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Internetaktien: Das Ende der Milliarden-IPOs

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Der Wind hat gedreht: Mit dem drastischen Absturz der hochgewetteten Internetaktien, der sich von Woche zu Woche zu beschleunigen scheint, geht auch die Geldschwemme am Markt für Neuemissionen zu Ende. Square und Box haben jüngst ihre Börsengänge verschoben. Am Wochenende beerdigte nun die Investoren-Legende Fred Wilson den IPO-Markt: Die Möglichkeit zu Milliarden-Exits wäre von heute auf morgen verschwunden.

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Es ist vorbei. Twitter? Halbiert in gerade mal vier Monaten. Yelp? 42 Prozent in zwei Monaten verloren. LinkedIn? 35 Prozent in die drei Monaten eingebüßt. Alles, was noch zu Jahresbeginn als das heißeste Ticket zu schnellen Kurssteigerungen aussah, fällt nun wie ein Kartenhaus in sich zusammen.

Die Folgen des Börsenbebens sind unterdessen auch am Sekundärmarkt zu spüren, der plötzlich auszutrocknen droht. In der vergangenen Woche sickerte durch, dass der Cloud-Speicher-Anbieter Box sein IPO offenbar nach dringendem Anraten der konsortialführenden Banker nach hinten verschoben hat. Im März hatte der von Jack Dorsey gegründete Bezahldienst Square bereits seine Börsenpläne verworfen.

Fred Wilson: Box und Square stecken in „einer Bewertungsfalle“

Dabei hatten Wagnisfinanzierer nur Wochen zuvor noch Schlange gestanden, um dem nächsten Multi-Milliarden-Kandidaten nach Twitter bloß nicht zu verpassen – entsprechend schossen die Bewertungen von Snapchat, Pinterest und Airbnb immer weiter in die Höhe.

Glaubt man dem legendären Wagnisfinanzierer Fred Wilson von Union Square Ventures, der u.a. frühzeitig in Twitter, Foursquare oder Zynga investierte, würden sich vor allem die hoch gewetteten Shootingsstars nun jedoch in „einer Bewertungfalle“ befinden.

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„Einige harte Entscheidungen in den kommenden Monaten treffen“

„Die Kombination aus turmhohen Bewertungen, hohem Geldbedarf und einem gleichzeitig verschwindendem IPO-Markt sind nicht angenehm“, schreibt Wilson in einem Blogeintrag, der in US-Techblogs kursiert. „Ich bin sicher, dass sowohl Square als auch Box die Bewertungsfalle umschiffen, aber das bedeutet auch, einige harte Entscheidungen in den kommenden Monaten zu fällen.“

Das Problem: Angetrieben von immer weiter steigenden Bewertungen an der Börse und Rekordübernahmen wie von WhatsApp durch Facebook für 19 Milliarden Dollar hat die nächste Internet-Generation einen möglichen Exit an der Börse immer weiter aufgeschoben. Weil Wagnisfinanzierer kaum unter ihrem letzten Investment einen Börsengang anstreben werden, könnte das IPO-Fenster nach dem jüngsten Börsencrash nun auf unbestimmte Zeit einfrieren und Kandidaten wie Spotify oder auch Dropbox zunächst einmal der Wall Street fern bleiben.

Bleibt am Ende noch eine Frage: Trifft der jüngste Börsenblues auch das vermeintlich größten IPO aller Zeiten – Alibaba? Auch und gerade im Internet-Zeitalter gilt schließlich die alte Wall Street-Regel: Wer zu spät kommt, den bestraft die Börse.

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