10 krasse Tipps, wie Du Viral-Artikel aufmotzen kannst. Nummer 6 ist ein Hammer – Wow!

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So genannte Viral-Inhalte sind im Social Web enorm erfolgreich. Viral verbreitete Inhalte erzielen Millionen-Reichweiten praktisch von alleine. Portale wie das us-amerikanische Buzzfeed oder das Schweizer "Blick am Abend" haben sich auf diese Art der Inhalte spezialisiert. Aber was macht einen erfolgreichen Viral-Inhalt eigentlich aus? Und welche Rolle spielt dabei die Überschrift. MEEDIA gibt zehn Tipps für gelungene Viral-Überschriften.

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1. Beschreiben, was zu sehen ist

Virale Überschriften funktionieren oft wie kleine Inhaltsangaben. Hier sind keine extravaganten Wortspielereien gefragt, sondern knallhartes Formulieren auf den Punkt. Der Leser will wissen, was ihn erwartet. Beispiel:

“Dieser Affe macht erst Feuer – und brätelt sich dann seelenruhig ein paar Marshmallows”

Im verlinkten Video zu sehen ist ein Affe, der zuerst Feuer macht und sich dann Marshmallows brät. Wichtig: Die Überschrift darf keine Enttäuschung sein, sondern sollte möglcihst akurat genau das beschreiben, was zu sehen ist. Der Effekt beim Leser: “Hey, das will ich sehen!”

2. Der “Was dann passiert …”-Trick

Der “Was dann passiert …” Trick ist eine Erweiterung der beschreibenden Überschrift. Diese Art der Überschrift besteht in der Regel aus zwei Sätzen. Der erste Satz beschreibt, was zu sehen ist. Der zweite Satz heizt die Spannung zusätzlich an, indem versprochen wird, dass „dann“ etwas Unglaubliches geschieht.

Beispiel:

“Eine Löwin tötet eine Pavianmutter, das Baby bleibt alleine zurück. Was dann passiert ist unglaublich.”

Auch hier gilt es, möglichst Enttäuschung durch Over-Teasing zu vermeiden. Es sollte schon eine wirklich unglaubliche Wendung in der Viralstory folgen, wenn diese Art der Überschrift eingesetzt wird.

Ein Negativ-Beispiel für eine enttäuschende Viralstory vom selben Portal ist diese hier:

“Erst dachte ich dieser Plan wäre bescheuert. Aber dann wurde mir bewusst: Er ist total genial!”

Dazu abgebildet ist das Foto einer nicht näher erkennbaren Baustelle. Klickt man auf die Story, wird in Fotos die langweilige Geschichte erzählt, wie ein Vater mit seinem Sohn einen Schwimmteich anlegt. Als Leser denkt man sich: Was soll daran genial sein?

3. Keine Angst vor krassen, sensationellen, absolut unglaublichen Adjektiven und Ausrufezeichen!

Bei Viral-Inhalten wird nicht mit dem Florett formuliert, sondern mit dem schartigen Breitschwert. Wäre es in “normalen” Texten eher unfein, mit Superlativen und Adjektiven um sich zu werfen, gilt beim Viral-Inhalt: Feuer frei! Alles ist “krass”, “unglaublich”, “sensationell”, “das größte”, “gruseligste” und “gefährlichste” überhaupt. Wow!

4. Mit Tabus spielen

“Sehen Sie genau hin, solche Bilder wollen wir nie wieder sehen!”  Dieser alte Boulevard-Schlagzeilenwitz funktioniert hervorragend bei Viral-Inhalten. Damit wird die Neugierde der Leser angefixt. Natürlich will man sofort sehen oder lesen, was da angeblich so verboten ist.

Beispiel:

“13 Facebook-Posts, die kein Chef sehen sollte”

Diese Überschrift könnte man nach Tipp 3 noch folgendermaßen aufmotzen:

“13 ultra-peinliche Facebook-Posts, die kein Chef sehen sollte.”

5. Wow, Igitt, Pfui & Co – als “spontane” Gefühlsäußerungen

Damit wären wir schon bei Viral-Tipp Nummero 5, dem “spontanen” Gefühlsausbruch in der Überschrift. Bei einigen Beispielen haben Sie das hier schon gesehen. Wenn’s passt, darf man ruhig ein “Wow!”, “Pfui!” “Igitt!”, “Eklig!”, “Unglaublich!” etc. an die Überschrift pappen. Damit wird die erwartete Reaktion des Lesers vorweggenommen. Der Leser, will auch diesen “Wow!”- oder “Igitt!”-Effekt erleben und klickt auf die Headline.

