„Ein Fehler“: Spiegel Online entschuldigt sich für Werbe-Kolumne

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Eine von WestLotto bezahlte Kolumne auf Spiegel Online

Marketing Chefredaktion und Geschäftsführung von Spiegel Online haben sich am Dienstagvormittag für eine Werbe-Kolumne auf der Seite entschuldigt. Dort schreibt ein "Journalist", der eigentlich ein PR-Mann ist, im Auftrag von WestLotto über den "Eurojackpot". "Die Werbung hätte nicht live gehen dürfen", heißt es nun beim Spiegel.

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Auf die im Look von Spiegel Online gestaltete Kolumne aufmerksam gemacht hatte der Medienjournalist Stefan Niggemeier. Er reagierte damit auf einen Artikel im gedruckten Spiegel, der die relativ neue Werbeform „native advertising“ kritisch unter die Lupe nimmt. Der Fachbegriff, der aus den USA kommt, bezeichnet bezahlte Werbebotschaften, die aber in der Anmutung eines redaktionellen Stückes veröffentlicht werden und meistens den Zusatz „sponsored post“ o.ä. haben.

Werbe-Kolumne von WestLotto bei Spiegel Online

Werbe-Kolumne von WestLotto bei Spiegel Online

Die Überschrift des Spiegel-Artikels lautet: „Seelen-Verkäufer“. Im Text heißt es: „Werbung, die aussieht wie ein Text der Redaktion, wird es nicht geben.“ Der Tenor der Geschichte gegenüber der neuen Werbeform ist deutlich negativ. Diese sei darauf angelegt, den Leser zu verwirren. Doch nun ist die Werbe-Weste von Spiegel Online doch nicht so weiß, wie die Redaktion selbst geglaubt hat. Wer überhaupt beim Spiegel von dieser Unterseite Kenntnis hatte, auf der neben der Kolumne auch aktuelle Tweets zum Thema sowie natürlich die aktuellen Lottozahlen angezeigt werden – unklar.

Barbara Hans, Vize-Chefredakteurin von Spiegel Online, sagt im Namen von Chefredaktion und Geschäftsführung, die Anzeige – gemeint ist konkret die Kolumne – unterscheide sich „nicht eindeutig und klar genug von redaktionellen Inhalten“. Weiter: „Insbesondere sind Begriffe wie ‚Kolumne‘ und ‚Journalist‘ sowie die optische Anmutung im Kolumnen-Layout dem redaktionellen Bereich von Spiegel Online vorbehalten.“ Schließlich: „Die Werbung hätte nicht live gehen dürfen. Dass dies dennoch geschehen ist, ist ein Fehler.“

Nachtrag: Die Eurojackpot-Unterseite ist mittlerweile nicht mehr online.

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