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Boulevard-Krise: nur zwei Interessenten für die Abendzeitung

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Abendzeitung München

Als Insolvenzverwalter Axel Bierbach am Mittwoch vor die Belegschaft der Abendzeitung trat, hatte er keine sonderlich motivierenden Nachrichten für die Mitarbeiter der Boulevard-Zeitung. Laut Newsroom.de sagte er, dass es lediglich zwei "indikative Angebote" für das Blatt gebe.

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Für die Angestellten dürfte das eine Enttäuschung gewesen sein. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung hatte Bierbach vor Wochen noch davon gesprochen, dass er mit sieben bis acht möglichen Investoren verhandeln würde.

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Den Redakteuren, Reportern und Vertriebsprofis würde natürlich ein solider Käufer reichen. Doch beide vorliegende Offerten dürften die Münchner wenig erfreuen. Die eine sieht vor, die Zeitung mit einen Rumpfteam von 30 Mitarbeitern weiterzuführen. Bei dem anderen Angebot würde lediglich die Marke verkauft werden. Heißt: Alle Angestellten wären ihren Job los. Zur Zeit zählt das Medienhaus noch 110 Mitarbeiter, von denen rund 50 zur Redaktion gehören.

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Von einer finalen Phase kann allerdings noch längst nicht die Rede sein. Noch liegen keine verbindlichen Offerten vor. Wie Newsroom.de weiter berichtet, sprach Bierbach noch von einem dritten Interessenten. Allerdings hätten sich wegen der Osterferien die Gespräche bislang verzögert.

Anfang März hatte die Abendzeitung beim Amtsgericht München einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Die Verluste der Zeitung hätten sich seit 2001 auf rund 70 Millionen Euro aufsummiert. Allein 2013 hätten die Verluste 10 Millionen Euro betragen.

Für einen gewissen Hoffnungsschimmer sorgte allerdings die aktuelle Auflagenentwicklung. Die IVW nennt für das erste Quartal ein Plus von 5,9 Prozent aus. Allerdings resultiert es aus einer Erhöhung der sonstigen Verkäufe. Insgesamt kommt das Boulevard-Blatt auf einen Gesamtverkauf von 114.303 Exemplaren.

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