Beispiel:

“Tag 1: ‘Hey, was macht denn der Nachbar da auf seinem Rasen?’ Tag 60: ‘WOW!’

Manche Portale verwenden kleine Icons mit Signal-Begriffen wie “LOL” (“Laughing out loud”), “Cute” (“Süß”) oder “WTF!?” (“What the fuck!?”) um den Leser emotional auf Temperatur zu bringen. Viral-Vorbild Buzzfeed hat diese Methode perfektioniert.

6. Ein einzelnes Highlight aus einer Liste herausgreifen

Besonders beliebte Viral-Inhalte sind die so genannten Listicles (wie Sie auch gerade einen lesen). Unter Listicles versteht man Listen, die nach Nummern sortiert sind. 20 Gründe für dieses oder jenes. 10 Getränkedosen, die aussehen wie Filmstars aus den 80ern usw. Die Listicles-Überschriften kann man noch effektiver gestalten, indem ein besonderes Highlight aus der Liste bereits in der Überschrift angeteast wird.

Beispiel:

“Diese 11 krassen 3-D Tattoos sind wahre Meisterwerke. Bei Nr 9 bleibt mir die Luft weg. Wow!”

Auch hier gilt: Enttäuschen sollten vermieden werden. D.h. das absolute Highlight der Liste sollte dann auch wirklich an der Nummer 9 stehen.

7. Leser gerne direkt ansprechen

Viral-Inhalte sind Emotion pur und die funktioniert am besten in der direkten Ansprache. Und weil es oft wahnsinnig tränenreich, supersüß oder richtig fies eklig wird, ist das “Du” hier natürlich in der Ansprache Mittel der Wahl.

Beispiel:

“Wenn du diese 29 Fotos gesehen hast wirst du dich mit DEINER eigenen Familie glücklich schätzen.”

Ja, in Großbuchstaben zu schreiben ist hier auch ausdrücklich ERLAUBT und keinesfalls UNFEIN!

8. Quiz-Fragen sind immer gut!

Von Buzzfeed lernen heißt Siegen lernen. Zumindest was Viral-Inhalte angeht, macht den Amerikanern so leicht keiner was vor. Besonders erfolgreich bei Buzzfeed laufen Quiz-Stories, die in der Zeile eine Frage stellen. Besonders beliebt ist dabei die Konstruktion: “Wie/Welcher … bist Du?”

Also etwa: “Which Quentin Tarantino Film Are You?”

Oder: “Which Female Superhero Are You?”

Dahinter steckt dann jeweils ein virales Quiz. Die Leser können in einer Art Multiple-Choice-Verfahren diverse Boxen anklicken und bekommen als Antwort serviert, welcher Superheld sie sind, welcher Tarantino-Film sie sind etc. Das funktioniert besonders gut mit Popkultur-Referenzen oder Charaktereigenschaften. Eine Art Viral-Version der Psychotests zum Ankreuzen aus Frauenzeitschriften.

9. Nutzwert rulez – auch bei Viral-Inhalten

Nicht alle Regeln des Old-School-Journalismus sind in der Viral-Welt außer Kraft gesetzt. Der gute alte Nutzwert kommt hier sogar zu neuen Ehren. Allerdings – natürlich – viral verpackt. Schon in der Überschrift sollte erzählt werden, welchen Nutzen der Leser aus den folgenden Tipps ziehen kann und/oder, wer sich von den Tipps angesprochen fühlen sollte.

Beispiel:

“Shortcuts, die Mac-User kennen müssen”

Besser wäre die genannte Beispiel-Überschrift noch, wenn sie erzählen würde, WARUM Mac-User diese Shortcuts kennen müssen. Etwa so:

“10 unverzichtbare Shortcuts, die die Arbeit mit Deinem Mac viel leichter machen”

10. Emotion, Emotion, Emotion

Emotionen sind der Treibstoff für Viral-Inhalte. Und zwar erstaunlicherweise am besten positive Emotionen. Tiere, die sich irgendwie rührend oder überraschend verhalten, ungewöhnliche Liebesgeschichten oder überraschende Auftritte, wie der singende Pfarrer (“Hallelujah”) oder die Tanz-Oma aus dem britischen “Supertalent” begeistern viele Leser.

Die wahrscheinlich perfekteste Viralstory der jüngeren Zeit war das “First Kiss”-Video der Modemarke Wren. In dem Video küssen sich Fremde zum ersten Mal vor laufender Kamera. Dabei entstehen reihenweise Mikro-Liebesgeschichten, es ist überraschend (“Was passiert?”) und sehr, sehr emotional. Das Ergebnis: Fast 80 Millionen Klick bei YouTube:

„First Kiss“ ist reine, konzentrierte Viral-Emotion.

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