unternehmen gegen den Image-Verlust an. Aktuell trägt sich Zalando mit dem Kölner Sender zwei juristische Gefechte aus: Zum einen hat der Händler RTL-Reporterin Caro Lobig angezeigt, woraufhin die Staatsanwaltschaft nun gegen die Journalistin ermittelt. Zum anderen haben die Berliner beim Landgericht Köln eine Einstweilige Verfügung gegen den Sender erwirkt, der nun einige Behauptungen nicht weiter verbreiten darf. RTL hat bereits angekündigt, gegen den juristischen Entscheid vorzugehen. 

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